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Calciumchlorid

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Strukturformel
Allgemeines
Name Calciumchlorid
Andere Namen Kalziumchlorid, E509
Summenformel CaCl2
CAS-Nummer 10043-52-4 (CaCl2 wasserfrei)
10035-04-8 (CaCl2·2 H2O)
25094-02-4 (CaCl2·4 H2O)
07774-34-7 (CaCl2·6 H2O)
Kurzbeschreibung farblose, hygroskopische Kristalle
Eigenschaften
Molmasse 110,99 g·mol−1 (CaCl2 wasserfrei)
147,02 g·mol−1 (CaCl2·2 H2O)
182,04 g·mol−1 (CaCl2·4 H2O)
219,08 g·mol−1 (CaCl2·6 H2O)
Aggregatzustand fest
Kristallstruktur Rutil (verzerrt), oktaedrisch
Dichte 2,16 g·cm−3 (CaCl2 wasserfrei)
0,835 g·cm−3 (CaCl2·2 H2O)
1,71 g·cm−3 (CaCl2·6 H2O)
Schmelzpunkt 772 °C
Siedepunkt 1935 °C
Dampfdruck 11 hPa
Löslichkeit 740 g·l−1 in Wasser (bei 20 °C)
200 g·l−1 in Ethanol (bei 20 °C)
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: 36

S: 22-24

MAK 0,2 ppm
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Calciumchlorid, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Calciumchlorid (auch Kalziumchlorid) ist ein Chlorid des Erdalkalimetalls Calcium mit der Summenformel CaCl2. Calcium liegt dabei in der Oxidationsstufe +2 vor, Chlor hat die Oxidationstufe −1.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1860 gelang den Chemikern Robert Wilhelm Bunsen und Matthiessen die erste Reindarstellung des Elementes Calcium durch die Schmelzelektrolyse von Calciumchlorid.

Vorkommen

Calciumchlorid kommt in der Natur gelöst in Salzsolen vor.

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Gewinnung und Darstellung

Calciumchlorid wird aus Salzsäure und Calciumcarbonat hergestellt:

\mathrm{CaCO_3 + 2 \ HCl \longrightarrow CaCl_2 + CO_2 + H_2O}

Anschließendes Erhitzen auf 260 °C liefert die wasserfreie Form.

Technisch wird Calciumchlorid als Abfallprodukt bei der Sodaherstellung mit dem Solvay-Verfahren – und zwar bei der Rückgewinnung des Ammoniaks aus dem dabei entstandenen Ammoniumchlorid – erhalten:

\mathrm{2 \ NH_4Cl + Ca(OH)_2 \longrightarrow 2 \ NH_3 + CaCl_2 + 2 \ H_2O}

Eigenschaften

Calciumchlorid ist ein Salz. Calcium und Chlor liegen aufgrund des großen Elektronegativitätsunterschiedes als Ionen vor. Die Bindung erfolgt somit über elektrostatische Wechselwirkungen.

Calciumchlorid bildet in Reinform farblose Kristalle und ist in wasserfreiem Zustand stark hygroskopisch. Es nimmt leicht Wasser aus seiner Umgebung auf und bildet dabei einen Hydrat-Komplex.

Reaktionen

Bild:Cacl2 2h2o.PNG
Abspaltung von Kristallwasser bei CaCl2·2 H2O in der Differential-Thermoanalyse


Calciumchlorid reagiert mit Wasser unter Bildung eines Hexahydrat-Komplexes und starker Wärmeentwicklung (exotherm, ΔH > 0):

\mathrm{CaCl_2 + 6 \ H_2O \longrightarrow CaCl_2 \cdot 6 \ H_2O} + \Delta H

Die Kristalle des Hexahydrats lösen sich bei ungefähr 30 °C im eigenen Kristallwasser. Erhitzen auf ungefähr 200 °C setzt das gebundene Wasser wieder frei. Das Auflösen in Wasser führt im Gegensatz zu wasserfreiem Calciumchlorid zu einer starken Abkühlung. Beide Calciumchlorid-Formen sind zudem gut löslich in Ethanol.

Verwendung

Wasserfreies Calciumchlorid ist aufgrund seiner Hygroskopie ein wichtiges Trocknungsmittel im Labor, beispielsweise im Exsikkator, und in der technischen Chemie für verschiedenste Gase und Flüssigkeiten. Anwendungsfelder sind die Trocknung von Wohnräumen, der Einsatz als Frostschutzmittel, im speziellen als Frostschutzmittel und Abbindebeschleuniger im Beton, sowie als Staubbindemittel (z. B. auf Baustellen). In der Medizin wird es als Mittel zur Stillung von Blutungen und bei Kalkmangelkrankheiten sowie als Heilmittel gegen Frostbeulen und Allergien eingesetzt.

Es wird als Festigungsmittel, Geschmacksverstärker und Stabilisator eingesetzt (unter anderem bei der Trinkwasseraufbereitung, Oberflächenbehandlung von Obst). Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 509 zugelassen.

Unter Ausnutzung der exothermen Hydratation bei der Reaktion mit Wasser findet Calciumchlorid Einsatz zur Erwärmung von Fertiggetränken. Darüber hinaus kommt es als Streusalz sowie zur Herstellung von Kältemischungen zum Einsatz (siehe oben).

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