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Columbus (Raumlabor)

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Harmony (2007) – / –
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Bild:ESA Columbus module.jpg
Computerbild des Columbus-Raumlabors

Das Columbus-Raumlabor ist ein Wissenschaftslabor für die Internationale Raumstation (ISS). Es ist der größte Beitrag der ESA zur ISS. Hauptauftragnehmer des Moduls war die EADS Space Transportation (vormals DASA) in Bremen, wo der Endausbau stattfand. Die tragende Struktur, die auf dem MPLM-Design basiert, stammt von Alenia Spazio in Italien.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Labor ist ein zylindrisches Modul, das nur mit dem Space Shuttle transportiert werden kann. Es wird an der Steuerbordseite des Verbindungsknotens Harmony (Node 2) montiert. Die Einstiegsluke befindet sich an dem einen Ende des Zylinders, die meisten Bordcomputer am Steuerbordende. Das Modul enthält zehn so genannte International Standard Payload Racks (ISPRs). Vier Racks befinden sich an der Vorderseite, vier an der Rückseite und zwei an der Decke. Drei ISPRs enthalten Lebenserhaltungs- und Kühlungssysteme. Die übrigen Racks dienen als Lager für Experimente. Vier weitere Nutzlastmodule können extern angebracht werden. Columbus ist kleiner als die anderen Labor-Module der Raumstation (das amerikanische Destiny und das japanische Kibo PM).

Die folgenden ISPRs sollen in Columbus installiert werden:

Externe Nutzlasten (Integration im Orbit):

Spezifikationen

Bild:ISS after completion (as of June 2006).jpg
Simulation der fertiggestellten ISS mit Columbus (als Modul ganz rechts erkennbar)
  • Länge: 6,871 m
  • Externer Durchmesser: 4,477 m (Incl. Mikrometeoriden Schutzschild)
  • Innerer Durchmesser: 4,215 m
  • Raumvolumen: 75 Kubikmeter
  • Masse ohne Payloads: 10.275 kg (Startkonfiguration)
  • Raumvolumen der Payload Racks: 25 Kubikmeter
  • Maximale Masse der Payload Racks: 9.000 kg

Das spezifizierte Startgewicht beträgt 12.775 kg einschl. 2.500 kg Nutzlast. Die maximale, spezifizierte On-Orbit Masse beträgt 21.000 kg einschl. 10.160 kg Nutzlast; die Nutzlast befindet sich zum größten Teil innerhalb des Modules, der andere Teil auf der External Payload Facility (Arbeitsname während der Entwicklung: „Blumenkästen“).

Geschichte

Das Columbus-Programm wurde 1985 von der ESA beschlossen. Es beinhaltete 3 Flugkonfigurationen: eine frei fliegende Experimentalplatform (MTFF = Man Tented Free Flyer), die zur Umkonfiguration und Wartung an die Station andocken sollte, ein Attached Pressurized Module (APM) und eine Plattform auf einem polaren Orbit (PPF). Zu Anfang der Studien wurde auch ein Service Vehicle untersucht, das zum Astronautentransport zwischen Station und MTFF dienen sollte.

Zwecks Kostenminimierung wurden die gleichen Teile (Computer, Druckzylinder usw.) soweit möglich in alle Flugkonfigurationen eingebaut; zur Kostenreduktion der Ersatzteile während der operationellen Phase wurden viele Geräte, die im engen Verbund mit den NASA-Systemen zusammenarbeiten (Intercom, Video), als Common Items vorgesehen.

Wegen der zu hohen Kosten für die Entwicklung und Lieferung der drei Flugkonfigurationen und ihrer Bodengeräte im MBB-ERNO-Angebot im Jahre 1989 (die formell im Angebot erklärten Kosten überstiegen die vorher nur durch Studien abgeschätzten Kosten um mehr als 50 %) und politischen Diskussionen blieb nur das APM übrig und wurde in Columbus umbenannt; die polare Plattform wurde als separater Vertrag abgewickelt. Weiterhin wurde durch ESA die Commonality mit NASA-Geräten reduziert, um mehr europäische Entwicklungen zu fördern. Daher stiegen die Entwicklungskosten und die Möglichkeit identischer Ersatzteile für die gesamte Station wurde reduziert.

Wegen italienischer und französischer Interventionen wurde im Jahre 1994 eine neue Firma Eurocolumbus mit Repräsentanten von DASA, Alenia und Matra mit Hauptsitz in Bremen und Nebensitz in Turin gegründet. Es zeigte sich bald, dass diese Managementstruktur nicht überlebensfähig war und so wurde bereits 1995 das klassische Konzept mit einem Hauptauftragnehmer wiedereingeführt. Dabei wurde die Verantwortung für das Columbus-Gesamtsystem zwischen Italien (Alenia) und Deutschland (DASA) nach dem PICA-Prinzip geteilt. Später stellte sich heraus, dass diese Teilung sowohl den Zeitplan als auch die Kosten des Programmes negativ beeinflusste.

Da das Interesse an externen Experimentieranlagen immer größer wurde, initiierte ESA während der laufenden Entwicklung eine größere Änderung i.e. die Implentierung der External Payload Facility EPF.

Projektmanagement

Das sogenannte PICA - Prinzip (Pre-Integrated COF APM, COF steht für Columbus Orbital Facility, APM für Attached Pressurized Module) definiert die Teilung der technischen Verantwortung für den Systementwurf und die Verifikation des europäischen Raumlabors Columbus zwischen dem Hauptauftragnehmer DASA und Alenia.

Dies ist ein Sonderfall, da normalerweise der Hauptauftragnehmer für ein Raumfahrtprogramm für das gesamte System zuständig ist (wie MBB-ERNO für Spacelab).

Alenias Systemverantwortung beinhaltete auch die Vor-Integration des Flugmodells bis zum Einbau der Verkabelung in Turin und Lieferung des PICA nach Bremen zur Komplettierung durch den Hauptauftragnehmer DASA.

Verantwortungsteilung

DASA / EADS (Hauptauftragnehmer) Alenia (Unterauftragnehmer)
  • Gesamtentwurf und Verifikation
  • Datenverarbeitung (einschließlich Software)
  • Kommunikation
  • Elektrische Energieversorgung
  • Sicherheit/Zuverlässigkeit
  • Nutzlastintegration

Effizienz

Um die komplexen, komplementären Verantwortungen zu regeln, wurden umfangreiche Spezifikationen und ICD's (Interface Control Documents) notwendig. Auftretende Probleme betrafen oft den Verantwortungsbereich der anderen Firma (z.B. notwendige Änderungen der Verkabelung bei Alenia wegen Änderung der Energieversorgung durch die DASA) und erforderten langwierige Verhandlungen zur Lösungsfindung, um den Einfluss auf die jeweiligen Festpreisverträge minimal zu halten.

Durch diese Verantwortungsteilung auf der Systemebene fielen zusätzliche Kosten von bis zu 25 % (geschätzt) an.

Starttermin

Bild:Columbus beluga.jpg
Verladen von Columbus auf dem Flughafen Bremen

Am 2. Mai 2006 erfolgte die offizielle Übergabe des Columbus-Moduls an die ESA. Am 27. Mai wurde das Modul am Flughafen Bremen in einen Airbus Beluga geladen und am Tag darauf begann der Transport zum Kennedy Space Center (KSC) mit Zwischenstopps in Edinburgh, auf Island, Grönland, in Kanada und schließlich im US-Bundesstaat New York. Am 30. Mai traf das Modul am KSC ein.

Die US-Raumfähre Discovery soll das Columbus-Modul auf Flug STS-122 zur ISS bringen. Mit an Bord wird auch der deutsche ESA-Astronaut Hans Schlegel sein. Der Start wird frühestens Oktober 2007 erfolgen. Ein sinnvoller Betrieb ist aber bei der eingeschränkten Besatzung der ISS (die weitgehend mit der Wartung der ISS beschäftigt ist) nicht vor 2009 absehbar (dann soll die Besatzungstärke von jetzt drei auf sechs erhöht werden).

Weblinks

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