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DISG

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Das DISG-Persönlichkeits-Profil ist ein kommerzielles Verfahren zur Persönlichkeitsbeschreibung. Es basiert auf einem Modell zur Beschreibung menschlichen Verhaltens nach John G. Geier. Ziel ist die standardisierte Erfassung des Selbstbildes einer Person in Hinblick auf relevante Verhaltenstendenzen und -präferenzen in einer bestimmten Situation. Es ist als Selbstanalysetool für beruflichen so wie außerberuflichen Kontext gedacht. Die Erkenntnisse sollen Menschen dabei helfen, sich selbst bzw. eigenes Verhalten besser zu verstehen und die Kommunikation bzw. Zusammenarbeit mit anderen zu optimieren. Trotz einer gewissen Verbreitung in der Praxis wird es aus wissenschaftlicher Sicht kritisiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die dem DISG Persönlichkeitsprofil zugrunde liegende Theorie beruht auf der Arbeit des Psychologen William Moulton Marston (1930, Emotion of Normal People). Der Verhaltenspsychologe John Geier (Universität Minnesota) entwickelte auf der Basis von Marstons Arbeit das psychologische Modell zur Erklärung menschlichen Verhaltens. Daraus entstand dann ein Profil mit Fragebogen zur Selbstauswertung und mit sieben Interpretationsmöglichkeiten. In das heutige DISG Modell flossen außerdem theoretische Grundsätze von Erich Fromm (nonproduktive versus produktive Charaktere), Alfred Adler (Konzept der Kompensation) und Martin Fishbein (Einstellungsforschung) mit ein.

Modell

DISG steht für die 4 Grundverhaltenstendenzen:

  • D = Dominant
  • I = Initiativ
  • S = Stetig
  • G = Gewissenhaft

Nach dem DISG Modell ist die Persönlichkeit eine Funktion einer Wahrnehmung und Reaktion einer Person auf die jeweilige Lebenssituation. Das DISG Persönlichkeitsprofil diagnostiziert bestimmte Ausprägungen von Verhaltenstendenzen einer Person anhand der Zuordnung des eigenen Profils der Quadranten (nach der grafischen Darstellung oben). Aus den vier grundlegenden Verhaltensdimensionen ergeben sich unter der Berücksichtigung der unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten insgesamt 20 verschiedene Mischformen (ausgeprägte primäre und sekundäre Verhaltenstendenzen).

Aufbau

Das Testverfahren ist sowohl in einer Papier- als auch einer Onlineversion (in 27 Weltsprachen) verfügbar. Das DISG Testheft besteht aus zwei getrennten Antwortbögen mit je 24 Wortgruppen (für „am ehesten“ und für „am wenigsten“). die Person entscheidet anhand einer ipsativen Skalierung für einen Kurzsatz bzw. einen Begriff. Die Durchführung des DISG Persönlichkeitsprofils ist sowohl in der Papier- als auch in der Onlineversion einfach und zeitökonomisch (ca. 8-12 min.). Die Auswertung der Ergebnisse geschieht grafisch in drei Diagrammen (Äußeres Selbstbild, Inneres Selbstbild, Integriertes Selbstbild). Die Verteilung der erzielten Punktzahlen in den drei Diagrammen spiegelt die unterschiedliche Ausprägung persönlichen Verhaltens wider.

Anwendungsbereiche

  • Führungskräfteentwicklung
  • Verkaufsschulung
  • Teamtraining
  • Training und Coaching
  • Personalauswahl

Zusätzlich bietet DISG spezielle auf dem DISC Modell basierte Instrumente: DISG Stellenprofil (zur Erfassung der Verhaltensanforderungen bei einer bestimmten Arbeitsstelle), das DISG Teenprofil (zur Beschreibung der Verhaltenspräferenzen von Teenager zwischen 12 und 18 Jahren), EIQ (als eignungsdiagnostisches Verfahren zur Untersuchung der Verhaltensleistungsbereiche einer Person).

Reliabilität

Die Ergebnisse der Reliabilitätsstudie zeigen gute bis sehr gute interne Konsistenzen auf (zwischen. 87 und. 95). Die zeitliche Stabilität des Verfahrens wurde nach einem Zeitraum von 4 Wochen untersucht und bestätigt (für die Skalen „am ehesten“ von. 78 -. 87, für die Skalen „am wenigsten“ von. 66-.82).

Validitätsbelege

Das DISG Persönlichkeitsprofil wird fortlaufend auf seine Validität und andere psychologische Gütekriterien untersucht. Es liegen gute Validitätsbelege vor. Die Originalfassung des DISG Fragebogens wurde anhand der folgenden Testverfahren untersucht: MBTI, 16PF, API, WAIS; MMPI. Im deutschsprachigen Raum wurde die Konstruktvalidität anhand des NEO-PI-R nachgewiesen. Die Ergebnisse der Korrelationsanalyse zwischen den DISG Verhaltensdimensionen und NEO-PI-R- Skalen Neurotizismus, Extraversion, Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit liegen für verwandte Konstrukte zwischen. 40 und. 68.

Kritik

Obwohl nach Auskunft der Autoren das DISG Persönlichkeitsprofil fortlaufend auf seine Validität und andere psychologische Gütekriterien untersucht wird, wurden entsprechende Ergebnisse bislang nur vereinzelt veröffentlicht. Die Autoren des DISG Persönlichkeitsprofils erheben zwar für das Verfahren Anspruch auf wissenschaftliche Seriosität, haben es bislang jedoch nicht der Überprüfung durch unabhängige Experten unterzogen. Recherchen in deutschsprachigen und Internationalen Fachdatenbanken wie PSYNDEX oder SSCI haben zumindest bis Februar 2007 keine Publikationen in Fachzeitschriften mit Peer-Review-System ergeben. Zum Vergleich: zum NEO-Persönlichkeitsinventar finden sich zum gleichen Stichtag allein in PSYNDEX 20 Zeitschriftenartikel.

Literatur

  • Friedbert Gay: Das DISG-Persönlichkeits-Profil. Gabal, September 2004, ISBN 3897493527

WebLinks

Wikipedia
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