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Cunewalde
Aus Kefk.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Bild:Wappen Cunewalde (Sachsen).png |
| |
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Regierungsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Bautzen | |
| Koordinaten: | Koordinaten: 51° 6′ N, 14° 31′ O51° 6′ N, 14° 31′ O | |
| Höhe: | 315 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,62 km² | |
| Einwohner: | 5453 (30. Aug. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 205 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 02733 | |
| Vorwahl: | 035877 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 2 72 050 | |
| Gemeindegliederung: | 10 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 124 02733 Cunewalde | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas Martolock | |
| Lage der Gemeinde Cunewalde im Landkreis Bautzen | ||
| Bild:Cunewalde in BZ.PNG | ||
Cunewalde (sorb. Kumwałd) ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Bautzen. Es liegt mitten im Lausitzer Bergland zwischen Bautzen und Löbau.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Der Ort Cunewalde liegt im Tal zwischen den Bergzügen des Czorneboh und Hromadnik, sowie des Bieleboh (499 m).
Geschichte
Cunewalde wurde im Jahre 1222 erstmals urkundlich erwähnt. Es gilt als sicher, dass Cunewalde an der bereits im Jahre 1004 bestehenden „Brettstraße“ zwischen Bautzen und Böhmisch-Zwickau (Cvikov) lag.
Die eigentliche Besiedlung vollzog sich im 13. Jahrhundert, als fränkische und thüringische Siedler über Sachsen im Lausitzer Bergland eine neue Heimat suchten. Die Kolonisten kamen in langen Trecks mit all ihren Habseligkeiten. Sie fanden fruchtbare Weiden, kristallklares Wasser und Wälder mit reichem Holzbestand zum Bau ihrer ersten Häuser. Am langgezogenen Dorfbach ließen sie sich nieder, in Richtung der Berge nach Nord und Süd legten sie beiderseits des „Cunewalder Wassers“ ihre Äcker an. Jeder Siedler erhielt einen solchen schmalen Landstreifen (Hufe), der bis zu 2,5 km lang sein konnte. Er reichte vom Gehöft meist bis zum Kamm der granit´nen Berge, Cunewalde wurde so ein typisches Waldhufendorf.
Von kriegerischen Auseinandersetzungen war Cunewalde direkt kaum betroffen. Doch am Rande von Kriegen und Schlachten litt die Einwohnerschaft ebenso. 1631 bis 1633 raffte die Pest die Hälfte der damaligen Bevölkerung dahin. Der siebenjährige Krieg fand 1758 mit der Schlacht bei Hochkirch seinen blutigen Höhepunkt. Der österreichische General Daun nutzte die Cunewalder Talwanne als verdecktes Aufmarschgebiet und überraschte die Preußen mit einem plötzlichen Angriff.
Fast ein halbes Jahrtausend war der Ort ein reines Bauerndorf. Landwirtschaft und Waldrodung sicherten die Existenz der im Steigen begriffenen Zahl der Einwohner. Vor allem nach dem 30jährigen Krieg entwickelte sich das Handwerk. Durch böhmische Exulanten noch unterstützt, fasste die Leineweberei in Cunewalde Fuß. Die „Cunewalder Leimd“ (Leinewand) besaß beachtliche Qualität und besten Ruf weit und breit. In vielen Häusern saßen alt und jung von früh bis spät am Handwebstuhl - der Lohn für ihre Arbeit war karg.
Ende des 19. Jahrhunderts erhielten die Hausweber übermächtige Konkurrenz, es entwickelte sich die Textilindustrie. Cunewalder Unternehmer waren mit die ersten in der Oberlausitz, die größere Websäle errichteten und modernere Technik anschafften. Unter dem Eindruck dieser rasanten Entwicklung musste der Ausbau der Verkehrsverbindungen Schritt halten. Ein besonderer Meilenstein war der Bau der Eisenbahnstrecke Großpostwitz - Cunewalde und nach Obercunewalde (1890). Die Verbindung nach Löbau wurde 1928 hergestellt. Die gesamte Strecke ist 1998 stillgelegt worden.
Cunewalde ist ein Ort, der durch seine geographische Vielfalt viele Besonderheiten bietet. Mit 2661 Hektar ist er einer der größten, durch seine einzigartige Tallage einer der schönsten in der Oberlausitz.
Städtepartnerschaften
- Donges in der Nähe von Saint-Nazaire (Frankreich)
- Gemeinde Schefflenz im Neckar-Odenwald-Kreis
Ortsgliederung
- Albert-Schweitzer-Siedlung
- Bärhäuser
- Cunewalde
- Frühlingsberg
- Halbau
- Klipphausen
- Neudorf
- Schönberg (Jasna Hora)
- Weigsdorf-Köblitz (sorb. Wuhančicy-Koblica)
- Zieglertal
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- In der Gemeinde Cunewalde befindet sich Deutschlands größte evangelische Dorfkirche Deutschlands mit 2632 Sitzplätzen. Es ist außerdem das längste Straßendorf Deutschlands mit einer Gesamtlänge von über 11 Kilometern.
- Auf dem Czorneboh steht der älteste steinerne Aussichtsturm der Oberlausitz, der 1851 erbaut wurde.
- Polenzpark (Schlosspark Cunewalde): 1877 brannte der Gutshof Obercunewalde nieder. An der Stelle der abgebrannten Hofes ließ Julius Curt von Polenz 1880 nach Plänen des königlichen Obergartendirektors des Großen Gartens in Dresden, Hofrat Karl Friedrich Bouchès, den Park im Stil eines englischen Gartens mit kleinen Teichen, geschwungenen Wegen, Wäldchen und Lichtungen anlegen. Im Polenzpark steht auch der Gedenkstein für den Schriftsteller Wilhelm von Polenz (1861-1903) - ein großer Granitblock mit einem Kupferrelief.
Sport
- Im Ortsteil Weigsdorf-Köblitz befindet sich mit der Rennstrecke „Am Matschenberg“ eine Motorsport-Anlage, auf der Läufe zur Deutschen Autocross- und Deutschen Rallycross-Meisterschaft des DMSB ausgetragen werden.
Persönlichkeiten
- Wilhelm von Polenz, Schriftsteller
Literatur
- Alexander Fischer: Verblaßter Glanz einer Parkschöpfung. Schloßpark Cunewalde; in: Ernst Panse (Hg.): Parkführer durch die Oberlausitz; Lusatia Verlag: Bautzen 1999; S. 195-199; ISBN 3-929091-56-9.
Weblinks
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