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Dendrit (Kristallographie)
Aus Kefk.
Als Dendriten bezeichnet man in der Kristallographie strauchartige Kristallstrukturen.
In der Geologie treten sie zum Beispiel als Auskristallisationen von Eisen- und Manganoxiden in Erscheinung. Diese lassen sich auf Gesteinsflächen finden und werden oft mit Versteinerungen von Pflanzenresten verwechselt.
Entstehung von Dendriten
Dendriten entstehen bei der Kristallisation einer übersättigten Gasphase oder Schmelze, wenn die Kristallstruktur bevorzugte Wachstumsrichtungen aufweist.
Ein Beispiel ist die Schneeflocke, siehe linkes Bild. Nachdem sich ein Kristallisationskeim gebildet hat, wachsen Strukturen entlang der sechs [100]-Richtungen der hexagonalen Gitterstruktur von Eis, also entlang der Basalebenen in einem Winkel von 60° zueinander. Die Wachstumsgeschwindigkeit entlang der Richtung [001] senkrecht zu den Balalebenen ist gering. Sonst würde man keine flachen Schneeflocken beobachten, sondern langgestreckte Schneenadeln.
Kleine Schneeflocken sind symmetrisch aufgebaut, anders als zum Beispiel die Eisstrukturen auf einer Fensterscheibe, siehe rechtes Bild. Denn die Kristallisations-Umgebung ist für alle Seiten eines kleinen Kristallisationskeims in der Luft nahezu identisch. Das Wachstum der sechs Fortsätze verläuft fast gleichartig. Störungen der Makroumgebung, zum Beispiel Veränderung der Übersättigung, wirken sich auf alle Fortsätze gleichermaßen aus. Unterschiede der Mikroumgebung auf einer Skala von wenigen Millimetern verursachen die feinen Unterschiede zwischen den 6 Dendritenbäumen. Die Umgebung variiert von Keim zu Keim, weshalb keine Schneeflocke der anderen gleicht.
Dendritenwachstum bei elektrochemischen Elementen
Durch elektrochemische Vorgänge können auf den Elektroden von Akkus (Akkumulatoren) Dendriten wachsen. Wenn sie die Separatorschicht zwischen den Elektroden durchdringen, führt dies zum Kurzschluss in der Zelle. Dieser hat einen vollständigen Ausfall oder in schwächer ausgeprägten Fällen eine beschleunigte Selbstentladung der Zelle zu Folge. Dieser Vorgang hat nichts mit dem Memory-Effekt zu tun.
