Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
David Mamet
Aus Kefk.
David Alan Mamet (* 30. November 1947 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor, Dramatiker, Filmregisseur, Produzent, Dichter und Schriftsteller. Er gilt als überaus produktiver Autor, dessen Stil häufig mit Harold Pinter verglichen wird.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Mamet wächst in einem Vorort von Chicago auf, seine Kindheit wird aber von der Scheidung seiner Eltern überschattet: eine Erfahrung, die er später in seine Werke einfließen lässt. Nach dem Abschluss des College besucht er eine New Yorker Schauspielschule, wo er Kontakt zu den Schauspielkollegen William H. Macy, Joe Mantegna, Lindsay Crouse, und Ricky Jay knüpft und das Schauspielerensemble St. Nicholas Company gründet. In seinen späteren Filmen arbeitet er oft mit diesen Schauspielern zusammen.
Anfang der 1970er versucht er als Theaterschauspieler Fuß zu fassen, muss sich aber zunächst mit Gelegenheitsjobs abfinden, bis er anfängt, Bühnenstücke zu schreiben. Sein ungewöhnlicher sprachlicher Stil, geprägt von schnellen und mit Kraftausdrücken durchsetzten Dialogen, ist bis heute als „Mametspeak“ bekannt. Seinen Ursprung hat dieses Merkmal nach eigenen Aussagen in der rohen Alltagssprache seiner Eltern. Inhaltlich beschäftigen sich seine Stücke mit der Verrohung der Gesellschaft und dem kulturellen Niedergang.
In New York findet er Mitte der 1970er – abseits des Broadway – eine Möglichkeit, seine Stücke aufführen zu lassen, wo sie sich recht schnell zu großen Erfolgen entwickeln und ihm einige Kritikerpreise einbringen.
Durch diesen Erfolg wird Hollywood auf ihn aufmerksam und so erhält er erste Drehbuch-Aufträge. Sein erstes Filmdrehbuch, die Adaption von James Cains Roman Wenn der Postmann zweimal klingelt, wurde 1981 von Bob Rafelson mit Jack Nicholson und Jessica Lange in den Hauptrollen verfilmt. Ein Jahr später wurde sein Drehbuch für The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit für den Oscar nominiert.
Mamet schreibt aber auch weiterhin sehr erfolgreich Theaterstücke. So wird das Drama Glengarry Glen Ross 1984 mit dem Pulitzer-Preis und vier Tony Awards ausgezeichnet. Als es später mit einer Starbesetzung (u.a. Jack Lemmon, Al Pacino, Ed Harris und Alan Arkin) verfilmt wird, schreibt er auch das Drehbuch.
Sein Debüt als Filmregisseur gibt er 1987 mit dem Gangster-Thriller Haus der Spiele. Die Hauptrolle der Psychologin Margaret, die langsam im Spielermilieu versinkt, übernimmt seine Ex-Frau, die Schauspielerin Lindsay Crouse.
Seitdem nimmt er immer wieder mal auf dem Regiestuhl Platz, aber sein Hauptaugenmerk richtet er auf das Schreiben von Drehbüchern. Er wird zudem oft als „Script-Doctor“ beschäftigt, um bestehende Drehbücher umzuschreiben oder auszubessern (so hat er unter anderem an den Drehbüchern von Jimmy Hoffa und Hannibal gearbeitet).
Mamet schreibt Essays, Bücher und Artikel, in denen er sich kritisch mit der Filmindustrie und der oft ideenlosen „Herstellung“ von Filmen auseinandersetzt. Seine Hauptkritik richtet sich dabei auf Filmproduzenten und Studio-Manager, die seiner Ansicht nach die „nutzlosesten“ Berufe haben. Er ist auch ein scharfer Kritiker der Schauspieltechnik des Method Acting, welche er in seinem Buch „Richtig und Falsch“ als „Malen nach Zahlen“ bezeichnet, da es dem Schauspieler nicht zu einer natürlichen Darstellung seiner Figuren verhelfen könne.
Seine schriftstellerische Tätigkeit beschränkt er weder auf ein Genre noch auf ein Medium, da er sich nach eigenen Aussagen schnell langweilt. So hat er inzwischen ein Kinderbuch und eine Sammlung von Gedichten veröffentlicht und arbeitet mit seiner Frau, der schottischen Schauspielerin und Sängerin Rebecca Pidgeon an Liedtexten.
Mamet lebt mit seiner Frau und seinen Kindern zeitweise auf seiner Farm in Vermont und in einem Haus in Cambridge.
Werke
Filme
- 1981 – Wenn der Postmann zweimal klingelt (The Postman Always Rings Twice)
- 1982 – The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit (The Verdict)
- 1986 – Nochmal so wie letzte Nacht (About Last Night...) (nur Vorlage)
- 1987 – The Untouchables – Die Unbestechlichen (The Untouchables)
- 1987 – Haus der Spiele (House of Games) (auch Regie)
- 1988 – Things Change – ...der Weg ins Glück (Things Change) (auch Regie)
- 1989 – Wir sind keine Engel (We're No Angels)
- 1991 – Homicide (auch Regie)
- 1992 – Glengarry Glen Ross
- 1992 – Jimmy Hoffa (Hoffa) (auch Produzent)
- 1994 – Vanja auf der 42. Straße (Vanya on 42nd Street)
- 1996 – American Buffalo – Das Glück liegt auf der Straße (American Buffalo)
- 1999 – The Winslow Boy – Regie und Buch
- 1997 – Auf Messers Schneide – Rivalen am Abgrund (The Edge)
- 1997 – Die unsichtbare Falle (The Spanish Prisoner) (auch Regie)
- 1997 – Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (Wag the Dog) (Mitarbeit am Drehbuch)
- 1998 – Ronin (Drehbuch unter dem Pseudonym Richard Weisz)
- 1999 – Meyer Lansky – Amerikanisches Roulette (Lansky) (auch Produzent)
- 2000 – State & Main (auch Regie)
- 2001 – Hannibal (Mitarbeit am Drehbuch)
- 2001 – Heist – Der letzte Coup (Heist) (auch Regie)
- 2004 – Spartan (auch Regie)
Theaterstücke
- 1970 – Lakeboat
- 1972 – The Duck Variations (Enten Variationen)
- 1974 – Sexual Perversity in Chicago
- 1974 – Squirrels
- 1975 – American Buffalo
- 1976 – Reunion
- 1976 – The Water Engine
- 1977 – A Life in the Theatre (Leben im Theater)
- 1979 – The Woods
- 1980 – Lakeboat
- 1982 – Edmond
- 1983 – The Frog Prince
- 1984 – Glengarry Glen Ross (Hanglage Meerblick)
- 1985 – The Shawl (Der Schal)
- 1988 – Speed-the-Plow (Die Gunst der Stunde)
- 1989 – Bobby Gould In Hell (Bobby Gould in der Hölle)
- 1992 – Oleanna
- 1995 – The Cryptogram (Das Kryptogramm)
- 2001 – Boston Marriage (Die Schwestern von Boston)
- 2004 – Faustus (Die Tragödie des Doktor Faustus)
- 2005 – Romance (Romanze)
Auszeichnungen
Pulitzer-Preis
- 1984 für das Drama Glengarry Glen Ross
Oscar
- 1998 – Oscar-Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch für Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt
- 1988 – Oscar-Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch für The Verdict – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit
BAFTA
- 1999 – Nominierung für das beste adaptierte Drehbuch für Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt
Cannes Film Festival
- 1991 – Nominierung für die Goldene Palme für Homicide
Mostra
- 1987 – Goldene Osella (bestes Drehbuch) und Pasinetti (bester Film) für Haus der Spiele
Literatur
- David Mamet: Richtig und Falsch. Alexander Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89581-067-3
- David Mamet: Die Kunst der Filmregie. Alexander Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89581-032-0
- David Mamet: Vom dreifachen Gebrauch des Messers. Alexander Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89581-0525
Zitate
- „Audience research doesn't work. If it worked, there would be no flops.“ (dt.:„Publikumsbefragungen funktionieren nicht. Würden sie funktionieren, gäbe es keine Flops.“)
- „A good film script should be able to do completely without dialogue.“ (dt.:„Ein gutes Drehbuch sollte völlig ohne Dialoge auskommen können.“)
- „There's no such thing as talent; you just have to work hard enough.“ (dt.:„'Talent' gibt es nicht, man muss nur hart genug arbeiten.“)
- „There aren't people in Hollywood. Just executives.“ (dt.:„Es gibt keine Menschen in Hollywood, nur Beamte.“)
Weblinks
- David Mamet in der Internet Movie Database
- Kolumne von David Mamet (Guardian, engl.)
- Biographie und Sendetermine
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mamet, David Alan |
| ALTERNATIVNAMEN | Richard Weisz (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Drehbuchautor, Dramatiker, Filmregisseur, Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 30. November 1947 |
| GEBURTSORT | Chicago, Illinois, USA |
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort David_Mamet, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
