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Chardonnay

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Der Chardonnay ist eine bekannte, weiße Rebsorte mit hohem Qualitätspotenzial. Synonyme sind Pinot Chardonnay, Beaunois, Morillon, Weißer Clevner und Feinburgunder.

Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird.

Der Chardonnay ist genotypisch nicht verwandt mit den Burgundersorten, auch wenn dies aufgrund der phänotypischen Ähnlichkeit häufig behauptet wird. Er ist keine Burgundersorte, sondern ein Burgundertyp. Eine im Jahr 1998 breit angelegte DNA-Analyse ergab, dass der Chardonnay das Ergebnis einer natürlichen Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc ist. Da die genetischen Unterschiede zwischen Pinot Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir äußerst gering sind, liegt eine genaue Spezifizierung des Pinot-Typs noch nicht vor.

Bild:Chardonnay Avize.jpg
Chardonnay-Traube in der Champagne

Inhaltsverzeichnis

Anbau und Charakter

Weltweit sind ca. 140.000 ha Rebfläche mit Chardonnay bestockt. Damit liegt er in der Rangliste der meist angebauten Rebsorten auf Platz 7 (bezogen auf Erhebungen aus dem Jahr 2001). An das Klima stellt er wenig Ansprüche, sein Anbau ist nicht auf die gemäßigten Bedingungen seiner burgundischen Heimat angewiesen. Der frühe Austrieb macht ihn allerdings für Spätfröste anfällig. Dafür ist er allerdings auch im Herbst früh reif. Er bevorzugt kalkhaltige Böden.

Der Chardonnay gilt wie auch der Riesling als sehr hochwertige Weißweintraube. Sein Wein zeichnet sich vor allem durch Körperreichtum aus. Das Aroma ist weniger charakteristisch als das eines Rieslings oder Gewürztraminers, dafür kann der Chardonnay den Charakter der Weinbergslage gut zum Ausdruck bringen. Bei ungenügender Traubenreife wirkt er jedoch dünn und grasig. Daher besitzt ein guter Chardonnay stets einen verhältnismäßig hohen Alkoholgehalt, 13 % sind nicht selten. Als einer der wenigen Weißweine kann der Chardonnay durchaus vom Ausbau in Eichenfässern profitieren. Typisch ist sein Geschmack nach Walnüssen, zuweilen auch als rauchig bezeichnet. Bei später Lese hat er schon hervorragende Weine mit Edelfäule (Botrytis cinerea) hervorgebracht; insbesondere im Mâconnais, in Rumänien und in Neuseeland.

Die berühmtesten Chardonnay-Weine wachsen auf den kalkhaltigen Böden von Puligny-Montrachet, Meursault, Corton-Charlemagne und Chablis. Die Trauben haben nussige, im Alter leicht petrolige Aromen. Der Erfolg dieser Traube beruht darauf, dass sie auf nahezu jeden Bodentyp ansprechende Qualitäten hervorbringt. Sie treibt früh aus und darf nicht zu spät gelesen werden, weil sonst die Säure absinkt.

Geschichte

Ursprünglich ist er im Burgund beheimatet, wo er nach wie vor die besten Früchte trägt. Im Burgund gibt es eine kleine Gemeinde mit dem Namen Chardonnay, einer von Cardonnacum abgeleiteten Ortsbezeichnung. Unter Cardonnacum versteht man eine Gegend mit zahlreichen Disteln.

Der Chardonnay ist in den letzten Jahren weltweit sehr in Mode gekommen. Diesen Umstand hat er neben seinen geschmacklichen Qualitäten dem Umstand zu verdanken, dass er sehr anpassungsfähig ist und in vielen Anbaugebieten der Welt ansprechende Weine hervorbringt.

Anbaugebiete

Frankreich

In Frankreich sind ca. 35.200 ha mit Chardonnay bepflanzt. So sind etwa die berühmten burgundischen Weißweine von Chablis, Meursault oder Puligny-Montrachet Chardonnay-Weine. Im Champagner ist Chardonnay meist zu über 50 % enthalten, im Blanc-de-Blancs-Champagner sogar zu 100 %. Immer noch stehen ca. 90 % der französischen Chardonnay-Bestände im Burgund und in der Champagne. Die Anbauflächen im Elsass, an der Loire, im Jura und im Midi steigen jedoch stetig an.

Australien

In Australien wird der Chardonnay sehr erfolgreich angebaut. 30.500 ha Fläche (Stand 2005) sprechen für sich. Das Hunter Valley westlich von Newcastle baut neben Shiraz vor allem auch Chardonnay an.

Siehe auch den Artikel Weinbau in Australien.

Vereinigte Staaten von Amerika

Kalifornien ist das weltweit größte Anbaugebiet für Chardonnay. Ca. 44.500 ha Rebland sind mit dieser Rebsorte bepflanzt. Fast die Hälfte der kalifornischen Bestände ist in den Counties Sonoma, Napa sowie Monterey konzentriert. Neben Kalifornien spielen noch die Staaten Oregon und Washington eine bedeutendere Rolle. Dort sind in der Summe ca. 3.200 ha mit Chardonnay bestockt.

Italien

In Italien sind ca. 11.800 ha mit Chardonnay bestockt. Die größten Bestände stehen in den Anbaugebieten Friaul, Südtirol (Alto Adige), Trentino sowie Veneto. Der Anbau von Chardonnay hat insbesondere in Alpennähe Tradition. Bis in die 1980er Jahre liefen diese Weine jedoch unter der Bezeichnung Pinot bianco. 1982 wurde in einer offiziellen landwirtschaftlichen Erhebung nicht ein einziger Hektar Chardonnay erwähnt. 1990 wurden aber schon 6.000 ha festgestellt.

Moldawien

Die Anbaufläche in Moldawien betrug im Jahr 2001 ca. 10.000 ha. In der Zeit als Sowjetrepublik wurde der Großteil der Ernte zu Schaumwein verarbeitet. Mittlerweile werden auch sortenreine Chardonnay-Weine angeboten.

Südafrika

Die Anbaufläche in Südafrika betrug im Jahr 2001 ca. 6.000 ha

Chile

Die Anbaufläche in Chile betrug im Jahr 2001 ca. 4.400 ha

Slowenien

Die Anbaufläche in Slowenien betrug im Jahr 2001 ca. 3.600 ha

Argentinien

Argentinien verfügt laut der Studie von P. Galet über 3.370 ha Chardonnay, überwiegend im Gebiet Mendoza .

Neuseeland

Die neuseeländischen Chardonnays weisen beträchtlich mehr natürliche Säure auf als ihre australischen Nachbarn. Die 2.440 ha große Anpflanzung ergibt somit in der Regel frischere Weine hoher Qualität.

Österreich

Im Weinbaugebiet Südsteiermark wird der Chardonnay Morillon genannt; der Morillon wurde erst in den 1980er Jahren als Chardonnay-Klon erkannt. Der Geschmack des dortigen Chardonnay ist eher fruchtig.

Nach Aussage der Winzer (Schloss Gamlitz) ist der Echte Morillon in der Steiermark fast ausgestorben(Reblausplage), dadurch kam es zum Nachzüchtung durch den Chardonnay. (Der echte steirische Morillon ist früher reif geworden als der Chardonnay und es konnten nur sehr wenige Winzer diese beiden Sorten unterscheiden. In der Wachau nennt man diese Rebsorte gelegentlich auch Feinburgunder – im Gegensatz zu Wien und dem Burgenland.

Deutschland

Die Anbaufläche in Deutschland (Stand: 1. März 2004) umfasst 821 ha (= 0,8 % der Rebfläche).


Synonyme

Arboisier, Arnaison Blanc, Arnoison, Aubaine, Auvergnat Blanc, Auvernas Blanc, Auvernat Blanc, Auxeras oder Auxeras Blanc, Auxerrois Blanc, Auxois Blanc, Bargeois Blanc, Beaunois, Blanc de Champagne, Breisgauer Süßling, Chablis, Chardenay, Chardenei, Chardenet oder Chardennet, Chardonnay Blanc, Chardonnet, Chatenait, Chatey Petit, Chaudenay, Chaudenet, Clävner, Clevner Weiss, Epinette Blanche, Epinette de Champagne, Ericey Blanc, Fehér Burgundi, Fehér Chardonnay, Feinburgunder, Gamay Blanc, Gelber Burgunder, Gelber Weißburgunder, Gentil Blanc, Grosse Bourgogne, Klawner, Klevanjka Biela, Klevner, Lisant, Luisant, Luizannais, Luizant, Luzannois, Mâconnais, Maurillon Blanc, Melon Blanc, Melon d´Arbois, Moreau Blanc, Morillon, Morillon Blanc, Moulon, Noirien Blanc, Obaideh, Petit Chatey, Petite Sainte-Marie, Pineau Blanc Chardonnay, Pino Sardone, Pinot Blanc (dies basiert jedoch auf einer Verwechslung, Pinot Blanc ist Weissburgunder), Pinot Chardonnay, Plant de Tonnerre, Romeret, Rousseau, Roussot, Sardone, Shardonne, Weißer Ruländer.

Abstammung: Pinot x Gouais Blanc

Redensart

Die in den USA verbreitete Abneigung gegen schwülstige und schwere Chardonnay-Weine führte zu dem Begriff ABC-Trinker (Anything but Chardonnay).

Weblinks

Literatur

Wikipedia
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