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Dagobert I.

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Dagobert I., genannt Dagobert der Gute (* um 608/610; † 19. Januar 638/639 in Epinay-sur-Seine), war seit 623 Unterkönig in Austrasien und seit 629 König der Franken. Er war Sohn von König Chlothar II. und der letzte wirklich regierende und bedeutende Merowinger.

Bild:Dagobert1.JPG
Portrait von Dagobert I. aus dem 17. Jahrhundert

Seine Berater waren der Hausmeier Pippin der Ältere, der Stammvater der Pippiniden, und der Bischof Arnulf von Metz, der Stammvater der Karolinger. Ab 632 hatte er Burgund und Aquitanien unter seiner Herrschaft. Er war der mächtigste der merowingischen Könige und der meist respektierte westliche Herrscher seiner Zeit. Dagobert war viermal verheiratet.

Als König machte Dagobert Paris zu seiner Residenz, während sich die Verwaltung noch immer teils am spätantiken römischen Verwaltungsmuster orientierte. Während seiner Herrschaft errichtete er die Burg Meersburg in Meersburg am Bodensee („Dagobertsturm“). Der sehr religiöse Dagobert war auch verantwortlich für den Bau der Basilika Saint-Denis beim Benediktinerkloster nördlich von Paris.

Dagobert war außenpolitisch teils durchaus erfolgreich. Der oströmische Kaiser Herakleios hatte Kontakt zu Dagobert aufgenommen, und wohl auf oströmische Initiative hin kam es auch im Merowingerreich zu Zwangstaufen von Juden. Im Südwesten gelang Dagobert ein erfolgreicher Feldzug gegen die Basken, auch der Herzog der Bretagne, Judicael, unterwarf sich. Andererseits musste Dagobert auch mehrere Niederlagen einstecken, wie gegen die Thüringer und die Sachsen, ebenso wie gegen die Slawen (siehe Slawenaufstand des Samo). Ein daraufhin mit den Sachsen abgeschlossenes Bündnis brachte nicht die erhoffte Entlastung, ebenso wenig wie ein Bündnis mit den Langobarden. Diese Fehlschläge sorgten dafür, dass er bei Teilen des fränkischen Adels in die Kritik geriet. Daraufhin musste Dagobert 633 seinen erst dreijährigen Sohn Sigibert III. zum Unterkönig von Austrasien erheben.

Dagobert I. heiratete vier Mal:

  1. 625, geschieden 629, Gomatrud, Schwester der Sigihild, der dritten Ehefrau seines Vaters;
  2. 629 Nantechild, † 642, begraben in St. Denis, Schwester des Landegisel;
  3. Wulfegundis, regina;
  4. Berchildis, regina.

Von Nantechild hatte er sein einziges eheliches Kind, den späteren König Chlodwig II. (634-657). Mit Ragnetrud, der Nichte Nantechildes, hatte er vier Jahre zuvor außerehelich einen weiteren Sohn, den späteren König Sigibert III. (630-656).

Nach Dagoberts Tod wurde sein Königreich nach fränkischer Sitte zwischen seinen beiden Söhnen aufgeteilt (der Plan sollte auch den Bedenken des neustrischen Adels gegen eine Bevormudnung aus Austrasien Rechnung tragen). Sigibert III. erhielt Austrasien (Residenz Metz), der jüngere Chlodwig II. Neustrien und Frankoburgund (Residenz Paris). Das dezentralisierte Gebiet verfiel dann aufgrund einer Reihe schwacher und inkompetenter Herrscher. Währenddessen konnten die alten Adelsfamilien immer mehr Macht gewinnen und die Kontrolle über das Land übernehmen. Die bedeutendste dieser Familien waren die Karolinger.

Dagobert war der erste fränkische König, der in der königlichen Grablege von St. Denis begraben wurde. In den Volkssagen wird Dagobert I. als „der gute König Dagobert“ beschrieben. Das gleichnamige Lied, „Le bon roi Dagobert“, stammt aber wahrscheinlich aus der Zeit der französischen Revolution.

Mit Dagobert I. ist auch die Sage um Notburga_von_Hochhausen verknüpft

Literatur

  • Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. Stuttgart (Kohlhammer) 2001, Broschiert, ISBN 3170170449
  • Patrick J. Geary: Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen, München 2003.
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