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Capitalis Quadrata

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Die Capitalis Quadrata (auch Quadrata oder Quadratschrift) ist eine antike römische Versalschrift. Im Gegensatz zu ihrer in Stein gemeißelten Variante, der Capitalis Monumentalis, diente die Quadratschrift neben der Capitalis Rustica als klassische Buchhandschrift der Römer.

Der Name leitet sich von der geometrischen Formgebung der einzelnen Buchstaben her, die sich an Quadrat, gleichseitigem Dreieck und Kreis orientiert. Ebenso wie die Capitalis Monumentalis wird die Quadratschrift mit Serifen notiert, Worttrennungen und Ligaturen sind eher selten.

Schriftbeispiel für die Capitalis Quadrata (Abb. aus Steffens, Lateinische Paläographie, Berlin 1910)
Schriftbeispiel für die Capitalis Quadrata (Abb. aus Steffens, Lateinische Paläographie, Berlin 1910)

Ab der zweiten Hälfte des 1. Jhd. n. Chr. bis zum Ende des 3. Jhd. n. Chr. erlebte die Quadratschrift unter den Kaisern Augustus, Tiberius, bis hin zu Trajan, Hadrian und Marc Aurel ihren Höhepunkt. Sie blieb bis in das 6. Jhd. in Gebrauch, in einzelnen Prachthandschriften ist sie sogar bis in das 9. Jhd. zu finden.

Bereits im 1. Jhd. n. Chr. entwickelte sich aus der Quadratschrift die Capitalis Rustica (rusticus = [lat.] ländlich, bäuerlich), die die einzelnen Buchstaben schmaler und mit weniger geometrischer Strenge notierte, und daher zierlicher und weniger imposant erscheint. Dazu entwickelte sich ebenfalls im 1. Jhd. eine kursive Variante der Quadratschrift für den alltäglichen Gebrauch, die ältere römische Kursive (Majuskelkursive), die für das lockere und flüchtige Schreiben besser geeignet war.

Ein bedeutendes Beispiel für die Verwendung zur Textüberlieferung ist in der Prachthandschrift Vergilius Augusteus erhalten geblieben.

Siehe auch: Capitalis, Typografie, Geschichte der Typografie, Paläografie, Capitalis Monumentalis

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