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Comando Subacquei e Incursori
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Das Comando Subacquei e Incursori (COMSUBIN) (auch Raggruppamento Subaquei e Incursori "Teseo Tesei") ist eine Spezialeinheit der italienischen Marine. Sie besteht aus Tauchern und Kommandotruppen. COMSUBIN hat seinen Sitz in der Varignano-Festung bei La Spezia.
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Gliederung
Gruppo Operativo Incursori (GOI)
GOI ist die Bezeichnung der Kommandoeinheit von COMSUBIN. Sie besteht aus 150 bis 200 besonders ausgebildeten Soldaten. Zu den Aufgaben gehören handstreichartige Sabotageaktionen gegen See- und Küstenziele, die Besetzung von Seefahrzeugen und Bohrinseln und sonstige Terrorbekämpfungsoperationen. Die Angehörigen dieser Einheit sind an ihren grünen Baretten zu erkennen, auf denen sich ein Emblem mit einem gekreuzten Schwert und Anker befindet.
Gruppo Operativo Subaquei (GOS)
GOS ist die Bezeichnung der Tauchereinheit von COMSUBIN. Zu den besonderen Aufgaben gehören hier u.a. Rettungseinsätze in großen Tiefen (mit spezieller Ausrüstung bis 300m). Rettungsteams und spezielle Unterwasserfahrzeuge werden für evtl. Unfälle (z.B. U-Boot-Havarie) in ständiger Bereitschaft gehalten. Diese Einheit hat keine offensiven Aufgaben.
Gruppo Navale Speciale (GNS)
Diese Einheit unterhält alle für COMSUBIN unmittelbar notwendigen Seefahrzeuge, darunter die Rettungsschiffe Anteo und Proteo, die Unterstützungsboote für Taucher Alcide Pedretti und Mario Marino, sowie eine Vielzahl kleinerer Boote. Das ehemalige Kriegsschiff Pietro Cavezzale dient den Kommandosoldaten als Übungsschiff.
Gruppo Scuole
Die Ausbildungsgruppe bietet ein breites Spektrum an Lehrgängen an, u.a. auch für die Angehörigen anderer italienischer und ausländischer Spezialeinheiten. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Bereich amphibische Operationen. COMSUBIN-Kommandosoldaten absolvieren im Rahmen ihrer dreijährigen Ausbildung auch Lehrgänge an Luftlande- und Winterkampfschulen. Ausbildungsabschnitte in den Tropen und anderen extremen Klimazonen sind ebenfalls vorgesehen.
Studienstelle
Diese Stelle beobachtet und untersucht neueste Entwicklungen Bereich der Militärtechnik. Sie beschafft und erprobt Material verschiedenster Art und entwickelt und erprobt neue Einsatzmodalitäten.
Geschichte
Der Einsatz von Kleinkampfmitteln und Kampfschwimmern hat in der italienischen Marine eine lange Tradition (die Marinetaucherschule entstand in Genua am 24. Juli 1849). Im Zweiten Weltkrieg operierten die Spezialeinheiten der Marine unter dem Decknamen Xª Flottiglia MAS (10. Schnellbootflottille). Von Juni 1940 bis September 1943 war dieser Verband für die Versenkung oder die schwere Beschädigung von militärische Schiffseinheiten im Umfang von 72.190 Tonnen verantwortlich. Dazu kamen 130.572 Tonnen an zivilem Schiffsraum. Unter den Opfern italienischer Kampfschwimmer befanden sich die britischen Schlachtschiffe HMS Queen Elizabeth und HMS Valiant, der schwere Kreuzer HMS York, die Zerstörer HMS Jervis und HMS Eridge, sowie über 20 Handelsschiffe. Die beiden o.g. Schlachtschiffe waren u.a. das Ziel eines Einsatzes, der im Dezember 1941 von Luigi Durand de la Penne und fünf weiteren Kampfschwimmern als Torpedoreiter im Hafen von Alexandria durchgeführt wurde. Weitere Einsätze dieser oder ähnlicher Art gab es in Malta (hier fand am 27. Juli 1941 der Kampfschwimmer und Marineoffizier Teseo Tesei den Tod), in Gibraltar ("Gamma"-Spezialeinheit vom Tanker Olterra in Algeciras aus) und in Kreta (HMS York). Im Schwarzen Meer operierten italienische Marinespezialeinheiten gegen sowjetische Stützpunkte in Sewastopol und Balaklawa. In der Nähe von Jalta versenkten sie u.a. zwei sowjetische U-Boote (S32 und SHCH 306).
Der Waffenstillstand vom 8. September 1943 führte zu einer traumatischen Spaltung der Xª Flottiglia MAS. In der Spezialeinheit, die unter Junio Valerio Borghese für die faschistische Repubblica Sociale Italiana und für die Deutschen weiterkämpfte, konzentrierten sich überzeugte Faschisten, die auch nach dem Krieg noch eine Rolle in der italienischen Politik spielen sollten. In Tarent entstand gleichzeitig eine unter alliierter Kontrolle operierende Spezialeinheit, die etliche Angriffe auf norditalienische Häfen durchführte (u.a. die schwere Beschädigung des fast fertigen italienischen Flugzeugträgers Aquila). Nach dem Krieg verboten die Alliierten Italien den Unterhalt von Kampfschwimmern und die dazugehörigen Kleinkampfmittel, doch unterhielt man in Venedig jahrelang heimlich eine Kampfschwimmerschule, die im Wesentlichen entsprechend der bewährten früheren Ausbildungsleitlinien weiterarbeitete. Die ehemaligen Angehörigen der aufgelösten Spezialeinheiten firmierten für eine Übergangszeit unter der Bezeichnung "Marinetaucher" und leisteten in den Jahren nach dem Krieg wertvolle Arbeit bei der Minenräumung, der Hebung von Schiffswracks und der Entsorgung aller anderen kriegsbedingten Altlasten in italienischen Häfen.
Nach Aufhebung der militärischen Beschränkungsklauseln verlegte man die Kampfschwimmerschule von Venedig nach La Spezia (Varignano) und gründete 1952 nun auch offiziell wieder eine Spezialeinheit der Marine, die 1960 den offiziellen Namen Raggruppamento Subaquei e Incursori "Teseo Tesei" erhielt. An sie gingen Traditionen und sämtliche Auszeichnungen der Xª Flottiglia MAS. Daneben firmierte diese Einheit auch unter der Bezeichnung COMSUBIN (bis heute im Wappen), die sich sowohl innerhalb der Marine als auch im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt hat.
Angehörige von COMSUBIN nahmen an allen Auslandseinsätzen der italienischen Armee teil darunter an dem Friedenseinsatz in Libanon (1982-1984), an einem Minenräumeinsatz im Roten Meer (1984), an einer Evakuierung von Zivilisten in Ruanda (1994, NEO-Noncombatant Evacuation Operation, zusammen mit Heeresspezialeinheiten), sowie auch an den internationalen Missionen in Somalia, auf dem Balkan, in Osttimor, in Afghanistan, im Irak usw.
COMSUBIN untersteht dem Admiralsstabsschef truppendienstlich unmittelbar, für die Einsatzführung ist das "Kommando für Sonderoperationen" (COFS) des Generalstabs der Streitkräfte verantwortlich.
Weblinks
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