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Cockerill-Sambre

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Cockerill-Sambre S.A. war ein belgischer Konzern, der sich hauptsächlich mit der Stahlerzeugung- und -veredelung sowie dem Maschinenbau beschäftigte.

Cockerill hatte seinen Sitz in Seraing in der Provinz Lüttich an der Maas mit einem weiteren Standort in Charleroi an der Sambre. Es wurde 1817 durch John Cockerill gegründet. Im Zeitalter der Dampfloks war Cockerill-Sambre berühmt für seine Dampflokomotiven. In den 1920er und 1930er Jahren gab es von Cockerill auch hochwertige Motorräder.

1945 verschmolz Cockerill seinen Konkurrenten Angleur-Athus. 1955 fusionierte Cockerill mit Ougrée-Marihaye und trug seitdem den Namen S.A. Cockerill-Ougrée. Im gleichen Jahr wurde auch Ferblatil integriert. 1961 ging Tolmatil in Cockerill auf. Während der für die Montanindustrie goldenen 1960er Jahre wurden die Hüttenwerke Provindence übernommen, weshalb der Konzern in Cockerill-Ougrée-Providence umfirmierte. 1969 schluckte Cockerill die Pheix Works. 1970 wurde Hope-Longdoz erworben. Damit firmierte der Konzern erneut um und wurde seitdem Cockerill genannt. 1981 vollzog Cockerill eine weitere Großfusion mit Hainaut-Sambre und wechselte deshalb erneut seinen Namen in Cockerill-Sambre S.A.. Dabei entstand der sechstgrößte europäische Stahlkonzern, der 60 % der belgischen Rohstahlkapazität umfasste, an dessen Aktienkapital der belgische Staat zu 80 % beteiligt war. Die Stahlkrise ging auch an Cockerill nicht spurlos vorüber: Zwischen 1960 und 1982 schloss Cockerill fünf Kokereien, 16 Hochöfen, sieben Stahlwerke und 20 Walzstraßen. Hainaut hatte im gleichen Zeitraum drei Kokereien, zehn Hochöfen, sieben Stahlwerke und 23 Walzstraßen außer Betrieb gesetzt. Zusammen mit den Konkurrenten Klöckner-Werke (10 %) und Hoogovens (5%) gründete Cockerill im belgischen Valfil 1979 die seinerzeit modernste und größte Walzdrahtstraße der Welt.

1994 beteiligte sich der Cockerill-Sambre Konzern über seine Tochter Sidmar N.V. in Gent an den Stahlwerke Bremen (seit März 2006 Arcelor Bremen), die es von den Klöckner-Werken übernahm. 1995 stieg Cockerill-Sambre bei der EKO Stahl AG in Eisenhüttenstadt ein.

1998 wurde das Unternehmen von der französischen Usinor-Gruppe gekauft, die seit 2002 im Arcelor-Konzern aufgegangen ist. Arcelor wiederum sieht sich 2006 in eine Übernahmeschlacht verwickelt, die der indisch-niederländische Wettbewerber Mittal Steel Company N.V. betreibt.

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