Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Daniel Sanders
Aus Kefk.
Daniel (Hendel) Sanders (* 12. November 1819 in Strelitz - † 11. März 1897 in Strelitz) war ein deutscher Lexikograph und Sprachforscher.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Sanders war zweiter Sohn des jüdischen Kaufmanns Hendel Sanders und dessen Ehefrau Amalie. Er besuchte zunächst die jüdische Freischule in Strelitz, dann das Gymnasium Carolinum in Neustrelitz. In Berlin studierte er Mathematik und Philologie. In Halle (Saale) wurde er 1842 promoviert. Im gleichen Jahr wurde er als Oberlehrer an der jüdischen Freischule in Strelitz angestellt.
In der 1848er Reformbewegung zählte Daniel Sanders schnell zu den Demokratenführern im (Teil-) Herzogtum Mecklenburg-Strelitz. Er war 1848 Redakteur des "Wendischen Boten" und der "Blätter für freies Volksthum", dem Sprachrohr des Neustrelitzer Reformvereins. 1850 findet man ihn unter den eingeladenen/einzuladenden Mecklenburgern zum Braunschweiger Demokratenkongreß, an dem er aber schließlich nicht teilnahm. Nachdem 1852 seine Schule wegen ihrer demokratischen Ausrichtung geschlossen worden war, betätigte er sich als Privatgelehrter, Sprachforscher, Wörterbuchschreiber und Publizist.
Sanders Hauptwerk ist sein Wörterbuch der deutschen Sprache mit Belegen von Luther bis auf die Gegenwart. Bekannt wurde er ferner durch seine heftige, in vielem berechtigte Kritik am romantisch-deutschtümelnden Wörterbuchprojekt der Brüder Grimm, das er „in seiner ganzen Anlage und großentheils auch in seiner Ausführung durchaus verfehlt“ nannte. Auf der 1. Orthographischen Konferenz 1876 und in der anschließenden öffentlichen Auseinandersetzung vertrat Sanders eine liberale, am Sprachgebrauch orientierte Auffassung der Rechtschreibung. In bedeutungsunterscheidenden Doppelformen (z. B. Waise gegen Weise) sah er das Ergebnis eines „berechtigten Verdeutlichungsstrebens“.
Sanders, der 1877 vom Strelitzer Großherzog zum Professor und 1889 von seiner Vaterstadt Strelitz zum Ehrenbürger ernannt worden war, lebt nicht zuletzt in dem nach ihm benannten größten deutsch-englischen Wörterbuch Muret-Sanders fort. Er zählt neben den Brüdern Grimm zu den bedeutendsten deutschen Lexikographen des 19. Jahrhunderts.
Seit einigen Jahren verleiht der Landkreis Mecklenburg-Strelitz den Daniel-Sanders-Sprachpreis für Schülerinnen und Schüler. Dieser ist mit 500 Euro dotiert.
Werke
- 1844 Das Volksleben der Neugriechen
- 1852/53 Das deutsche Wörterbuch von Jakob Grimm und Wilhelm Grimm kritisch beleuchtet, Hamburg
- 1859/65 Wörterbuch der deutschen Sprache
- 1869 Handwörterbuch der deutschen Sprache
- 1871 Wörterbuch deutscher Synonymen
- 1871 Fremdwörterbuch
- 1873 Deutscher Sprachschatz
- 1874 Orthographisches Wörterbuch
- 1878 Aus den besten Lebensstunden. Eigenes und Angeeignetes
- 1879 Geschichte der deutschen Sprache und Litteratur bis zu Goethes Tod
- 1881 Griechische Grammatik
- 1884 Geschichte der neugriechischen Literatur
- 1888 Das Hohe Lied Salomonis
- 1889 Großes deutsch-englisches Wörterbuch
- Wörterbuch der Hauptschwierigkeiten in der deutschen Sprache
Literatur
- Ulrike Haß-Zumkehr: Daniel Sanders. Aufgeklärte Germanistik im 19. Jahrhundert. de Gruyter, Berlin u. New York 1995 (Studia linguistica Germanica 35) ISBN 3-11-014331-3
Weblinks
- Literatur von und über Daniel Sanders im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur über Daniel Sanders in der Landesbibliographie M-V
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Daniel_Sanders, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
- Daniel Sanders. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 53, S. 705.
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Daniel_Sanders, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sanders, Daniel |
| KURZBESCHREIBUNG | Lexikograph und Autor |
| GEBURTSDATUM | 12. November 1819 |
| GEBURTSORT | Strelitz Alt |
| STERBEDATUM | 11. März 1897 |
| STERBEORT | Strelitz (Alt) |
Kategorien: Wikipedia | Mann | Deutscher | Autor | Lexikograf | Geboren 1819 | Gestorben 1897
