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Case Management

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Begründung: Wesentliche Inhalte befinden sich im Fallmanagement. Hier ist ein schönes Beispiel für WP:WWNI: Mit einem eierlegenden Wollmilchsauartikel wird ein Essay über die Verbandarbeit eingebracht, allgemein philosophiert, etc., ohne das Lemma zu erklären. Und es stellt sich die Frage: gibt es ein „Case Management“ außerhalb der DGCC? --Kickof 13:52, 27. Apr. 2007 (CEST)

Case Management findet zunehmend Verbreitung in den Bereichen Sozialwesen, Arbeitsförderung und im Gesundheitswesen.

Es umfasst Fallmanagement (konkrete Hilfe im Einzelfall) und Systemmanagement (Weiterentwicklung/Optimierung des Versorgungssystems). Die Übergänge von Systemmanagement zum Care Management sind fließend.

Seit Mitte 1995 existiert die "Deutsche Gesellschaft für Care- und Case Management e.V." (DGCC). In dieser Fachgesellschaft werden Grundlagen zum Thema bearbeitet und z.B. Richtlinien zur Case Management Weiterbildung erarbeitet.

Umfangreiche Informationen zum Thema Case Management finden sich auf der Homepage der Fachgesellschaft unter: http://www.dgcc.de/

In den Vorstand der DGCC wurden am 16.02.2007 folgende Personen gewählt:


Innerhalb der Fachgesellschaft finden sich Fachgruppen für folgende Handlungsfelder:

  • Sozialer Arbeit (Koordination: NN)
  • Gesundheit und Pflege (Koordination: René-Alfons Bostelaar, Pflegedirektor Uniklinik Köln)
  • Arbeitsmarktintegration (Koordination: Dr. Claus Reis, FH Frankfurt/M.)
  • Rehabilitation und Integration von behinderten Menschen (Koordination: Prof. Dr. Michael Wissert, FH Ravensburg-Weingarten)

Die Fachgruppen haben die Aufgabe, Case Management in den jeweiligen Handlungsfeldern inhaltlich und konzeptionell zu bearbeiten und weiter zu entwickeln.


Weiterhin gibt es Arbeitsgruppen zu folgenden Themen:

  • Fort- und Weiterbildung (Koordination: Prof. Ruth Remmel-Faßbender, Kath. Fachhochschule Mainz)
  • Grundlagen (Koordination: Prof. Dr. Hugo Mennemann, Kath. Fachhochschule NRW, Abt. Münster)
  • Forschung (Koordination: Prof. Dr. Claus Reis, FH Frankfurt/M.)
  • Öffentlichkeitsarbeit (Koordination: Prof. Dr. Peter Löcherbach, Kath. Fachhochschule Mainz)

Der Zugang zu diesen Gruppen ist registrierten Mitgliedern vorbehalten.


Inhaltsverzeichnis

Case Management Modelle in der Praxis

(unvollständig)

Case Management in der Arbeitsmarktintegration

Case Management im Gesundheitswesen

Case Management im Krankenhaus


Das Kölner Case Management Modell

Rudolf Pape, René A. Bostelaar

Patientenorientierung, Ökonomisierung, und Organisationsentwicklung in der Uniklinik Köln durch Case Management - Das Kölner Modell


Einführung und Gründe für die Einführung des Case Managements

Die Behandlung und Versorgung von Patienten wird immer komplexer. Neue therapeutische Erkenntnisse führen zu neuen oder ergänzenden Therapieformen. Gleichzeitig werden von der Gesundheitspolitik Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung gefordert. Diese Anforderungen müssen u.a. von den Krankenhäusern unter der sich verschlechternden finanziellen Situation erfüllt werden. Eine Sicherung der Erlöse wird zunehmend komplexer und schwieriger. Dies gilt auch für die Uniklinik Köln, ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit 1.300 Betten. In 21 Fachkliniken werden jährlich ca. 50.000 Patientinnen und Patienten stationär und ca. 250.000 Patienten ambulant/poliklinisch behandelt.

Die Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems (besonders die Bedingung der Budgetabsenkung im Rahmen der Konvergenzphase der DRG) verlangen von jedem Krankenhaus, die Ablauforganisation und die damit verbundenen Prozesse und Strukturen kritisch zu analysieren und an die aktuellen Bedingungen anzupassen. Es gilt finanzielle Verluste in der Patientenversorgung zu reduzieren, bzw. zu vermeiden und Fehlbelegungen abzubauen.

Aus den positiven Erfahrungen in einer anderen Klinik initiierte der Pflegedirektor ein Pilotprojekt zur Einführung des Case Managements, um auf die gesundheitspolitischen Anforderungen angemessen zu reagieren. Die Uniklinik hat sich in der Patientenversorgung folgende Ziele gesetzt, die mit dem Case Management umgesetzt werden sollen.


  • Fehlbelegungen minimieren
  • Bettenauslastung optimieren
  • Verweildauer fallbezogen steuern
  • Doppeluntersuchungen vermeiden
  • Wartezeiten für Patienten minimieren
  • Service für Patienten optimieren
  • Patientenorientierte Versorgung nachhaltig organisieren
  • Zur optimalen Versorgung mit internen und externen Anbietern zusammenarbeiten
  • Koordination und Steuerung von internen Versorgungsleistungen (Systemsteuerung)


Aus dieser Zielsetzung lässt sich ableiten, dass wir nicht nur hausinterne Prozesse und Strukturen optimieren, sondern sektorübergreifend nachstationäre Versorgungsprozesse organisieren und neue Versorgungsnetze entwickeln müssen. Nur so haben wir die Möglichkeit Versorgungslücken zukünftig zu vermeiden. In Köln ist zu dem Zweck der Unterstützung des Case Managements die Überleitungsfirma „Care DienstleistungsCentrum“ CDC als Tochterunternehmen der Unikinik gegründet worden.

Gleichzeitig wird in unserer Zielsetzung die Botschaft zu mehr Patientenorientierung und Dienstleistungsbewusstsein transportiert. Dies erfordert ein radikales Umdenken für alle Beteiligten in der Organisationsgestaltung. Veränderungen müssen in kurzer Zeit umgesetzt und allgemein akzeptiert werden, um am Markt weiterhin bestehen zu können.

Aus unserer Sicht bietet Case Management die Möglichkeit, den beiden Zielen, Wirtschaftlichkeit/Ökonomisierung und Patientenorientierung gleichermaßen gerecht zu werden. Der Begriff Ökonomisierung ist unserer Meinung nach im Case Management zu berücksichtigen, da diese beiden Bereiche sich gegenseitig bedingen. Ohne Ökonomisierung lässt sich Case Management nicht finanzieren und ohne Case Management lässt sich eine Ökonomisierung nur schwer erreichen.


Aufgaben für die Praxis in Anlehnung an den CM-Prozess

Für ein Krankenhaus, das beschließt ein Case Management System aufzubauen, lassen sich aus den theoretischen Anforderungen Aufgaben für die Praxis ableiten. In Anlehnung an die theoretische Phaseneinteilung des Case Management Prozesses werden im Folgenden die Tätigkeiten eines Case Managers in der Praxis des Kölner Modells beschrieben.

Zugangsregelung, Intake, Identifikation und Assessment

In der Case Management Literatur sind die Phasen Intake und Assessment getrennt voneinander aufgeführt.

In unserem Modell sind sie in sinnvoller Weise miteinander verbunden. Grundsätzlich stellt der Arzt die Indikation für eine stationäre Aufnahme. Zusätzlich ist die Zugangsregelung an den Modus der Abrechnung gekoppelt, denn für jede medizinische Leistung muss auch die Finanzierung gesichert sein.

Zur zielführenden und geplanten Versorgung ist es unabdingbar, dass ein Case Manager alle Patienten sieht (Screening), um die Patienten herauszufiltern, die einer individuelle Fallbetreuung bedürfen. Hierzu bespricht der Case Manager die individuellen Problemstellungen und Ressourcen mit dem Patienten/den Angehörigen und kann so frühzeitig und vorausschauend planen und agieren. So wird durch das Screening sichergestellt, dass alle Patienten eine an ihren Bedarf angepasste Fallbetreuung durch den Case Manager erhalten, die eine benötigen.

Aus dem Ergebnis des Assessments und der Bedürfnisformulierung des Patienten gleicht der Case Manager den individuellen Versorgungsbedarf mit dem Angebot der Uniklinik ab und bespricht dies mit dem Patienten. Für die Planung und Organisation des Versorgungsbedarfs im Anschluss an die stationäre Versorgung durch externe Anbieter werden entsprechende externe Schnittstellen (z.B. Pflegedienste, Lieferanten von Hilfsmitteln) bereits zu diesem Zeitpunkt kontaktiert und informiert.

Das Assessment wird in Köln mit dem Assessment-Instrument KAI-BI® (Eigenentwicklung) unterstützt. Der Case Manager gruppiert mit KAI-BI® einen Patienten -abhängig von seinem zu erwartenden Pflegeaufwand- in eine von 5 Pflegeaufwandsgruppen ein. Somit besteht die Möglichkeit einen Patienten in den für seinen Versorgungsbedarf angemessenen Pflegebereich zu legen (Low-, Medium- oder High Care Bereich). Ebenfalls werden mit dem Instrument die Risiken Dekubitus und Sturz erfasst und dokumentiert. Eine Fallbetreuung durch den Case Manager im Sinne eines Monitoring findet grundsätzlich ab der Einstufung Medium Care statt.

In dieser Phase organisiert und koordiniert der Case Manager folgende Maßnahmen:

  • Er spricht die vorstationäre Vorbereitung mit dem Einweiser ab
  • Er vereinbart die Art der Behandlung (ambulant, teilstationär, vollstationär)
  • Er organisiert für die poststationäre Versorgung angemessene Leistungen oder lässt sie von der Überleitungsfirma CDC bzw. dem Sozialdienst organisieren, damit keine Versorgungslücken entstehen.
  • Er weist den Patienten einem Pflegebereich zu (Low-, Medium-, High Care).
  • Er entscheidet, wie intensiv er den Patienten und dessen Versorgungsverlauf betreut (Pfadcontrollings/Monitoring)
  • Er nimmt Kontakt zu fallrelevanten internen und externen Dienstleistern auf, die an der stationären und poststationären Versorgung beteiligt sind (Schnittstellen)

Zielvereinbarung, Erstellung und Implementierung des Versorgungsplans

Der Case Manager erstellt einen Versorgungsplan mit dem Patienten. Dabei berücksichtigt ein Case Manager folgende Daten:

  • Er passt die Behandlungsstandards oder Behandlungspfade/Clinical Pathways an die Bedürfnisse des Patienten an, soweit dies möglich ist.
  • Er gleicht die Patienteninteressen mit dem Angebot der Uniklinik ab und vereinbart mit dem Patienten das Leistungsspektrum, soweit es sich zu diesem Zeitpunkt bereits absehen lässt.
  • Liegen fallbezogene Informationen aus anderen Leistungsbereichen über den Patienten vor, berücksichtigt er diese bei der Versorgungsplanung
  • Die Ergebnisse aus dem Assessment nutzt er als Grundlage für das Erstellen des Versorgungsplans
  • Der Case Manager muss in der Planung ebenfalls die Bedingungen aus der Krankenhausorganisation berücksichtigen.

In dieser Phase zeigt sich, wie vielfältig die Einflussgrößen auf die Versorgungsplanung sind. Um alle Bedingungen für alle Leistungsanbieter nachvollziehbar und transparent zu gestalten, dokumentiert der Case Manager den Versorgungsplan und kommuniziert ihn mit den beteiligten Leistungserbringern.

Organisation und Koordination

Nach Vereinbarung des Versorgungsplans mit dem Patienten organisert und koordinert der Case Manager die notwendigen Leistungen. Dies beginnt bei dem zentralen Bettenmanagement.

Prozessbegleitung, Monitoring und Reassessment der Leistungserbringung

Der Case Manager überwacht den Versorgungsplan. Bei Veränderung des Gesundheitszustandes oder anderer personenbezogener Veränderungen im psychischen, sozialen oder spirituellen Bereich passt der Case Manager in Absprache mit dem Patienten / den Angehörigen und den Leistungserbringern den Versorgungsplan an. Er leitet Maßnahmen zur Problembewältigung ein. Das Monitoring liefert dem Case Manager zudem Ergebnisse darüber, ob er steuernd in die Systemorganisation (siehe Systemsteuerung) eingreifen muss. Fallbezogen werden dabei Prozesse auf ihre Wirksamkeit und Beständigkeit in der Krankenhausorganisation (System) kontrolliert.

Um ein Reassessment zeitgerecht durchzuführen, sowie alle anderen fallbezogenen Veränderungen frühzeitig zu registrieren und in die weitere Fallbearbeitung mit einzubeziehen müssen alle Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten. Die Betreuende Pflegeperson hält einen engen patientenbezogenen Informationsaustausch mit dem Case Manager.

Überleitung, Beendigung, Evaluation des Versorgungsplans

Bei einer erwarteten Überleitung (z.B. in eine ambulante Versorgung bzw. Rehamaßnahme) informiert der Case Manager im Kölner Modell die Überleitungsfirma, das Care DienstleistungsCentrum (CDC) bzw. den Sozialdienst. Bereits kurz nach der Aufnahme nimmt die CDC bzw. der Sozialdienst über den Case Manager Kontakt zum Patienten/Klienten auf, um die Versorgungskontinuität im Anschluss an die stationäre Versorgung zu organisieren. Im Kölner Modell teilen sich die CDC und der Sozialdienst die Sicherstellung der nachstationären Versorgung. Koordiniert und überwacht werden diese Leistungen ebenfalls durch den Case Manager.

Zur Beendigung des stationären Aufenthaltes überprüft der Case Manager, ob die vereinbarten Zielsetzungen des Versorgungsplans erreicht wurden, und bespricht dies mit dem Patienten / den Angehörigen in einem Abschlussgespräch. Die Entlassung oder die Überleitung sind zu diesem Zeitpunkt sichergestellt. Treten große Abweichungen in der Zielerreichung auf, ist der Fall anschließend im Detail zu dokumentieren und zu analysieren. Fallbezogen bildet der Case Manager die zentrale Informationsstelle.

Systemsteuerung im Case Management

Für die Systemsteuerung ist die Falldokumentation inclusive der Abweichungen vom gewohnten Versorgungsweg besonders wichtig. In der Analyse der Abweichungen geht es darum zu identifizieren, ob und an welcher Stelle des Versorgungspfades aus welchen Gründen abgewichen wurde oder abgewichen werden musste. Gründe hierfür können zum einem geänderte, bisher nicht routinemäßig berücksichtigte Rahmenbedingungen, eine unzureichende Optimierung der Prozesse und Prozeduren oder eine den Prozessen unangemessene Strukturen sein. Liegen die Gründe für die Abweichung in diesen Bereichen, wird vom Case Manager eine Systemanpassung (z.B. Änderung der OP- oder Untersuchungszeiten) initiiert, um zukünftig solche Abweichungen zu vermeiden. Systemmanagement findet immer in enger Kommunikation mit den betreffenden Schnittstellen und deren Entscheidern statt.

Zur Systemsteuerung zählt im Kölner Modell z. B. das Terminieren nach Auslastung der OP-Säle und nach vereinbarten Fallzahlen. Weiterhin überwacht und berücksichtigt der Case Manager z.B. Personalressourcen und die DRG-Verweildauern. Identifizierte Probleme in der Systemsteuerung müssen mit entsprechenden Schnittstellen und deren Entscheidern thematisiert und einer Lösung zugeführt werden, damit das Case Management effektiv arbeiten kann. System- und Fallmanagement sind im Case Management nicht voneinander zu entkoppeln, sondern bedingen sich gegenseitig und sind aus unserer Sicht an der Funktion des Case Managers gebunden.


Anforderungen an die Person des Case Managers

Die Anforderungen leiten sich aus den Erfahrungen der letzten drei Jahre ab und beziehen sich auf die Ausgestaltung des Case Managements im Kölner Modell. Da Pflegende eng in die patientenbezogenen Prozesse eines Krankenhauses eingebunden sind, verfügen sie über das notwendig Know-How und eigenen sich besonders für die Funktion eines Case Managers in diesem Bereich. In Köln sind bisher alle Stellen im Case Management mit examinierten Pflegepersonal besetzt.

Fachkompetenz

Die Person des Case Managers in einem Krankenhaus sollte über eine hohe medizinische und pflegerische Fachkompetenz verfügen. Dazu ist es nicht notwendig, dass ein Case Manager bereits in dem Fachbereich sozialisiert ist, in dem er eingesetzt wird. Die notwendige fachliche Kompetenz kann in der Aufbauphase des Case Managements erlangt werden.

Sozialkompetenz

Für die Analyse der Strukturen und Prozesse in der Klinik ist ein hohes Maß an Sozial- Kommunikativer Kompetenz erforderlich. In den Gesprächen und Verhandlungen mit den am Versorgungsprozess beteiligten Schnittstellen benötigt der Case Manager neben Empathie auch die Fähigkeit zu begeistern und zu überzeugen. Es gilt Ängsten anderer Berufsgruppen professionell zu begegnen und Widerstände abzubauen.

Profilschärfung

Bei dem Aufbau eines Case Managements muss der Case Manager über ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen verfügen. Verschiedene Schnittstellen versuchen oftmals unliebsame Aufgaben an das Case Management abzugeben. Eine klare Profilschärfung für das Case Management muss erarbeitet, verabschiedet und regelmäßig überprüft werden.

Belastbarkeit

Nicht nur die Fallarbeit, sondern auch die Durchsetzung der Strukturanpassungen infolge der Prozessoptimierung verlangen ein hohes Maß an Belastbarkeit des Case Managers. Um verkrustete Strukturen den neuen Prozessen anzupassen, müssen diese aufgebrochen werden. Hierbei kommt es nicht selten zu erheblichen Meinungsdifferenzen zwischen den beteiligten Berufsgruppen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass dem Case Manager und dem Case Management von der Betriebsleitung der Rücken gestärkt wird.

Koordinationsfähigkeit

Case Manager benötigen die Fähigkeit, aus verschiedenen Informationsquellen die für sie und ihre Arbeit wichtigen Informationen herauszufiltern und diese geschickt gemäß ihres Anforderungsprofils und ihrer Aufgaben zu koordinieren. Gleiches gilt für die Koordinierung der vereinbarten Gesundheitsleistungen für die Patienten.

Organisationsfähigkeit und ökonomische Kenntnisse

In der Fall- und Systemarbeit ist ein hohes Maß an Organisationsfähigkeit gefragt. Es gilt die Interessen des Krankenhauses mit denen des Patienten in Einklang zu bringen. Zusätzlich müssen die jeweils aktualisierten Anforderungen des Gesundheitssystems berücksichtigt werden. Dazu gehört die fallbezogene Steuerung der Verweildauer. Hierzu ist ein enger Austausch mit den Medical Codern (Kodierfachkräfte) und dem Medizinischen Controlling notwendig. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse im Gesundheitswesen sind hierzu Voraussetzung.

Serviceorientierung

Aus gesundheitsökonomischer Sicht der Kunden-/Patientenorientierung sind die Gesundheitsleistungen nach Struktur und Inhalt mit den Interessen des Patienten in Einklang zu bringen. Die Finanzierung von Versorgungsleistungen bilden dabei ein Hauptkriterium in der Versorgungsplanung ebenso wie der Dienstleistungsgedanke.

Flexibilität

In der Koordination der Gesundheitsleistungen und der Sicherstellung des Case Managements im gesamten Krankenhaus ist unter den sich häufig verändernden internen und externen Bedingungen eine hohes Maß an Flexibilität und Wissensaktualisierung gefragt.

EDV-Kenntisse

Zur Professionalisierung der Case Manager in ihrer täglichen Arbeit und zur Präsentation ihrer Konzepte und Ergebnisdarstellungen sind umfassende EDV-Kenntnisse von immenser Wichtigkeit. Neben Office-Anwendungen werden Kenntnisse in spezieller Case Management Software und den Softwareanwendungen der Schnittstellen im Versorgungsprozess an Bedeutung gewinnen.


Case Management Implementierung in der Uniklinik Köln

Die Entscheidung, ob ein Case Management als strategisches Instrument eingeführt wird, muss auf der Ebene des Vorstandes beschlossen werden. Nur so erhalten die Kollegen an der Basis die notwendige Grundlage und Rückendeckung, innerhalb einer Abteilung ein Case Management aufzubauen. Der Top-Down Entscheidung folgt die Bottom-Up Entwicklung des Case Managements.

Im Anschluss an das Pilotprojekt wurde Ende 2004/Anfang 2005 ein Konzept erarbeitet, das Case Management für die Uniklinik definiert und grobe Implementierungsschritte festlegt. Im November 2004 beschloss der Vorstand der Uniklinik die flächendeckende Einführung von Case Management und die vorläufige Finanzierung aus dem Pflegebudget.

In den folgenden Jahren führte der Pflegedirektor mit jedem einzelnen Klinikdirektor (Chefarzt) ein Konsensgespräch, in dem als gemeinsamer Beschluss festgelegt wurde, ob und ab wann Case Management in der jeweiligen Klinik eingeführt werden sollte.

Nach einem Projektplan wird die Analyse der Strukturen und Prozesse von einer Projektgruppe der jeweiligen Klinik bearbeitet und lösungsorientiert in ein Case Management Konzept überführt. Dazu werden Versorgungsstandards zwischen Ärzten, Pflegenden und Case Managern vereinbart, die als Arbeitsgrundlage für die Case Manager dienen. Diese Vereinbarungen bilden die Basis zur späteren Entwicklung von detaillierten Behandlungspfaden. Zum Abschluss des Projektes liegt ein individuell auf eine Klinik zugeschnittenes Konzept zur Implementierung des Case Managements vor. Zeitgleich hospitieren die zukünftigen Case Manager während des Projektzeitraums in anderen internen Kliniken. Der operative Aufbau des Case Managements in einer Klinik kann beginnen. Case Manager starten mit der Terminierung, dem Aufnahme- und Entlassungsmanagement. Wenn diese Aufgaben gut funktionieren, erarbeiten Sie in Abstimmung mit dem Chefarzt der Klinik und anderen Beteiligten die nächsten Schritte zur Umsetzung von Case Management. Überhaupt ist es wichtig, in regelmäßigen Terminen mit dem Chefarzt den Stand der Entwicklung von Case Management zu reflektieren.

Um den Ablauf einer Implementierung schematisch zu beschreiben sind nachfolgend drei Phasen aufgeführt. Diese treten aber nicht in abgegrenzter chronologischer Folge auf, sondern überschneiden sich je nach Anforderungsprofil eines abteilungsspezifischen Case Managements. Es sind Schwerpunktaufgaben im Rahmen der Implementierung aufgelistet.

Konzeptumsetzung Phase I:

  • Kollegiale Beratung durch etablierte Case Manager
  • Organisation des Aufnahme- und Entlassungsmanagements
  • Durchführen des Assessments/Identifikation
  • Bettenbelegungsmanagement

Konzeptumsetzung Phase II:

  • Kooperation mit der zuständigen Abteilung für Qualitätssicherung in Bezug auf die Entwicklung von Behandlungsmustern/-pfaden
  • Controlling der Behandlungsmuster/-pfade im Hinblick auf Fallsteuerung, Prozessoptimierung und Qualitätssicherung, incl. Varianz-Dokumentation
  • Aufbau einer Informations- und Kommunikationskultur zum Controlling der Behandlungsmuster zwischen Medizin, Pflege und Ökonomie des Klinikums und den externen Einweisern

Konzeptumsetzung Phase III:

Aufbau eines Case Management-Netzwerks mit internen und externen Schnittstellen. Das Case Management an der Uniklinik beinhaltet die Pflege interner und externer Schnittstellen. Besonders sind Kontakte zu externen Case Management Systemen aufzunehmen und zu entwickeln. Der Aufbau eines Informations- und Kommunikationsnetzes intern und extern dient dazu, die Information, die ein interner oder externer Case Manager benötigt, diesem zeitnah in beiden Richtungen zur Verfügung zu stellen. Nur so kann eine ökonomische und patientenorientierte Versorgungskontinuität sichergestellt werden. Vom Startpunkt der Implementierung bis zur Umsetzung aller Phasen des Case Managements in einer Klinik vergehen erfahrungsgemäß ca. 2 bis 3 Jahre. Alte Strukturen müssen aufgebrochen und neu gestaltet werden, damit Case Management sinnvoll funktionieren kann. Lernprozesse, müssen sich bei jedem Einzelnen und in der gesamten Klinik vollziehen. Das benötigt Zeit. Zudem müssen Dinge ausprobiert und auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Hier steht die Sinnhaftigkeit an erster Stelle. Nicht alles, was aus Sicht eines Case Managers Sinn macht trifft auf uneingeschränkte Zustimmung bei den Entscheidungsträgern der verschiedenen Berufsgruppen. Hier ist hohes Verhandlungsgeschick notwendig. Denn Case Management kann nur funktionieren, wenn alle davon überzeugt sind und dieses Handlungskonzept konstruktiv unterstützen.

Fazit (Stand: Mai 2007)

Bisher arbeiten 30 Case Manager in 18 von 23 Kliniken der Uniklinik nach diesem Handlungskonzept. Bis Ende 2007 wird Case Management flächendeckend implementiert sein. In einer von der Deutschen Gesellschaft für Care- und Case Management (dgcc) zertifizierten Weiterbildung werden zur Zeit 5 Case Manager an der Uniklinik Köln zusammen mit 14 externen Teilnehmern weitergebildet. Im August startet der zweite Kurs. 3 Case Manager haben sich bereit in externen Weiterbildungen zertifiziert. Ziel der Uniklinik ist es möglichst alle Case Manager weiterzubilden.

Das Ziel, Case Management in der gesamten Uniklinik vollständig in allen Phasen umgesetzt zu haben, ist noch nicht erreicht. Zur Zeit arbeiten 3 Kliniken komplett in allen Phasen des Case Managements. Alle übrigen Kliniken arbeiten in einzelnen Phasen, aber mit dem Ziel, die fehlenden Phasen aufzubauen. Case Management ist auch Organisationsentwicklung und Organisationsentwicklung ist ein langwieriger Prozess. Alle Beteiligten stimmen zu, dass sich die Anstrengungen in jedem Fall gelohnt haben und weiterhin lohnen. Die positiven Rückmeldungen von Patienten, Klinikdirektoren und von externen Einweisern geben Ansporn weiterzumachen.



Case Management in der Psychiatrie

Case Management in der Altenhilfe

Case Management der Krankenkassen

Case Management in der Rehabilitation und Integration behinderter Menschen

Case Management in der Sozialen Arbeit

Wikipedia
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