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De tribus impostoribus

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De tribus impostoribus oder "Das Buch von den drei Betrügern" ist ein anonymes, religionskritisches Buch, dessen Ursprünge bis in die frühe Neuzeit zurückzuverfolgen sind. In diesem Buch werden die Religionsstifter Moses, Jesus und Mohammed als Betrüger dargestellt.

Die erste nachweisbare Ausgabe stammt aus dem Jahr 1598. Laut Tommaso Campanella erschien die erste Ausgabe aber schon 1538, und auch andere Zeugen erklärten, das Buch schon vor 1598 gelesen zu haben. Diese frühe Ausgabe behandelt aber nicht alle drei Religionen, sondern nur das Christentum - es wird allgemein angenommen, dass der anonyme Autor sein Buch nicht fertigstellen konnte. Der Jurist Johannes Joachim Müller schrieb im 18. Jahrhundert die fehlenden Teile und gab sie zusammen mit dem überlieferten Fragment heraus (manche behaupten auch, alle Teile stammten von ihm, und ein älteres Fragment habe es nie gegeben).

Der anonyme Verfasser des Buches De tribus impostoribus wurde möglicherweise angeregt durch Moses Maimonides, der in seinem Brief an den Jemen Jesus, Paulus und Mohammed als drei Betrüger bezeichnet.

Eine weitere mögliche Inspirationsquelle war das Buch der siebten Erreichung (Kitâb as-sijâsa oder Kitâb al-balâg as-sâbi), das angeblich aus dem Umkreis der Qaramitah stammte. Erstmals erwähnt wurde dieses Werk kurz nach 983. Darin wurden die Gebote von Judentum, Christentum und Islam für aufgehoben erklärt, sowie die Grundlagen aller drei Offenbarungsreligionen gleichermaßen angezweifelt: Es gebe weder Sünde noch ein Leben nach dem Tod.

Folgende Menschen wurden verdächtigt, das Buch von den drei Betrügern verfasst zu haben: Kaiser Friedrich II., Guillaume Postel, Jan Nachtegal, Averroes, Petrus Pomponatius, Michael Servet, Niccolò Machiavelli, François Rabelais, Erasmus von Rotterdam, John Milton, Angelus Merula, Giordano Bruno, Tommaso Campanella, Giovanni Boccaccio, Sa'd ibn Mansur ibn Kammuna, Uriel da Costa, Baruch Spinoza.

Der Philosophiehistoriker Friedrich Niewöhner kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Verfasser des Buches, auch wenn er sich nicht genau identifizieren lässt, um einen Marranen der zweiten oder dritten Generation handeln müsse.

Literatur

  • Wolfgang Gericke: Das Buch "De Tribus Impostoribus". Berlin (Ost): Evangelische Verlagsanstalt, 1982. (Quellen. Ausgewählte Texte aus der Geschichte der christlichen Kirche. N.F.; 2).
  • Friedrich Niewöhner: Veritas sive Varietas. Lessings Toleranzparabel und das Buch von den drei Betrügern, Schneider, Heidelberg 1988, ISBN 3-7953-0761-9
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