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Codex Argenteus

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Bild:Wulfila bibel.jpg
Seite aus dem Codex Argenteus

Der Codex Argenteus [ˈkoːdɛks arˈgɛnteʊs] (lat. codex, „Buch“; argenteus, „aus Silber“) ist der Rest eines Evangeliars in gotischer Sprache, der in der Universitätsbibliothek Carolina Rediviva zu Uppsala aufbewahrt wird. Er ist mit silber- und goldfarbener Tinte auf purpurfarbenes Pergament geschrieben. Darauf bezieht sich der Name „Silbercodex“ und nicht wie fälschlicherweise oft angenommen auf den 1665 hinzugefügten Silbereinband, denn die Bezeichnung Codex Argenteus tauchte bereits 1597 auf.

Der Codex enthält Teile der vier Evangelien als Abschrift der gotischen Bibelübersetzung (Wulfilabibel) des Bischofs Wulfila (lat. Ulfilias) (311–383) und zählt zu den ältesten schriftlichen Zeugnissen einer germanischen Sprache. Der Codex wurde um 500 in Norditalien geschrieben, war vermutlich im Besitz Karls des Großen, wurde in der Benediktinerabtei Essen-Werden aufbewahrt und geriet auf unbekannten Wegen in den Besitz des Kaisers des Heiligen Römisches Reiches Deutscher Nation Rudolfs II., der die Kostbarkeit in der Prager Burg verwahrte.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges fiel der Codex bei der Plünderung Prags schwedischen Truppen in die Hände und gelangte nach einigen Umwegen in den Besitz des schwedischen Reichskanzlers Magnus Gabriel de la Gardie, der zugleich Kanzler der Universität Uppsala war. Dieser schenkte der dortigen Universitätsbibliothek 1669 das Werk, versehen mit dem neu angefertigten Silbereinband. Einzelne Blätter des Codex wurden später im Kloster Bobbio (Lombardei) und im Dom zu Speyer gefunden.

Der Text des Vaterunser ([[Evangelium nach Matthäus

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lautet im Codex Argenteus folgendermaßen:
atta unsar þu ïn himina
weihnai namo þein
qimai þiudi nassus þeins
wairþai wilja þeins
swe ïn himina jah ana airþai
hlaif unsarana þana sin teinan gif uns himma daga
jah aflet uns þatei skulans sijai ma
swaswe jah weis afletam þai skulam unsaraim
jah ni brig gais uns ïn fraistubnjai
ak lau sei uns af þamma ubilin
unte þeina ïst þiudangardi
jah mahs jah wulþus ïn aiwins
amen

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