Compiz

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Compiz
Bild:Linux3ddesktop.png
Cube-Ansicht der Desktops
Basisdaten
Entwickler: David Reveman, Matthias Hopf, Dave Arlie, Adam Jackson, Jon Smirl
Aktuelle Version: 0.5.0
(7. April 2007)
Betriebssystem: UNIX-ähnlich
Kategorie: Fenstermanager
Lizenz: MIT-Lizenz
Website: www.go-compiz.org

Compiz ist ein ursprünglich von Novell entwickelter Composition- und Windowmanager, der den durch OpenGL beschleunigten X-Server Xgl oder die OpenGL-beschleunigte X-Erweiterung AIGLX verwendet. Er wird häufig genutzt, um zu demonstrieren, welche (grafischen) Möglichkeiten Xgl und AIGLX bieten und wohin der Unix-Desktop sich in Zukunft entwickeln wird.

Inhaltsverzeichnis

Besonderheiten von Compiz

Im Gegensatz zu anderen Composition-Managern ist Compiz nicht nur ein solcher, sondern gleichzeitig auch Windowmanager, d. h. er kümmert sich also auch um das Zeichnen von Fensterrahmen, Titelleisten, Minimier- und Maximierschaltflächen etc.

Da Compiz dem ICCCM-Standard entspricht, kann es hierzu den Windowmanager der Desktopumgebung, die auf einem entsprechenden X-Server gestartet wird (wie beispielsweise Metacity bei Gnome oder KWin bei KDE) ersetzen.

Compiz ist außerdem modular aufgebaut. Alle Effekte, aber auch grundlegende Dinge wie die Möglichkeit, Fenster zu verschieben oder ihre Größe zu ändern, sind als Plugins realisiert. Hierdurch ist Compiz leicht erweiterbar.

Compiz liefert passende Windowmanager-Daemons derzeit für Gnome und KDE mit. Diese sorgen für das korrekte Darstellen von Fensterrahmen, Titelleisten und ähnlichen Elementen in diesen Desktop-Umgebungen beim Einsatz von Compiz.

Verfügbare Plugins

  • cube – Platziert vier virtuelle Desktops auf den Seitenflächen eines Würfels, der dreidimensional dargestellt wird und per Tastenkombination gedreht werden kann.
  • dbus – Ein Backend für D-Bus.
  • decoration – Verziert Fenster mit Titelleisten, Rahmen und Buttons (Minimieren, Maximieren, Schließen).
  • fade – Lässt Fenster beim Öffnen einblenden und beim Schließen ausblenden.
  • gconf – Die Einstellungen werden über GConf verwaltet.
  • minimize – Animiert das Minimieren und Maximieren von Fenstern.
  • move – Erlaubt das Verschieben von Fenstern per Tastendruck-Mauskombination.
  • place – Verschiebt die offenen Fenster so, dass sie sich nicht mehr überschneiden und sorgt so für Übersichtlichkeit in sehr „vollen“ Desktops.
  • plane – Stellt Fenster auf einer Ebene dar.
  • resize – Ermöglicht das Verkleinern und Vergrößern von Fenstern.
  • rotate – Erlaubt das freie Drehen des mit cube erstellten Würfels mit der Maus.
  • scale – Gibt eine Übersicht über alle geöffneten Fenster. Diese Funktion gleicht „Exposé“ bei Mac OS X.
  • screenshot – Ermöglicht es, einen Bereich des dargestellten Bildes mit der Maus auszuwählen, der anschließend als Grafik auf dem Desktop abgelegt wird.
  • switcher – „ALT+Tab“-Fensterwähler mit Live-Miniaturansicht der Fenster.
  • water – Erlaubt es, den Mauszeiger Wellen auf dem Monitor ziehen zu lassen, oder es regnen zu lassen.
  • wobbly – Führt dazu, dass Fenster sich beim Verschieben verformen – in etwa so, als bestünde das Fenster aus einem Stück Stoff.
  • zoom – Zoomt auf Tastendruck in mehreren Zoomstufen in den Desktop hinein. Dies ist eine unter Barrierefreiheitsaspekten interessante Funktion.

Versionsnummerierung und Status

Compiz liegt zur Zeit in den Versionen 0.4.0 und 0.5.0 vor. Dieses System der Nummerierung der verschiedenen Versionen wurde nach der Wiedervereinigung von Beryl und Compiz eingeführt um den jeweils stabilen und experimentellen Part der Software besser unterscheiden zu können. Version 0.4.0 ist somit für die Einpflegung in diverse Distributionen geeignet und stellt die stabile Grundlage des Programms dar, während in 0.5.0 unter Anderem neue Features bzw. wenig getesteter Code zu finden sind.

Konfiguration

Die Konfiguration von Compiz bzw. seiner zahlreichen Plugins lässt sich über mehrere Tools vornehmen:

  • Die Standardmethode ist die Konfiguration über csm (Compiz Settings Manager)
  • Sofern Compiz mit dem Plugin gconf gestartet wird, lassen sich alle Einstellungen direkt über gconf-editor vornehmen
  • Nicht mehr weiterentwickelt wird gset-compiz, das eine ähnlich zu bedienende Konfigurationsmöglichkeit wie csm bietet

Bilder von einigen Compiz-Plugins

Ähnliche Projekte

Beryl war ein Compiz-Fork der entstand, nachdem einige Entwickler einen eigenen Entwicklungszweig namens compiz-quinn erstellten, welcher immer größere Änderungen aufnahm. Seit Ende März 2007 gab es verstärkt Anstrengungen die beiden Projekte, eventuell unter neuem Namen, wieder zusammenzuführen, was am 6. April 2007 auch in die Tat umgesetzt wurde.

Project Looking Glass ist eine 3D-Benutzeroberfläche, die von Sun Microsystems entwickelt wird, und steht unter der GNU General Public License. Das Projekt will neue Interaktionsmöglichkeiten mit einem Computerdesktop entwickeln und versteht sich als technische Vorausentwicklung für kommende Userinterfaces. Die ausgedehnte Verwendung eines dreidimensionalen Desktops ermöglicht es beispielsweise, Notizen zu Webseiten auf der Rückseite des Browserfensters zu machen. Looking Glass ist ein Open Source-Projekt und wird für Linux und Solaris entwickelt. Es verwendet und erweitert Java 3D.

Mandriva entwickelt Metisse als 3D-Desktop für Linux.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Compiz – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Compiz, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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