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Deponens
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Ein Deponens (pl. Deponentien oder verba deponentia; v. lat.: dēpōnere = ablegen, weglegen) ist ein Verb, welches nur in Passivformen existiert, dabei aber aktive Bedeutung hat. Seine passive Bedeutung hat es nach antiker Sichtweise bildlich „abgelegt“. Deponentia sind Reste einer Diathese zwischen Aktiv und Passiv, was man noch daran merkt, dass viele lateinische und griechische Deponentien deutschen Verben mit einer reflexiven Bedeutung ("sich ...") entsprechen.
Die Deponentien spielen im Alt- und Neugriechischen, im Lateinischen, im Altirischen und auch in den Skandinavischen Sprachen eine Rolle. Im Altgriechischen sind zudem passivische und mediale Deponentien zu unterscheiden. Das Latein, das kein Medium mehr kennt, verfügt wie das Neugriechische nur über passivische Deponentien.
Bis auf das PPA und das PFA existieren keine aktiven Formen, weil ihre Bedeutung durch die passiven Formen abgedeckt wird. Die einzige Form mit passiver Bedeutung ist das Gerundivum.
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Beispiele von lateinischen Deponentien
- arbitrari =glauben,meinen
- hortari = ermahnen, auffordern
- laetari = sich freuen
- oblivisci = vergessen
- uti = gebrauchen, benutzen
- niti = sich stützen auf
- proficisci = aufbrechen,marschieren
- loqui = sprechen, reden
- mori = sterben
- fieri = werden, entstehen, gemacht werden
- frui = wachsen, gedeihen
- fúngi = etwas verrichten, vollbringen
- complecti = umarmen, umfassen
- sequi = jmdm. folgen, etw. befolgen
- alloqui = jmdn. anreden, ansprechen
Beispiele von neugriechischen Deponentien
- έρχομαι = kommen
- στέκομαι = stehen
- κάθομαι = (sich) setzen
- συναντιέμαι = (sich) treffen
- σκέφτομαι = überlegen, denken
- αισθάνομαι = empfinden, sich fühlen
Griechische Deponentien entstammen überwiegend dem semantischen Bereich der geistigen Tätigkeit, des Empfindens oder des körperlichen Verhaltens und der Bewegung.
Beispiele von skandinavischen Deponentien
- att hoppas (schwed.) = hoffen
- at synes (dän.) = scheinen
- å finnes (norw.) = existieren
- að eldast (isl.) = altern
Die Deponentien der skandinavischen Sprachen gehen auf das altnordische Mediopassiv zurück, einer Form die aus der Enklise des Reflexivpronomens sik entstanden war.
Siehe auch
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