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CD-Fraß
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CD-Fraß ist ein zerstörerischer Pilzbefall bei CDs, auch bekannt als Lackfraß.
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Historische Berichte
Ein Artikel in einer Fachzeitschrift namens "AUDIO" aus dem Jahre 1990 berichtete erstmals von einem Phänomen, das käufliche Audio- bzw. Computer-CDs unwiederbringlich zerstört, der sogenannte CD-Fraß. Es wurde dabei ein Effekt beschrieben, der ausschließlich bei industriell gefertigten CDs auftritt. Zu der damaligen Zeit waren selbstgebrannte CDs oder gar DVDs noch nicht weit verbreitet und die Diskussionen über den Vor- und Nachteil von Vinyl-Schallplatten und CDs war noch voll im Gange. So fiel dieser CD-Fraß-Bericht unter den damals zahlreichen Publikationen über den "schnellen Zerfall der silbernen Scheiben" nicht weiter auf.
Es war zunächst von Lackfraß die Rede, was jedoch nur CDs "einer bestimmten Produktionsperiode" (Mitte 80er) betreffen sollte. In anderen Publikation war zu lesen: "CDs aus den 90er Jahren. Das war nur eine kurze Zeit, wo der falsche Lack verwendet wurde und betroffen war in erster Linie die Nimbus-Presse." oder aber: "Hilfe! CD-Fraß durch feuchten Keller!?" und "... dass durch eine Stelle doch Feuchtigkeit drang und die Kisten aus dieser Ecke leicht am schimmeln waren.
Verlauf
Betrachtet man eine durch Lackfraß oder CD-Fraß"geschädigte CD-ROM bzw. Audio-CD so fällt zunächst auf, dass die Fraßgänge generell vom äußeren Rand der CD in Richtung Mittelpunkt oder tangential dazu verlaufen.
Die Gänge selbst sind etwa 0,2 bis 0,3 mm breit und zeigen teilweise eine verästelte, teilweise mäandrierende Strukturen. Dies ist einer von mehreren Hinweisen darauf, daß es sich bei diesem Phänomen um einen biologischen und nicht um einen physikalischen (kristallinen) Vorgang handeln könnte. Ein weiteres Indiz für die biologische Variante ist, dass diese Strukturen große Ähnlichkeit mit von mycelogenen oder funghiden Lebewesen generierten Fraßgängen haben. Diese findet man in der Natur bei Zersetzungsvorgängen, die z.B. durch Pilze initiiert werden. Da die menschliche Hautoberfläche nun bekannterweise einer Vielzahl von Mikrobioten Lebensraum bietet, erscheint es geradezu schlüssig, dass davon beim Berühren der CD (an der Aussenkante der Scheibe mit den Fingern) biogenes Material auf die CD übertragen werden kann.
Auf einen transparenten Rohkörper aus Kunststoff wird bei der Fertigung auf der Oberseite eine silbrig glänzende dünne Schicht aufgebracht in welche anschließend mittels eines Prägeverfahrens durch eine Matrize aus Stahl Löcher gestanzt werden. Da diese silberne Schicht auf der CD nun sehr kratz- und abriebempfindlich ist, wird in einem dritten Bearbeitungsschritt (nach Beschichten und Prägen des Kunststoffträgers) eine meist transparente Klarlackschicht durch Druck oder Schleuderflutung aufgebracht und zuletzt wird die fertige CD auf der Oberseite mittels Siebdruck oder Tampondruck beschriftet. Ist der Lackauftrag auf der Oberseite nicht derart üppig ausgeführt worden, dass auch am CD-Rand eine "Versiegelung" durch Überflutung eintrat, so liegt die silberne Schicht offen. Dort kann seitlich der Pilz eindringen.
Gegenmaßnahmen
Eine Infektion der CD mit auf der Haut befindlichen Pilzkörpern lässt sich nicht vermeiden. Eine anschließende oder zumindest in regelmäßigen Abständen durchgeführte sterile Desinfektion kann gegen den Pilzbefall helfen..
- CDs oder DVDs mit einem Spiritus oder alkoholgetränkten weichen Lappen vorsichtig an den Rändern abwischen. Auch lauwarmes Wasser eignet sich, wenngleich es den Pilz nicht abtötet. Die Aufdrucke und Lacke der meisten industriell gefertigten CDs sind aus benzolhaltigen oder auf wasserlackbasierenden oder UV-härtenden Druckfarben und Lacken gefertigt und somit kurzzeitig ohne weiteres resistent gegen Spiritus.
- Es eignen sich normale Desinfektionsmittel
- CDs nicht in einem feuchten und warmen Klima aufbewahren
Bei Befall CD gründlich reinigen und vorsorglich kopieren. Falls die Lesefehler durch CD-Fraß noch nicht zu ganzen Abspielaussetzern führen, am Besten luftdicht und sehr kühl lagern.
