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Demokratismus
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Der Begriff Demokratismus ist von Demokratie abgeleitet und bezeichnet üblicherweise eine demokratische Gesinnung bzw. demokratische Ethik.[1]
Aufgrund sich wandelnder Bedeutungen des Begriffs Demokratie und den damit verbundenen, unterschiedlichen Interpretationen des Demokratismus wurde der Begriff aber auch unterschiedlich verwendet: Thomas G. Masaryk nannte den Demokratismus eine „Welt- und Lebensauffassung“, die mit ihrer demokratischen Sicht der Dinge die ethische Grundlage des politischen Systems der Demokratie bildet, [2] Max Scheler die „philosophische Überzeugung, dass die Massen ... es sind, die in der Gestaltung aller möglichen Gruppenformen ... sowohl die bewegenden und gestaltenden als auch die idee- und normsetzenden Kräfte sind ...“ [3]
Heute eher selten, wird Demokratismus im anglo-amerikanischen Raum in einer positiven, im deutschsprachigen zuweilen in einer abwertenden Bedeutung gebraucht. [4]
In letzter Zeit findet der Demokratismus wieder verstärkt Anwendung zur Kennzeichnung einer demokratischen Weltanschauung und wird als Ergänzung zum institutionellen System der Demokratie verstanden, um deren ideellen Prinzipien sichtbar zu machen.
Literatur
- Dalibor Truhlar: Demokratismus – Philosophie der demokratischen Weltanschauung. Peter Lang, Frankfurt am Main, 2006, ISBN 3-631-55818-X
- Gregor Husi/Marcel Meier Kressig: Der Geist des Demokratismus. Modernisierung als Verwirklichung von Freiheit, Gleichheit und Sicherheit. Westfälisches Dampfboot, Münster, 1998, ISBN 3-89691-440-5
Quellen
- ↑ Siehe „The Oxford English Dictionary, Volume IV“ Clarendon Press Oxford 1989, Second Edition, wo „democratism“ als „Democracy as a principle or system“ bezeichnet wird. Auch: „Webster’s Third New International Dictionary“ Volume I, G.&C. Merriam Co. 1981, das im „democratism“ „the theory, system, or principles of democracy“ sieht.
- ↑ Thomas G. Masaryk „Russische Geistes- und Religionsgeschichte“ Band II, Eichborn Frankfurt am Main 1992, erstmals Jena 1913, XXV „Demokratie contra Theokratie“
- ↑ Max Scheler „Der Geist und die ideellen Grundlagen der Demokratien der grossen Nationen“ 1916 in Max Scheler „Schriften zur Soziologie und Weltanschauungslehre“ Francke Verlag Bern 1963, 2. Aufl., Seite 158/59
- ↑ Siehe „Brockhaus Wahrig Deutsches Wörterbuch in 6 Bänden“ Band 2, Stuttgart 1981, wo er als „übertriebene Anwendung demokratischer Prinzipien, die jedoch in Wirklichkeit den Grundsätzen der Demokratie widerspricht“ definiert wird, oder „Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 8 Bänden“ Band 2, Mannheim 1993, 2. Aufl., wo er als „formalistische Übertreibung demokratischer Verfahrensweisen“ dargestellt wird. Im Gegensatz dazu aber die positive Wertung bei Friedrich Schlegel in „Versuch über den Begriff des Republikanismus“ 1796, in „Kritische Schriften und Fragmente“ (1794–1797) Band 1, Ferdinand Schöningh Paderborn 1988, Seite 55
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