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Carlo IV. Gonzaga

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Carlo IV. Gonzaga (* 31. August 1652 in Revere; † 5. Juli 1708 in Padua) war das einzige Kind des Herzogs Carlo III. Gonzaga von Mantua und Montferrat, dem er 1665 folgte.

Carlo IV. heiratete 1670 in ersten Ehe Anna Isabella Gonzaga († 11. August 1703), Tochter des Herzogs Ferrante III. Gonzaga von Guastalla. Mit ihr hatte er einen Sohn, Giovanni Gonzaga (* 26. Juli 1671; † 27. Oktober 1743). Am 8. November 1704 heiratete er ein zweites Mal, jetzt Susanna von Lothringen (* 1. Februar 1686; † 19. Dezember 1710), Tochter des Herzogs Karl von Elboeuf; diese Ehe blieb kinderlos.

Am 8. Dezember 1678 schloss er einen Vertrag mit Ludwig XIV. über die Auslieferung von Casale gegen Geld. Graf Ercole Antonio Mattioli (1640-1703), der der Herzogin von Savoyen eine Kopie dieses Vertrages überbringen wollte, wurde im April 1679 in Pinerolo gefangengenommen (Mann mit der eisernen Maske). Gonzaga leugnete alles ab, schloss 1681 einen neuen Vertrag mit Frankreich gegen das Versprechen von "centomila pistole", einer jährlichen Pension von 60.000 Lire, einer Karriere als General im Kriegsfall und der Überlassung eines Teils der eventuellen Eroberungen. Am 29. September 1681 marschierten die Franzosen in Casale ein. Der venezianische Senat verbot sofort dem Gonzaga alle Beziehungen mit den Edlen der Republik und sprach ihm alle Ehren ab.[1]

1685 entführte Johann Georg III. (Sachsen) aus Venedig die Sängerin Margarita Salicola, die Gonzaga für sich beanspruchte; die Venezianer unterstützten jedoch den Sachsen und er konnte mit der Sängerin entkommen.[2]

Da Carlo IV. Gonzaga sich im Spanischen Erbfolgekrieg auf die Seite Frankreichs stellte, zog Kaiser Joseph I. 1708 seine Besitzungen ein, nachdem bereits Kaiser Leopold ihn 1701 zum Verräter erklärt hatte (1). Mantua wurde Reichsland, das der Kaiser in seinen Besitz eingliederte, Savoyen erhielt nun auch die zweite Hälfte von Montferrat (die erste Hälfte besaß es bereits seit dem Mantuanischen Erbfolgekrieg).

Quellen

  1. Enciclopedia Italiana
  2. STRICH, Michael, Der Streit zwischen Kursachsen und Mantua um die erste Primadonna in Deutschland (Margarita Salicola); in: Hist. Zeitschr. 1928


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