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Capriccio

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Capriccio (auch Kapriccio, französisch (die) Caprice; Mz.: Capriccios; Capriccii, Capricen) bezeichnet Formen der Musik, der Malerei und der Literatur.

Als Begriff der Kunsttheorie bezeichnet es den absichtlichen, lustvollen Regelverstoß, die phantasievolle, spielerische Überschreitung der akademischen Normen, ohne die Norm außer Kraft zu setzen.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Die Entstehung des Wortes ist noch nicht geklärt, wenngleich allgemein eine Ableitung von capra (= Ziege) und hieraus folgend eine Bedeutung im Sinn von Laune oder Grille gebräuchlich ist.

capriccio (n) = die Laune
Capriccio = Scherzhaftes launiges eigenwilliges Musikstück.
kapriziös = Launisch, scherzhaft, eigenwillig, geistreich, die Regeln durchbrechend
caprice (f) = französisch: die Laune

Musik

Das Capriccio ist ein Musikstück von freiem, spielerischem und scherzhaftem Charakter, das sich wenig bis gar nicht an gegebenen musikalischen Formen orientiert. Bekannte musikalische Capriccios sind z. B. das „Capriccio auf die Abreise des geliebten Bruders“ von Johann Sebastian Bach, die 24 Capricen für Violine solo von Niccolò Paganini, die „42 Etuden und Capricen für Violine solo“ von Rodolphe Kreutzer, das „Capriccio espagnol“ von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow und das „Capriccio Italien“ von Pjotr Tschaikowski und „Die Wut über den verlorenen Groschen“ von Ludwig van Beethoven.

Malerei und Graphik

In der Malerei des Rokoko meint der Begriff eine Folge von Blättern mit einem Deckblatt, in kleinem Format, die ohne programmatische Gebundenheit Szenen starken Improvisationscharakters zeigen und die, ohne sich auf eine Ordnung festzulegen, von einem Bildgegenstand zum nächsten übergehen.

Der Begriff wurde von Jacques Callot eingeführt, der eine 1617 entstandene Serie von Drucken für den Herzog Cosimo II. de Medici „Capricci“ nannte.

Ein berühmter Maler und Graphiker von Capriccios ist Giovanni Battista Piranesi; neben den berühmten Carceri oder Kerker, die an und für sich reine Architekturvisionen sind, hat Piranesi auch zahlreiche römische Porträts und Architekturelemente auf seinen Vedutenstichen willkürlich zusammengestellt. Oft sind diese Capriccios die einzigen Dokumente ansonsten verlorener antiker Kunstwerke.

Literatur

Im Sinne des Rokoko verwandte Ernst Jünger Capriccios als literarische Form in seinem Werk „Das abenteuerliche Herz. Figuren und Capriccios.“

Weiterführende Literatur

Siehe auch

Weblinks

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