Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Cholinesterase

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Cholinesterase
EC-Nummer 3.1.1.8
Kategorie Hydrolase
Substrate Cholinester
Produkte Cholin + Säurerestion
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Cholinesterase, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Cholinesterasen (ChE, EC ) sind Enzyme, die Cholin-Ester spalten. Sie werden auch als Serum-Cholesterinase, Pseudocholinesterase, Butyrylcholinesterase oder Acylcholin acylhydrolase bezeichnet. Die Enzyme werden in Leberzellen synthetisiert und ins Blutplasma abgegeben. Dort spalten sie Acetylcholin, Butyrylcholin sowie andere Acylcholine oder Thiocholine.

Neben der unspezifischen Cholinesterase findet man im Blut auch Acetylcholinesterase welche nur Acetylcholin (ein Neurotransmitter) spaltet.

Inhaltsverzeichnis

Labordiagnostik

In der Labordiagnostik wird die Aktivität der Cholinesterase aus Heparin-Plasma oder Serum gemessen um den Verlauf von Lebererkrankungen zu überwachen.

Es ist das einzige Enzym in der Labordiagnostik, bei dem tiefe Werte pathologisch und hohe Werte normal sind.

Referenzbereich für Messungen bei 37°C: 4.9 - 12.0 kU/l

Bei einem Patienten mit einer Lebererkrankung bedeutet ein Absinken der Cholinesterase, dass die Syntheseleistung der Leberzellen eingeschränkt ist, d.h. dass die Leber weniger Proteine produziert. Aufgrund der langen biologischen Halbwertszeit von 12-14 Tagen ist die Cholinesterase-Aktivität bei akuten Lebererkrankungen oft im Referenzbereich. Die Bedeutung liegt vor allem beim Verlauf von chronischen Hepatitiden oder bei Leberzirrhose.

Da es verschiedene genetische Varianten dieses Enzyms gibt, die nicht alle gleich aktiv sind, findet man manchmal auch bei gesunden Personen tiefe Cholinesterase-Aktivitäten. Medizinisch relevant ist dies bei Operationen, bei denen Muskelrelaxantien wie Succinyldicholin eingesetzt werden. Diese werden von solchen Personen deutlich langsamer abgebaut, was teilweise zu extrem verlängerter Apnoe führt. Mit Hilfe der Dibucain-Zahl (Cholinesterase-Aktivität nach Hemmung mit Dibucain) kann das abgeklärt werden.

Bei bestimmten Medikamenten (Cholinesterasehemmern) oder bei Insektengiften (wie Physostigmin oder Parathion) wird das Enzym blockiert, weshalb die Aktivität tief ist.

Sogenannte Cholinesterasehemmer kommen in Insektiziden vor.

Zum Beispiel der Wirkstoff Propoxur unter dem Handelsnamen Blattanex der gegen Schaben, Silberfischchen, Ameisen, Wespen und Kellerasseln Hilfe verspricht.

Siehe auch

Literatur

  • Neumeister, Besenthal, Liebrich: Klinikleitfaden Labordiagnostik, München/Jena, Urban&Fischer, 2003 ISBN 3-437-22231-7
  • Lothar Thomas: Labor und Diagnose, Frankfurt/Main, TH-Books, 2005 ISBN 3-980-52155-9

Weblinks

3.1.1.8

Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen