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Das ist unser Manifest
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Das ist unser Manifest ist ein Text von Wolfgang Borchert (1921-1947) und handelt von dem Leben aus der Sicht des lyrischen Ichs in der Nachkriegszeit.
Inhaltsangabe
Das übergeordnete Thema ist die Nachkriegszeit. Als erstes ist das lyrische Ich froh, dass der Krieg vorüber ist, gleichzeitig aber auch skeptisch, ob man sich alleine zurechtfindet.
Die gewonnene Freiheit wird im Jazz wieder gespiegelt. Der Jazz gibt die Hoffnung auf Neues, auf Gemeinsames und vor allem auf neue positive Erfahrungen. Das Thema Literatur wird in dem Text so eingebracht, indem gesagt wird, dass Grammatik für die Nachkriegsliteratur unwichtig ist. Mann soll nichts schön reden, sondern das Geschehene so darstellen, wie es war. Zum Ende hin wird gesagt, dass die Angst und die Bilder aus dem Krieg immer im Gedächtnis bleiben werden.
Analyse und Interpretation
Der Text ist aus kurzen, prägnanten Sätzen und Hypotaxen aufgebaut, zwischen denen sich auch rhetorische Fragen erkennen lassen. Bindestriche und Doppelpunkte untergliedern den Text zusätzlich und lassen zusammen mit den häufigen Aufzählungen eine hektische Sprachrhythmik entstehen. Durch die Verwendung vieler Adjektive und Wortwiederholungen, wie z.B. „lila“, welches regelmäßig im Text auftritt, erfolgt eine dramatische Zuspitzung.
- Jazz und Literatur im Vergleich
- Der Erzähler nimmt nach gut ¼ des Textes nach Übergängen von Marschieren und Singen Bezug auf den Jazz. Dieser Bezug ist bei genauerem Hinsehen ein wichtiger Abschnitt der Analyse und Interpretation.
Bei dem Jazz handelt es sich um eine Musikrichtung, in der, kurz gesagt, das Oberthema in Form eines Grundrhythmus vorgegeben wird, der Musiker trotz allem seine musikalische Freiheit besitzt, seinen Teil zu improvisieren.
Dieser Grundrhythmus findet sich im Text auch wieder. Hier sind es kurze aufeinander folgende Sätze.
Auch die genannte Improvisation findet sich im Text. Nach dem Krieg, in dem er und seine Kameraden geordnet, in Gruppen streng nach Vorschrift lebten, beginnt nun eine Zeit der völligen Freiheit. Diese Freiheit ist nun selbst zu gestalten und zu leben, eine Art Improvisation, wenn man bedenkt, dass vorher alles von vornherein geregelt war.
- "Für Semikolons haben wir keine Zeit"
- Dieser charakteristische Satz unterstreicht den Leitgedanken des Textes und soll die Lebenseinstellung der jungen Nachkriegsgeneration darstellen. Diese jungen Leute, die Wolfgang Borchert vertritt, möchten einfach nur Leben nach dem harten und blutigen Krieg.
- Dieser charakteristische Satz unterstreicht den Leitgedanken des Textes und soll die Lebenseinstellung der jungen Nachkriegsgeneration darstellen. Diese jungen Leute, die Wolfgang Borchert vertritt, möchten einfach nur Leben nach dem harten und blutigen Krieg.
Er will jetzt keine Zeit verschwenden und auch nicht ihre Entscheidungen abwägen, sondern er möchte einfach nur das tun, wozu sie Lust haben.
Das Leben genießen. Dies bezieht Wolfgang Borchert auf Semikolons, die nicht für die Lebenseinstellung der jungen Nachkriegsgeneration stehen. Durch Semikolons werden Aussagen in einem Satz relativiert oder eine Zusatzinformation gegeben. Das möchte man nicht mehr. Es sollen klare Aussagen gemacht werden, Semikolons aber machen den Satz länger und die Aussage wird komplexer. Das verbraucht nur unnötig Zeit, da man sich auf das Wichtige konzentrieren soll, dass heißt auf das Leben bezogen, soll man einfach sein Leben leben ohne seine Entscheidungen abzuwägen.
Literatur
- Wolfgang Borchert: Das Gesamtwerk. ... Das ist unser Manifest. Rowohlt, Reinbek 2001, ISBN 3-498-09027-5
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