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Chronometer

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Die Bezeichnung Chronometer (sächlich, umgangssprachlich auch männlich [1], griechisches Neutrum χρονόμετρο, von χρόνος, chrónos, „Zeit“ und μέτρο, métro, „Maß“, „-messer“) steht für besonders präzise Uhren, wie sie als Messgeräte benötigt werden.

Die Entwicklung wurde eingeleitet vom Tischler und autodidaktischen Uhrmacher John Harrison. Die britische Regierung hatte 1714 einen hohen Preis für die Entdeckung einer auf See anwendbaren Methode zur exakten Bestimmung der geographischen Länge ausgesetzt. Harrisons Lösung, eine präzise Uhr, verärgerte zeitgenössische Astronomen und Wissenschafter, die stattdessen nach anderen astronomischen Lösungen (Monddistanz) für das Problem suchten. Verzweifelt versuchte er, die Wirksamkeit seiner Methode zu beweisen. Harrison war letztendlich zwar erfolgreich, sein Modell war aber zu teuer. Eine der Weiterentwicklungen des vierten und letzten Modells Harrisons schuf 1778 der Uhrmacher John Arnold (1736—1799), der 1780 den Begriff Chronometer prägte, um damit sein Instrument zu bewerben.

Umgangssprachlich wird der Begriff Chronometer häufig allgemein für hochwertige und präzise Uhren verwendet. Offiziell darf ein Gerät aber nur dann als Chronometer bezeichnet werden, wenn es von einem Observatorium oder einer offiziellen Gangkontrollstelle in einem standardisierten Messverfahren getestet wurde. Auch heute werden extrem genaue Uhren zur Navigation benötigt. In den Satelliten der Satellitennavigationssysteme befinden sich dafür Atomuhren.

Inhaltsverzeichnis

Chronometerprüfung

Bild:Omega Seamaster Professional Chronometer.jpg
Ein offiziell zertifizierter Chronometer
Als offizieller Chronometer darf sich eine mechanische Uhr nur dann bezeichnen, wenn ihr Uhrwerk eine Prüfung des unabhängigen schweizer Observatoriums Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (C.O.S.C.) bestanden hat.

Diese Prüfung dauert 15 Tage, in denen der Gang des Werks in fünf verschiedenen Lagen bei drei Temperaturen bestimmt wird. Die Prüfungen im Einzelnen:

  • 2 Tage Krone links bei 23 °C
  • 2 Tage Krone oben bei 23 °C
  • 2 Tage Krone unten bei 23 °C
  • 2 Tage Zifferblatt unten bei 23 °C
  • 2 Tage Zifferblatt oben bei 23 °C
  • 1 Tag Zifferblatt oben bei 8 °C
  • 1 Tag Zifferblatt oben bei 23 °C
  • 1 Tag Zifferblatt oben bei 38 °C
  • 2 Tage Krone links bei 23 °C

Alle Prüfungen finden bei ca. 24 % Luftfeuchtigkeit statt. Nach jeweils 24 Stunden wird die Abweichung gemessen, die Werke aufgezogen und neu eingestellt. Am zehnten Tag der Prüfungen werden gegebenenfalls vorhandene Komplikationen, wie z. B. ein Chronograph, eingeschaltet, um deren Verhalten auf die Ganggenauigkeit zu bestimmen.

Nach bestandener Prüfung erhält das Werk ein entsprechendes Zertifikat, das seine Ganggenauigkeit bescheinigt. Es enthält folgende Informationen:

Prüfkriterium Toleranz
Abk. Werk > 20mm Werk < 20mm
mittlerer täglicher Gang M -4 bis +6 sek/Tag -5 bis +8 sek/Tag
mittlere tägliche Gangabweichung V max. 2 sek/Tag max. 3,4 sek/Tag
größte Gangabweichung Vmax max. 5 sek/Tag max. 7 sek/Tag
Differenz zwischen horizontal und vertikal D -6 bis +8 sek/Tag -8 bis +10 sek/Tag
größte Differenz zwischen dem mittleren täglichen Gang und einem der Gänge P max. 10 sek/Tag max. 15 sek/Tag
Primärer Kompensationsfehler (Gangabweichung pro °C) C max. 0,6 sek/°C max. 0,7 sek/°C
Wiederaufnahme des Ganges (Vergleich 1. und 2. Tag mit dem 15. Tag) R max. 5 sek/Tag max. 6 sek/Tag


Erhält das Werk einer Uhr das C.O.S.C.-Zertifikat, so versieht der Hersteller die Uhr üblicherweise mit dem Schriftzug Chronometer.

Ein offizielles Chronometer-Zertifikat
Ein offizielles Chronometer-Zertifikat

Siehe auch

Larcum Kendall, Isochronismus, Uhrenhemmung, Längenproblem

Quellen

  1. http://duden.de/ unter „Duden-Suche“, Eingabe Chronometer

Literatur

  • Sobel, Dava / Andrewes, William J. H.: Längengrad. ISBN 3-442-76106-9
  • Bertele, Hans von: Marine- und Taschenchronometer. Geschichte - Entwicklung - Ausstrahlung. München 1980
  • Schardin, Joachim: Taschenuhren und Seechronometer deutscher, österreichischer und englischer Meister: Sammlungskatalog/Staatlicher Mathematisch-Physikalischer Salon, Dresden/Zwinger. Dresden 1997
  • Davis, Alun C.: Aufstieg und Niedergang der Chronometerherstellung in Großbritannien. In: Alte Uhren, Jg. 4 (1981), 165 - 176.

Weblinks

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Chronometer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Wikipedia
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