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Christiaan Tonnis

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Christiaan Tonnis (* 5. Juni 1956 in Saarbrücken) ist ein deutscher Maler, Zeichner und Computerkünstler. Er studierte von 1980-1985 an der HfG Offenbach bei Dieter Lincke und Herbert Heckmann, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

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Ch. Tonnis - William S. Burroughs / Video / 240 x 320 / 1:36 min. / 2006

Tonnis´ Beschäftigung mit Literatur der Psychopathologie und Psychoanalyse spiegelt sich in seinen frühen Arbeiten wider. Nach anfänglicher zeichnerischer Darstellung verschiedener Krankheitsbilder, wie etwa die Katatone Starre oder die so genannte Wochenbett-Psychose, bezieht er eine malerische Position (1986): Auch die nun entstehenden Porträtmalereien von Schriftstellern und Philosophen geben in erster Linie die innere Befindlichkeit der Protagonisten wieder. 2000 näherte sich Tonnis´ Formensprache dem Symbolismus an. Seine seit 2003 entstehenden "Meditations-Bilder" in ihrer Reduktion und leuchtenden Farbigkeit - angeregt durch die Auseinandersetzung mit Tibetischem Totenbuch und Neuem Testament - weisen Tendenzen zur Minimal-Art auf.

2006 wendet sich Tonnis dem Video zu. In kurzen Sequenzen zeigt er z. B. Impressionen über die Schriftsteller William S. Burroughs, Thomas Bernhard und den Lyriker Georg Trakl. Neben diesen eher ernsthaften Arbeiten steht die Serie von "Träumen", "Elektrischen Bildern" und Tieren, die eine teils poppige, teils surreal anmutende Bildersprache aufweisen und oft humorvoll angelegt sind. Es folgt eine Serie von Collagen, auf denen Katzenköpfe - auf Frauenkörper platziert - dem Betrachter traurig oder verträumt entgegenblicken. Auch hier handelt es sich wieder um bestimmte, an Personen festgemachte Porträts. Eine Katze etwa ist mit Virginia Woolf, eine andere mit Jil Sander untertitelt.

Werkdeutung

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Ch. Tonnis - Nr. 8 / Mädchen 50x60 cm / Öl auf Leinwand / 2000

Herbert Heckmann: "Im Blick, den Tonnis festhält, ist immer ein doppelter; er geht nach außen wie nach innen. Und in beiden offenbart er einen Bruch. Dieser Bruch beherrscht das ganze Antlitz des Porträtierten … er weiß, dass der Mensch zwei Gesichter hat … der Prozess des Porträtierens beginnt bei ihm lange vor der Zeichnung, lange vor der Gestaltgebung, lange vor dem Erfassen des Mimischen. Das Bekanntwerden erweist sich als ein äußerst komplexer Vorgang, der noch bei dem fertigen Porträt nicht abgeschlossen ist."

Tonnis: "Ich kann nicht stehen bleiben - alles ist in Bewegung und Veränderung. Ich ändere mich ständig, also ändert sich auch Werk und Technik. Ich arbeite in Serien. Ausgangspunkt ist immer eine CD, die den ganzen Tag läuft und meine Hand führt. Der Kopf steuert parallel die mathematische Struktur. Also apollinisch/dionysisch, ein Drahtseilakt."

Einfache, grundlegende Formen wie das Kreuz oder der Kreis sind der christlichen und buddhistischen Symbolik entlehnt. Vier zu einem Quadrat zusammengefügte Dreiecke symbolisieren die vier Elemente und Jahreszeiten. Elemente, die paarweise, in einer Dreier- oder Vierergruppe etc. angeordnet sind, werden nach dem numerologischen Prinzip bewusst in die Komposition einbezogen. Dieses Prinzip einer numerologischen Verschlüsselung zieht sich durch Tonnis´ gesamtes Werk - von den ersten Bleistiftzeichnungen bis zu den späten Videos: "Ich strukturiere meine Arbeiten musikalisch und mathematisch." In dem Video "Traum Nr. 8" etwa dauert jede Sequenz 14 Sekunden - nach der Addition und Analogie 1 + 4 = 5 = der Hohepriester im Tarot. In dem Multiple "Franz von Assisi" wird der Heilige zu einem violetten Kreuz auf schwarzem Grund abstrahiert. Dem Werk geht stets ein längeres Studium voraus - für diese Arbeit die Rezeption von Biografie und Sonnengesang.

Weblinks

Wikipedia
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