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Daguerreotypie

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Als Daguerreotypie wird ein fotografisches Verfahren des 19. Jahrhunderts bezeichnet, das nach dem französischen Maler Louis Daguerre benannt wurde. Das Verfahren wurde von Daguerre und Joseph Nicéphore Niepce zwischen 1835 und 1839 aus Niepces Heliographie entwickelt. Daguerreotypie ist, wenn das Bild bei der Aufnahme nicht mit einem Spiegel umgelenkt wird, die Abbildung seitenverkehrt dargestellt und eigentlich ein Negativ ist. Je nach Lichteinfall sieht man sie negativ oder positiv, weshalb sie auch als Schein-Positiv bezeichnet wird.

Verfahren

Bild:Daguerro B.jpg
Beispiel für eine Daguerreotypie: Porträt einer unbekannten Amerikanerin, ca. 1850

Für die Herstellung einer Daguerreotypie verwendet man Silberplatten oder versilberte Kupferplatten, die poliert, mit Iod- oder Bromdämpfen sensibilisiert und dadurch lichtempfindlich gemacht werden (es bildet sich an der Oberfläche Silberiodid bzw -bromid). Die so vorbereiteten Platten werden in einer Kamera eine längere Zeit belichtet und anschließend mit Hilfe von Quecksilberdämpfen entwickelt. Danach wird das fotografische Bild entweder in einer heißen Kochsalzlösung oder - bei Raumtemperatur - in einer Natriumthiosulfatlösung fixiert und kann anschließend als Foto betrachtet werden. Dieses Foto ist ein Unikat, bleibt mit dem metallischen Schichtträger, der Kupferplatte, verbunden und kann nicht wie beim erst später erfundenen Negativ-Positiv-Verfahren vervielfältigt werden.

Die dünne, mit Silberhalogeniden beschichtete, lichtempfindliche Schicht auf der Plattenoberfläche muss vor der Herstellung des Fotos im Dunkeln aufbewahrt werden. Zur Belichtung setzt man diese Schicht an der Rückseite eines Fotoapparates dem durch das Objektiv der Kamera einfallenden Licht aus. Dabei wird das Silberhalogenid zu metallischem Silber reduziert. Nach der Entwicklung und Fixierung entsteht ein positives, jedoch seitenverkehrtes Bild aus schwärzlichem Silber, das nur dann als Foto optimal zu erkennen ist, wenn das Licht in einem ganz bestimmten Winkel auf die Platte einfällt. Bei einem anderen Einfallswinkel des Lichtes hat man eher den Eindruck eines Negativs. Die Daguerreotypie liefert ein positives Bild von großer Feinheit, aber starkem Spiegelglanz, ein Bild, welches jedoch nur auf dem gleichen umständlichen Weg der Kamera-Aufnahme eine Kopie gestattet. Dieser Prozess wurde verdrängt durch das Negativ-Verfahren Talbots, aus welchem sich später das Kollodiumverfahren entwickelte.

Zu beachten ist, dass die Oberfläche einer echten Daguerreotypie nicht wischfest ist, weshalb man es vermeiden sollte, sie mit den Fingern zu berühren.

Kameras für das Daguerreotypie-Verfahren wurden bereits 1839 von der Firma Susse Frères und später von Daguerres Schwager Giroux in Serie hergestellt.

Literatur

  • Fritz Kempe: Photographie zwischen Daguerreotypie und Kunstphotographie (Bilderhefte des Museums für Kunst und Gewerbe; Nr. 14), Hamburg: Museum für Kunst und Gewerbe 1977/87
  • Jochen Voigt: Der gefrorene Augenblick. Daguerreotypie in Sachsen 1839-1860, Chemnitz 2004

Weblinks

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Daguerreotypie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Daguerreotypie – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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