Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


David Hansemann

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/2/2e/DavidHansemann1848.jpg': No such file or directory.
David Hansemann in einer Lithographie von 1848

David Justus Ludwig Hansemann (* 17. September 1790 in Finkenwerder bei Hamburg; † 4. August 1864 in Schlangenbad) war ein preußischer Politiker und Bankier.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hansemann war Sohn eines protestantischen Pfarrers. Nach der kaufmännischen Lehre war er zunächst Vertreter für einen Monschauer Tuchfabrikanten. Ab 1817 gründete und leitete er verschiedene Unternehmen in Aachen, darunter die Vorgängergesellschaft der AachenMünchener, die heute Teil der AMB Generali ist. In den 1820er und 1830er Jahren kam er so zu großem Reichtum. Ungewöhnlich war sein Bemühen um das Wohlergehen seiner Angestellten und seine Bereitschaft zu großzügigen Spenden. 1821 heiratete er Fanny Fremery, die aus einer französischen Hugenottenfamilie stammte.

David Hansemann engagierte sich für den Eisenbahnbau im Rheinland. Er verfasste mehrere Denkschriften zum Thema Eisenbahn. Des Weiteren war er Aktionär der Aktiengesellschaft Rheinische Eisenbahn. Er war gemäß der königlichen Kabinettsorder vom 21. Februar 1837 von 1837 bis 1844 Vicepräsident der Rheinischen Eisenbahngesellschaft. Er war an der Gründung weiterer Eisenbahngesellschaften maßgeblich beteiligt

Ab den 1830er Jahren engagierte Hansemann sich zunehmend politisch und wurde 1843 Mitglied des Rheinischen Provinziallandtags. Im Jahr 1847 war er Mitglied des preußischen Vereinigten Landtages. Er galt als einer der führenden Köpfe des deutschen Liberalismus. Innerhalb des Liberalismus gehörte er zusammen mit dem späteren Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung, Heinrich von Gagern, zu den sogenannten „Halben“, das heißt den Kompromissbereiten.

Dem preußischen „Märzministerium“ (29. März bis 20. Juni 1848) unter Gottfried Ludolf Camphausen gehörte er als Finanzminister an. Diesen Posten behielt er auch im nachfolgenden Kabinett unter Rudolf von Auerswald bis zu seinem Rücktritt am 8. September 1848.

Den adligen Eliten Preußens war Hansemann viel zu liberal; sein 1833 erschienenes und subtil kritisches Buch „Preußen und Frankreich“ und verschiedene Denkschriften aus den 1840er Jahren ließen ihn dort als einen gefährlichen Radikalen gelten. Andererseits galt er bei den Radikalen als Reaktionär im Dienst der Eliten; Karl Marx nannte ihn verächtlich einen „liberalen Speichellecker“.

Dieser doppelte Widerstand, überhaupt ein Grund für die Niederlage des Liberalismus nach der Märzrevolution in Deutschland, ließ Hansemanns Politik schließlich scheitern. Nach dem Rückzug aus der Politik wandte sich Hansemann wieder der Geschäftstätigkeit zu und gründete 1851 die Disconto-Gesellschaft, die 1929 spektakulär mit der Deutschen Bank fusionierte.

Bild:Matthäuskirchhof Berlin3.JPG
Hansemann-Familiengrabstätte

Hansemann starb 1864 bei einem Kuraufenthalt im Taunus. Er liegt in der Hansemann-Familiengrabstätte auf dem alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg. Sein Sohn Adolph von Hansemann wurde zu einem der reichsten und wichtigsten Unternehmer des Deutschen Reichs, war im Gegensatz zu seinem Vater aber kein Liberaler.

Zitate

Bild:1933-3-30-50.jpg
Portrait von D. Hansemann auf Reichsmark Banknote von 1933

Berühmt wurde Hansemanns Ausspruch (1847) vor dem preußischen Vereinigten Landtag:

  • „In Geldsachen hört die Gemütlichkeit auf.“

Aus einer Denkschrift von 1840:

  • „Das viele Regieren oder das Einmischen der Staatsverwaltung in zu viele Gegenstände ist Regel geworden. Den Beamten unbewußt haben sie sich der Neigung hingegeben, die mannigfaltigsten Gegenstände, welche füglich dem Ermessen der Privatpersonen und Korporationen überlassen werden könnten, nach eigener Ansicht zu entscheiden oder vielmehr nach Billigkeit zu ermessen.“
  • „So ist denn jedermann grundsätzlich unfrei und politisch unmündig, und die große Mehrzahl trägt keineswegs ein reges Verlangen nach einem formell gesicherten Rechtszustande. [...] Diese Art von Zufriedenheit des Volkes gefällt manchem Beamten vortrefflich und wird als Beweis angeführt, wie doch die preußischen Zustände die sichersten und zufriedenstellendsten in Europa wären.“

Aus einem Brief von 1839:

  • „Mit der Überzeugung, daß, wenn ich Zeit und geistige Anstrengung ganz den Geschäften widmete, mein Vermögen wahrscheinlich jetzt das doppelte betragen würde, arbeite ich viel in allgemeinen Angelegenheiten. Ich erachte Vermögen nur als Mittel, nicht Zweck. Dieses Mittel bringt Unabhängigkeit, Beruhigung für die Lebensdauer und die Fähigkeit, den Kindern eine gute Erziehung mitzugeben und außerdem nützliche Ausgaben machen zu können.“

Werke

Weblinks

Literatur

  • Walther Däbritz: David Hansemann und Adolph von Hansemann. Scherpe, Krefeld 1954
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort David_Hansemann, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen