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Denner (Unternehmen)
Aus Kefk.
| Denner AG | |
|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Unternehmenssitz | Zürich, Schweiz |
| Unternehmensleitung | Philippe Gaydoul |
| Umsatz | 2.6 Mrd. CHF (2006) |
| Branche | Detailhandel |
| Webadresse | www.denner.ch |
Denner ist das drittgrösste Schweizer Unternehmen im Lebensmittel-Detailhandel – nach Migros und Coop. Die Denner AG befindet sich, vorbehältlich der Genehmigung durch die Eidgenössische Wettbewerbskommission, seit dem 12. Januar 2007 zu 70 % im Besitz des Migros-Genossenschafts-Bunds. Die restlichen 30 % gehören der Gaydoul Holding. Benannt ist das Unternehmen nach Cäsar Denner-Reiff, der 1881 als Teilhaber in die Firma «Reiff-Schwarz, Mercerie und Spezereihandel» eingestiegen ist. CEO der Denner AG ist Philippe Gaydoul.
Inhaltsverzeichnis |
Das Unternehmen
Zur Denner AG gehören etwa 450 eigene Supermärkte in der ganzen Schweiz und rund 3500 Mitarbeiter. Zudem beliefert das Unternehmen mehr als 280 unabhängige Detaillisten, die unter dem Namen «Denner Satellit» am Markt auftreten. Der Umsatz betrug im Jahr 2006 2,6 Milliarden Schweizer Franken. Als Familien-AG veröffentlicht Denner keine ausführlichen Informationen zum Geschäftsergebnis.
Denner ist ein typischer Discounter mit einem relativ knappen Sortiment von rund 1650 Artikeln des täglichen Bedarfs. 75 % davon sind Markenartikel, 25 % werden unter der Eigenmarke Denner «Look for the Best» angeboten. Ergänzt wird das Sortiment von zeitlich begrenzt angebotener Aktionsware.
Das Unternehmen ist eng mit dem Namen Karl Schweri verbunden. 1951 übernahm Schweri die Mehrheit an der damaligen IGA. Zeit seines Lebens kämpfte er gegen Kartelle und vorgeschriebene Endverkaufspreise von Markenartikeln, Bier, Spirituosen und Tabakwaren. Einige Rechtsstreitigkeiten, wie der Kampf gegen das Schweizer Tabakkartell, dauerten über zwei Jahrzehnte. Schweri lancierte auch mehrere Volksinitiativen. Im Jahr 2001 starb der Discountpionier im Alter von 85 Jahren. Die Leitung des Konzerns hatte er per Ende 2000 seinem Enkel Philippe Gaydoul übergeben.
Geschäftsfelder
Denner erwirtschaftet einen grossen Teil seines Umsatzes durch den Verkauf von Alkoholika und ist nach Coop der grösste Weinhändler der Schweiz. Neben dem klassischen Detailhandel bietet Denner unter dem Namen «Denner-Reisen» auch preisgünstige Reisen im Direktverkauf an. Weiter ist Denner kürzlich mit der Eröffnung einer Weinbar in Zürich in die Gastronomie eingestiegen.
Geschichte
- 1860 – Heinrich Reiff gründet in Zollikon bei Zürich die Firma «Reiff-Schwarz, Mercerie und Spezereihandel».
- 1881 – Schwiegersohn Cäsar Denner wird Teilhaber, das Geschäft wird in «Consumgesellschaft Denner & Co.» umbenannt.
- 1935 – das Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
- 1946 – die «Import- und Grosshandels AG» (IGA), an der Karl Schweri beteiligt ist, übernimmt die «Consumgesellschaft Denner und Co. AG» und drei weitere Detailhandelsunternehmen.
- 1951 – nach fünfjährigem Machtkampf erlangt Karl Schweri die Aktienmehrheit an der IGA.
- 1967 – nachdem das System der gebundenen Endverkaufspreise u.a. auch für Lebensmittel gefallen ist (die Preisbindung der «zweiten Hand» im Schweizer Detailhandel wurde aufgehoben), eröffnet IGA in Zürich den ersten Lebensmitteldiscountladen; zusätzliche Filialen folgen.
- 1968 – die IGA bringt das Spirituosenkartell zu Fall. Mit einem Referendum gegen ein neues Tabaksteuergesetz beginnt ein jahrelanger Kampf gegen das Tabakkartell.
- 1969 – die IGA wird in Denner umbenannt. Schweri ist Alleininhaber der Aktiengesellschaft.
- 1977 – der erste «Denner-Satellit» wird eröffnet. «Denner-Satelliten» sind Läden von selbständigen Detaillisten, die unter anderem das Denner-Sortiment führen.
- 1979 – starke Expansion beginnt, Einstieg ins Reisegeschäft mit «Pronto-Reisen».
- 1980 – Übernahme von Filialen und Drogerien von Merkur.
- 1981 – Denner weigert sich, die Bierpreise zu erhöhen; es kommt zu einem Prozess gegen das Bierkartell.
- 1983 – vor dem Schweizerischen Bundesgericht verliert Denner den Tabakprozess; Denner muss die Mindestpreise des Tabakkartells einhalten, strengt aber einen zweiten Prozess an.
- 1984 – Denner übernimmt die Spielwarenkette Franz Carl Weber.
- 1988 – in Zürich öffnet der erste «Denner Optik-Discount».
- 1993 – das Unternehmen setzt auf eine neue Harddiscount-Strategie, es werden fast keine Markenartikel mehr angeboten, dafür viele neue Eigenmarken, Straffung des Sortiments, mit Umsatzeinbussen auch in den nächsten Jahren; Denner gewinnt den Prozess gegen das Bierkartell.
- 1994 – Denner übernimmt die Einzelhandelskette Waro. Aus dem Reisegeschäft («Pronto-Reisen») steigt man wieder aus.
- 1996 – auch die «Optik-Discount»-Läden werden verkauft. Im zweiten Prozess gegen das Tabakkartell vor dem Schweizerischen Bundesgericht geht Denner als Sieger hervor.
- 1998 – von der Coop-Gruppe übernimmt Denner 49 von 60 «Billi»-Discountläden. Philippe Gaydoul, Schweris 26-jähriger Enkel, wird Geschäftsleiter der Denner AG.
- 2000 – Denner ändert die Strategie und verkauft wieder vermehrt Markenartikel. Der Konzern wird neu organisiert: die strategische Leitung von Denner, Waro und Franz Carl Weber liegt nun bei der Rast Holding. Philippe Gaydoul übernimmt Ende Jahr auch das Amt des Holding-Präsidenten von seinem Grossvater Karl Schweri.
- 2001 – Karl Schweri stirbt 84-jährig am 29. Mai.
- 2002 – die Rast Holding verkauft Waro an Coop. Mario Bonorand löst Philippe Gaydoul als Präsident der Rast Holding ab, Gaydoul bleibt Geschäftsleiter der Denner AG.
- 2003 – das Erscheinungsbild der mehr als 300 Denner-Filialen wird erneuert («New Denner»).
- 2005 – Denner übernimmt für 56 Mio. Franken den ehemaligen Konkurrenten Pick Pay von Rewe Schweiz. Die Marke «Pick Pay» wird aufgegeben und die Standorte der übernommenen 146 Filialen sukkzessive bereinigt. Die verbliebenen Filialen werden unter dem Namen «Denner» weitergeführt. Aus «Pick Pay Reisen» wird «Denner-Reisen».
- 2006 – die neun verbliebenen Filialen von Franz Carl Weber werden an die französische Ludendo verkauft.
- 2007 – am 12. Januar gibt der Migros-Genossenschafts-Bund die 70 %-Übernahme des Denner-Aktienkapitals bekannt. Die Denner AG bleibt eine autonom geführte Geschäftseinheit und wird vom bisherigen CEO Philippe Gaydoul weitergeführt.
Weblinks
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