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Chauken
Aus Kefk.
Die Chauken (Aussprache {çaʊkən}, „ch" also wie in „Licht" {liçt} ) waren ein germanischer Stamm, der zwischen Ems und Elbe in den späteren friesischen Siedlungsgebieten lebte. Sie selbst nannten sich „Habukóz", was Falke bedeutet. Sie trugen viele Schmuckstücke in Falkenform oder Federn.
Geschichte
Zuerst schriftlich erwähnt werden die Chauken im 35. Kapitel der Germania von Tacitus. Er erwähnte sie als östliche Nachbarn der Friesen und schilderte sie als wehrhaftes, aber friedliches Volk, das ein großes Gebiet bewohnte und bei seinen Nachbarn hoch angesehen war.
Nach anderen Quellen waren sie jedoch auch als Seeräuber berüchtigt; sie vertrieben auch die Ampsivarier im Jahr 58 aus dem Gebiet der Emsmündung.Da die Chauken Germanicus die Stellung von Hilfstruppen zusagten, wurden sie in die Bundesgenossenschaft mit Rom aufgenommen.
Später beschrieb der römische Chronist Plinius das Volk, das auf künstlich aufgeworfenen Erdhügel im Küstenbereich, den Warften lebte, wie folgt:
- "Gesehen haben wir im Norden die Völkerschaften der Chauken, die die größeren und die kleineren heißen. In großartiger Bewegung ergießt sich dort zweimal im Zeitraum eines jeden Tages und einer jeden Nacht das Meer über eine unendliche Fläche und offenbart einen ewigen Streit der Natur in einer Gegend, in der es zweifelhaft ist, ob sie zum Land oder zum Meer gehört. Dort bewohnt ein beklagenswertes Volk hohe Erdhügel, die mit den Händen nach dem Maß der höchsten Flut errichtet sind. In ihren erbauten Hütten gleichen sie Seefahrern, wenn das Wasser das sie umgebende Land bedeckt, und Schiffbrüchigen, wenn es zurückgewichen ist und ihre Hütten gleich gestrandeten Schiffen allein dort liegen. Von ihren Hütten aus machen sie Jagd auf zurückgebliebene Fische. Ihnen ist es nicht vergönnt, Vieh zu halten wie ihre Nachbarn, ja nicht einmal mit wilden Tieren zu kämpfen, da jedes Buschwerk fehlt. Aus Schilfgras und Binsen flechten sie Stricke, um Netze für die Fischerei daraus zu machen. Und indem sie den mit den Händen ergriffenen Schlamm mehr im Winde als in der Sonne trocknen, erwärmen sie ihre Speise und die vom Nordwind erstarrten Glieder durch Erde." [Gekocht und geheizt wurde also mit Torf.] "Zum Trinken dient ihnen nur Regenwasser, das im Vorhof des Hauses in Gruben gesammelt wird."
Aus Vergleichen der verschiedenen antiken Texte ziehen die Historiker Schlüsse, nach denen die germanischen Stämme eher Zusammenschlüsse denn Familienclans waren. So sollen die Angrivarier später zu einem Teil der Chauken geworden sein. Nach Berichten aus dem 4. Jh. machte das Siedlungsgebiet der Chauken große Teile desjenigen aus, in dem für die selbe Zeit die Sachsen erwähnt wurden. Da es keinerlei Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen zwischen beiden Völkern gibt, wird vermutet, die Chauken seien damals ein Teilstamm der Sachsen gewesen, die späteren Westfalen und Engern umfassend. Ein Teil der Chauken kann auch in der Völkerwanderungszeit in den ursprünglich als Nachbarn genannten Friesen aufgegangen sein.
Siedlungen
Die Chauken wohnten in Einzelhöfen und kleinen Dörfern. Da es damals noch keine Deiche gab, lebten sie in den Marschgebieten zwischen Ems- und Elbmündung teilweise auf künstlich angelegten Hügeln, den Wurten. Die Anfänge einiger dieser Wurten reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, also lange vor der germanischen Besiedelung.
Bei heute noch bestehenden Orten wird oft aus den Namensendungen auf die Gründer geschlossen. Als chaukische Siedlungen gelten Orte mit der Endung „-e(r)ns“ - zum Beispiel Cleverns, Esens, Popens, Wiesens, Ziallerns und andere. Die Namen friesischer Gründungen enden oft auf „-um“ (von „hem“ = „heim“). Beispiele sind: Canum, Loppersum, Pewsum, Werdum, Büsum, Lesum, Lüssum, Rekum und andere mehr.
Literatur
- Tacitus, Germania, Kapitel 35
- Bremer Archäologische Blätter, Beiheft 2/2000 zur gleichnamigen Ausstellung im Focke-Museum: "Siedler, Söldner und Piraten", Chauken und Sachsen im Bremer Raum, © Der Landesarchäologe Bremen, ISSN 0068-0907.
- Ralf G. Jahn: Der Römisch-Germanische Krieg (9–16 n. Chr.). Dissertation Bonn 2001.
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