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Democrazia Cristiana
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Die Democrazia Cristiana (DC) war die wichtigste politische Partei Italiens zwischen 1945 und 1993 und stellte bis dahin fast alle Ministerpräsidenten. Sie verstand sich als katholische Volkspartei und fand ihre Nachfolge in den heutigen Parteien La Margherita bzw. PPI, CCD und CS.
Gründung und politische Grundlinien
Die Democrazia Cristiana wurde 1942 am Ende der vent'anni (20 Jahre) der Regierung Mussolini von einigen christlichen Bewegungen gegründet: von Mitgliedern der PPI (Partito Popolare Italiano) des Don Luigi Sturzo, von der Azione Cattolica sowie der Federazione Universitaria Cattolica Italiana (FUCI). Zu ihren Mitbegründern gehörten einige spätere Ministerpräsidenten:
- Alcide de Gasperi (Regierungschef 1945-53), Mario Scelba, Attilio Piccioni und Giovanni Gronchi von der „PPI“,
- Aldo Moro und Giulio Andreotti von der „Azione Cattolica“
- und Amintore Fanfani von der „FUCI“.
Inhaltliche Grundlagen waren der Katholizismus, die christliche Soziallehre und der Antikommunismus. Die Democrazia Cristiana war nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1993 die dominierende Partei des Landes. Sie war in dieser Zeit an jeder Regierung beteiligt und stellte fast alle Ministerpräsidenten.
Regierungen unter der DC
Die Democrazia Cristiana ging häufig wechselnde Koalitionen von bis zu fünf Parteien ein, die im Regelfall als Mitte-Links einzustufen waren. Ihre Schwerpunkte lagen in der politischen Mitte mit Tendenzen nach links und rechts, je nachdem welche Strömung in der Sammelpartei sich gerade durchsetzen konnte oder den stärksten Flügel stellte.
Die vier häufigsten Koalitionspartner der DC waren die Italienische Sozialistische Partei (PSI), die Italienische Sozialdemokratische Partei (PSDI ), die Republikaner (PRI) und die Liberalen (PLI). Diese vor allem in der 1980er-Jahren bestehende Fünferkoalition wurde als Pentapartito bezeichnet. In den 1970ern mussten sich manche DC-Regierungen im Rahmen des „Historischen Kompromisses“ von der kommunistischen Partito Comunista Italiano (PCI) tolerieren lassen, weil sich verschiedene Regierungsverhandlungen zerschlugen.
Krise und Auflösung der DC
Nachdem die Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft 1992 unter dem Titel Mani Pulite (Saubere Hände, entspr. „Weiße Weste“) zahlreichen hohen Amtsträgern der DC und der PSI Verstrickungen in Korruptionsfälle nachgewiesen hatten, geriet die DC in eine schwere Krise.
Am 18. Januar 1994 beschloss die Führung, den Namen der Partei wieder auf Partito Popolare Italiano zu ändern - jene Partei, aus der die DC 1942 hervorgegangen war. Daraufhin spalteten sich zwei größere Gruppen ab: Mitglieder des konservativeren Lagers bildeten unter Führung von Pier Ferdinando Casini die CCD (Centro Cristiano Democratico), ein linker Flügel der PPI gründete die CS (Cristiano Sociali), die im Bündnis der Linksdemokraten (Democratici di Sinistra) aufgingen.
Die Haupterben der politischen christdemokratischen Tradition sind heute:
- La Margherita, eine junge Partei, die aus der Verschmelzung der PPI und anderer gemäßigter Gruppen entstand und derzeit dem "Mitte-links"-Parteienbündnis L'Unione angehört,
- Popolari-UDEUR, angeführt von Clemente Mastella, und
- die UDC, geführt von Pier Ferdinando Casini, Rocco Buttiglione und Marco Follini.
„La Margherita“ und „Popolari-UDEUR“ definieren sich als „Mitte-Links-Partei“ (Centrosinistra) und sind Gründungsmitglieder des Bündnisses L'Ulivo. Der amtierende italienische Ministerpräsident und ehemalige Vorsitzende der EU-Kommission (1999-2004) Romano Prodi steht der Margherita nahe. Hingegen befindet sich die UDC im politischen „Mitte-Rechts“-Feld (Centrodestra) und war Koalitionspartner der Regierung unter Silvio Berlusconi, die sich Casa delle Libertà (Haus der Freiheiten) nennt. (Stand: Juni 2006).
Siehe auch:
