Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Deckschicht

Aus Kefk.

(Weitergeleitet von Decke (Straße))
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Deckschicht wird die oberste Schicht des Straßenoberbau bezeichnet. Andere Bezeichnungen sind Decke oder Fahrbahndecke. Die früher verwendeten Begriffe Straßenbelag oder Gehwegsbelag ist heute nicht mehr üblich [1].

An Deckschichten werden besonders hohe Qualitätsanforderungen gestellt. Es wird gem. RStO unterschieden zwischen:

Inhaltsverzeichnis

Asphaltdecke (Schwarze Decke)

Asphaltdecken bestehen aus abgestuftem Mineralgemisch und Bitumen als Bindemittel. Sie sind die am häufigsten verwendeten Deckschichten. Hierzu gehören Decken aus Gussasphalt, Splittmastixasphalt, Asphaltbeton. Seltener werden Asphaltmastix und Offenporige Asphalte, auch Drainasphalt genannt, eingebaut. Gemeinsam mit der Binderschicht bildet die Deckschicht die Straßendecken. Technische Regelungen für die Ausführung von Asphaltdecken enthalten die DIN 18317 und die ZTV Asphalt-StB. Asphaltdeckschichten werden in der Regel in einer Stärke von 4,0 cm ausgeführt. Asphaltdecken haben eine Haltbarkeit von 12 bis 18 Jahren.

Gussasphalt

Gussasphalt hat einen hohen Anteil an Füller (sehr feines Material) und Bindemittel. Eingebaut wird er bei max. 220°C mit Gussasphaltkochern. Während des Einbaus ist der Gussasphalt fließ-, gieß- und streichfähig, und im Gegensatz zu anderen Asphalten wird Gussasphalt nicht verdichtet. Trotzdem ist er nach dem Erhärten nahezu hohlraumfrei.

Gussasphalt wird eingebaut, wenn die Straße hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist, wie z.B. auf Autobahnen oder Hauptverkehrsstraßen; wenn es besonders wichtig ist, dass kein Wasser in den Straßenkörper eindringt, wie z.B. auf Brücken; oder wenn die eingebaute Deckschicht nicht verdichtet werden kann, wie z.B. in Maschinenhallen, die während des Einbaus weiterproduzieren und durch das Verdichten empfindlich gestört würden. Nachteile sind die sehr hohe erforderliche Einbautemperatur und die hohen Kosten. Siehe auch den Hauptartikel über Gussasphalt.

Asphaltbeton

Asphaltbeton enthält eine gleichmäßige Kornabstufung und einen mittleren Splittgehalt, der bei etwa 50 Gew-% liegt. Hergestellt wird er in Asphaltmischanlagen bei einer Temperatur von 160°C. Eingebaut wird Asphaltbeton mit Straßenfertiger und anschließend mit Walzen verdichtet. Siehe auch den Hauptartikel über Asphaltbeton.

Splittmastixasphalt

Die hohe Standfestigkeit des Splittmastixasphaltes wird erreicht durch seinen hohen Anteil an Splitt. Damit verbunden ist ein geringer Anteil an Sand, was dazu führt, dass das Bindemittel abläuft und sich das Kornmaterial entmischt. Um dies zu verhindern wird der Bindemittelgehalt erhöht und dem Splittmastixasphalt werden stabilisierende Zusätze zugegeben, wie z.B. Zellulosefasern, Polymergranulat oder besondere Füller. Siehe auch den Hauptartikel über Splittmastixasphalt.

Asphaltbinderschicht

Asphaltbinder, auch Asphaltbinderschicht oder Binderschicht, wird bei Straßen mit hoher Verkehrsbelastung eingebaut als unterste Schicht der Decke eingebaut. Diese entsprechen den Bauklassen SV, I, II und III wird Asphaltbinder. Er besteht aus Mineralstoffgemischen mit abgestufter Körnung. Als Bindemittel wird Straßenbaubitumen oder polymermodifizierter Bitumen verwendet. Daraus entsteht eine standfeste Schicht, deren Lagerungsdichte und Korngrößenverteilung sich durch die Verkehrsbelastungen nur wenig verändert.

Betondecke (Weiße Decke)

Betondecken bestehen aus abgestuftem Mineralgemisch und Zement als Bindemittel. Betondecken kommen bevorzugt bei Straßen mit hoher Beanspruchung zum Einsatz, wie z.B. Autobahnen. Sie sind sehr dauerhaft und können 30 bis 40 Jahre halten. Technische Regelungen für die Ausführung von Betondecken enthalten DIN 1045, DIN 18316 und ZTV Beton-StB.

Betondeckschichten werden in einer Stärke von 18 bis 30 cm ausgeführt. Sie bestehen in der Regel aus Platten mit 5-6 m Länge ohne Bewehrung. Es ist sehr wichtig, den Beton mit Fugen zu versehen. Diese verhindern wilde Risse, wie sie beim Abbinden entstehen können, und gleichen Längenänderungen durch Temperaturschwankungen aus. Bei den Fugen wird unterschieden zwischen Raumfugen, Scheinfugen und Pressfugen. Anschließend werden die Fugen verfüllt. Dadurch wird verhindert, dass Feststoffe oder Flüssigkeiten eindringen, wodurch die freie Beweglichkeit der Platten zueinander behindert würde.

Die einzelnen Betonplatten werden untereinander mit Dübeln (Querfugen) und Ankern (Längsfugen) verbunden. Dübel sorgen für die Übertragung der Lasten und sichern die Höhenlage der Betonplatte in Längsrichtung. Durch Anker wird das Auseinanderwandern der Platten verhindert.

Pflasterdecken

Bei Pflasterdecken wird zwischen Natursteinpflaster und Betonsteinpflaster unterschieden. Gemeinsam ist beiden Bauweisen, dass sie auf einer Sand- oder Splittbettung ausgeführt werden. Pflasterdecken sind technisch nicht gleichwertig zu Beton- und Asphaltdecken und werden bevorzugt aus gestalterischen Gründen verwendet. Betonpflastersteine haben eine Dicke zwischen 6 – 12 cm. Technische Regelungen für die Ausführung von Betonpflasterdecken enthält die ZTV P-StB.

Deckschicht ohne Bindemittel

Bei einer Deckschicht ohne Bindemittel (DoB) handelt es sich um eine Schicht, die nur aus abgestuftem Mineralgemisch ausgeführt wird. DoB werden bevorzugt im Landwirdschaftlichen und ländlichem Wegebau verwendet. Im allgemeinem Sprachgebrauch hat sich auch der Begriff „wassergebundene Decke“ gebildet.

Quellenangaben

  1. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, "Begriffsbestimmung Teil Straßenbautechnik", Ausgabe 2003, FGSV-Verlag, Köln, FGSV 924

Literatur

Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Fahrbahndecken aus Asphalt, ZTV Asphalt-StB 01, Herausgeber: FGSV-Verlag, Köln Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Fahrbahndecken aus Betion, ZTV Beton-StB 01, Herausgeber: FGSV-Verlag, Köln Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Pflasterdecken und Plattenbelägen, ZTV P-StB 2000, Herausgeber: FGSV-Verlag, Köln DIN 1045 Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton DIN 18315 Verkehrswegebauarbeiten, Oberbauschichten ohne Bindemittel DIN 18316 Verkehrswegebauarbeiten, Oberbauschichten mit hydraulischen Bindemitteln DIN 18317 Verkehrswegebauarbeiten, Oberbauschichten aus Asphalt DIN 18318 Verkehrswegebauarbeiten, Pflasterdecken, Plattenbeläge, Einfassungen

Weblinks

Siehe auch

Baustoff, Themenliste Straßenbau, Liste der technischen Regelwerke und amtlichen Bestimmungen für das Straßenwesen

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Deckschicht, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge