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Christkatholische Kirche
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Christkatholische Kirche ist der Name der Alt-Katholischen Kirche in der Schweiz. Mit landesweit rund 13'500 Mitgliedern hat die Christkatholische Kirche in verschiedenen Kantonen den offiziellen Status einer Landeskirche.
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Entstehung
Sie entstand nach 1871 aus dem Protest gegen die Dogmen des Ersten Vatikanischen Konzils. Einer der Protagonisten des Protests war Professor und Nationalrat Walther Munzinger, der schon 1860 über Papsttum und Nationalkirche geschrieben hatte. Er organisierte am 18. September 1871 in Solothurn den ersten schweizerischen Katholikenkongress, der die Keimzelle der Christkatholischen Kirche bildete.
Im Zuge des Schweizer Kulturkampfes wurden in den Kantonen Solothurn, Aargau, Zürich, Basel, Bern und Genf von Rom unabhängige christkatholische Gemeinden gegründet. Diese gaben sich auf einer "Nationalsynode" in Olten am 7. Juni 1876 eine Kirchenverfassung und wählten den Pfarrer Eduard Herzog zum ersten christkatholischen Bischof. Der erste Präsident des christkatholischen Synodalrates war der Aargauer Politiker Augustin Keller.
Während seines langen Episkopats (bis zu seinem Tod im Jahr 1924) leistete Herzog einen wesentlichen Beitrag zur theologischen und organisatorischen Festigung der Christkatholischen Kirche in der Schweiz und engagierte sich für Beziehungen mit anglikanischen, später auch mit orthodoxen Kirchen. Zu seinen Nachfolgern siehe Liste der Schweizer Christkatholischen Bischöfe.
Weitere Entwicklung
Unter Bischof Hans Gerny wurde 1999 in der Christkatholischen Kirche die Frauenordination eingeführt. Gernys Anliegen war, diese Frage in den Kirchen der Utrechter Union zu diskutieren, um zu einer Entscheidung ohne Kirchenspaltung zu kommen.
Theologische Fakultät
Für die Ausbildung von christkatholischen Geistlichen errichtete die Universität Bern am 10. Dezember 1874 eine altkatholische theologische Fakultät. Seit 2001 ist diese als Departement für Christkatholische Theologie in die Christkatholisch- und evangelisch-theologische Fakultät eingegliedert.
Geographische Verteilung
Die stärkste Konzentration an Christkatholiken liegt im aargauischen Bezirk Rheinfelden (22% aller Mitglieder). Dort liegt mit Möhlin auch jene Gemeinde mit dem grössten Anteil an Christkatholiken (13% der Einwohner oder rund 1'100 Menschen). Weitere starke Konzentrationen befinden sich im Raum Olten und Basel. Diese Konzentrationen finden sich vor allem im Bereich des ehemaligen Bistums Konstanz.
"Christkatholisch"
Die Bezeichnung "Christkatholisch" geht auf die Josephinismus genannte kirchliche Reformbewegung unter Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Josephs zurück, der in der Schweiz das bis 1801 österreichische Fricktal prägte, wo es heute mehrere christkatholische Gemeinden gibt. Unter dem Einfluss des Josephinismus, des Febronianismus und seines Lehrers Johann Michael Sailer gab der Konstanzer Bischof Ignaz Heinrich von Wessenberg 1812 in Konstanz ein Christkatholisches Gesang- und Andachtsbuch heraus, durch welches es den Wortgottesdienst mit Lesungen in deutscher Sprache und deutschem Kirchengesang fördern wollte.
Kirchengebäude
Die Bischofskirche der Christkatholiken ist seit 1875 die Kathedrale St. Peter und Paul in Bern. Weitere christkatholische Kirchengebäude sind u.a.:
- Augustinerkirche (Zürich)
- Franziskanerkirche (Solothurn)
- Kirche St. Gallus (Kaiseraugst)
- Kirche St. Leodegar (Möhlin)
- St. Martinskirche (Rheinfelden AG)
- St. Peter und Paul (Bern)
- Predigerkirche (Basel)
Weblinks
- Christkatholische Kirche der Schweiz
- Artikel Christkatholische Kirche im Historischen Lexikon der Schweiz
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- Geschichte des Departements für Christkatholische Theologie an der Universität Bern
- "Christkatholisch zum Mitreden", ein Kurs zur Erwachsenenbildung in der Christkatholischen Kirche der Schweiz
