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Coming Out (Film)
Aus Kefk.
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Coming Out |
| Originaltitel: | Coming Out |
| Produktionsland: | DDR |
| Erscheinungsjahr: | 1989 |
| Länge (PAL-DVD): | 95 Minuten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Heiner Carow |
| Drehbuch: | Wolfram Witt |
| Musik: | Stefan Carow |
| Kamera: | Martin Schlesinger |
| Schnitt: | Evelyn Carow |
| Besetzung | |
| |
Coming Out ist ein von der DEFA produzierter Spielfilm aus der DDR von 1989.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung
Die Handlung spielt in Ostberlin. Der junge Lehrer Philipp lernt seine Kollegin Tanja nach einem Unfall im Treppenhaus der Schule näher kennen, und die beiden beginnen eine Beziehung. Ein alter Freund Tanjas, Jakob, den sie liebevoll Redford nennt, entpuppt sich als Jugendliebe Philipps. Philipps Eltern hatten die Beziehung beendet, indem sie Jakob einen Zirkelkasten und ein Fahrrad als Entschädigung schenkten. Durch die Wiederbegegnung gerät Philipp in eine Krise, flüchtet in eine Schwulenbar, aus der er schließlich volltrunken von zwei Barbesuchern nach Hause gebracht wird. Einen dieser für ihn anfangs anonymen Helfer, den jungen Matthias, trifft er bald danach vor dem Schauspielhaus wieder und beginnt eine Affäre mit diesem. Philipp muss sich mit seiner eigenen sexuellen Orientierung auseinandersetzen, hat aber nicht die Kraft hierzu. Auf einem Konzert mit dem berühmten Dirigenten Daniel Barenboim im Schauspielhaus kommt es zu einem Eklat, als Matthias auf der Suche nach Philipp mit Tanja zusammentrifft. Am Ende kann sich Philipp stolz zu seiner Homosexualität bekennen und riskiert den Affront gegen die Schulleitung.
Der Film war der erste DDR-Film mit schwuler Thematik und der erste, der die latente Ausländerfeindlichkeit offen thematisierte.[1]
Coming Out konnte dank des Einsatzes von Heiner Carow entstehen, der durch den großen Erfolg seiner früheren Filme (wie Die Legende von Paul und Paula) nahezu eine Carte blanche bei der DEFA hatte. Der Film wurde am 9. November 1989 im Ostberliner Kino International uraufgeführt. Das Premierenpublikum bestand auf der Fortsetzung der Vorführung, nachdem die Kinoleitung den Film unterbrochen hatte, um den Fall der Mauer zu verkünden.
Drehorte
Die Eingangssequenz des Films zeigt eine rasante Fahrt durch Prenzlauer Berg (u.a. Kollwitzplatz), Berlin-Mitte (Alexanderplatz) und Friedrichshain. Einige Szenen des Films wurden an tatsächlichen Treffpunkten von Schwulen in der DDR gedreht, dem Märchenbrunnen im Friedrichshain oder in der seit Januar 2000 nicht mehr existierenden Bar Zum Burgfrieden (Wichertstraße 69) in Prenzlauer Berg. Charlotte von Mahlsdorf hat eine kleine Nebenrolle. Das Schulgebäude des Films ist das heutige Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, ein historistisches Gebäude in Pankow mit beeindruckenden Treppenhäusern und Fluren. Die Mitglieder der Schulleitung des Films wurden zum Teil von den damaligen Lehrern der Schule gespielt. Die Wahl dieser Schule war nicht ohne Pikanterie, da etwa zeitgleich zu den Dreharbeiten in der tatsächliche Schule Schüler nach öffentlicher Kritik an den Militärparaden der NVA relegiert wurden (1988).
Kritiken
Wäre das Thema selbst in einer liberalen Gesellschaft schon brisant genug, wird die Dramatik in einem Staat wie die DDR überdeutlich. Die souveräne Inszenierung mit ruhiger Kameraführung, der gefühlvolle Soundtrack und vor allem die beeindruckende Besetzung lassen den Zuschauer die tragische Lage des Lehrers buchstäblich mitfühlen. Selbst die erotischen Szenen sind nicht voyeuristisch... schreibt "new-video.de"[2]
Auszeichnungen
Internationale Filmfestspiele Berlin 1990
- Silberner Bär in der Kategorie Besondere künstlerische Leistung für Heiner Carow
- Teddy Award in der Kategorie Bester Spielfilm
- Goldenen Bären-Nominierung
Nationales Spielfilm-Festival der DDR in Gera 1990
- Nationaler Filmpreis in der Kategorie Beste Regie für Heiner Carow
- Nationaler Filmpreis in der Kategorie Bester Nachwuchsdarsteller für Matthias Freihof
Weitere Preise
Soundtrack
Ein Soundtrack für Coming Out wurde nicht veröffentlicht und der Abspann enthält keinen Hinweis auf die Titel und Interpreten verwendeter Musiksstücke. Der Soundtrack kann also nur durch genaues Hinhören rekonstruiert werden.
Silly - Schlohweißer Tag
Frank Schöbel - Wie ein Stern
Frank Schöbel - Gold in deinen Augen
City - Unter der Haut
Babylon - Dynamit
Chris Doerk - Kariert
Weblinks
Quellen
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