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Burschenschaft (Dorfverein)
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Mit Burschenschaft oder Burschenverein bezeichnet man einen Verein lediger, zumeist junger Männer innerhalb eines Dorfes. Diese Vereine haben meist eine Tradition, die mehrere hundert Jahre zurückreicht.
Inhaltsverzeichnis |
Verbreitung
Burschenvereine findet man in weiten Teilen Niederbayerns und Oberbayerns in vielen Dörfern. Es gibt aber auch Burschenvereine in Franken, Hessen, der Oberpfalz und außerhalb Bayerns.
Im Rheinland tragen diese Vereine (meist) den Namen Junggesellenverein. Im rheinischen, sowie vorderen Westerwald spricht man oft wieder von Burschenvereinen.
Auch in Österreich kennt man diese Vereinigungen als Burschenschaften, Zechen, Ruden, Irten, Passen.
In Deutschland jedoch hat ein Burschenverein keine Ähnlichkeit mit einer studentischen Burschenschaft.
Ziele
Burschenvereine dienen der Pflege von Tradition und Geselligkeit. Sie organisieren u. a. Kirmessen, Faschingsbälle, Dorffeste, Theaterauftritte, Johannifeiern, Kirchtage, Maibaumaufstellen oder Rockpartys als öffentliche Feste. Außerdem gibt es interne Feste und Bräuche wie beispielsweise Hochzeitsbaumaufstellen, Burscheneinstand und -abschied.
Die Entstehung der Burschenvereine
Der Beginn der Burschenvereine ist bis in das 19. Jahrhundert zurück zu führen. Als sich männliche, schulentlassene Jugendliche bis zur Verehelichung zu „wilden oder freien Burschenvereinen“ zusammenschlossen.
Diese Entwicklung, dass die Vereinsidee im Burschenalter einen günstigen Boden fand, blieb auch der katholischen Kirche nicht verborgen. So nutzten einige geistliche Seelsorger die Gelegenheit, die männliche Jugend nach ihrer Schulentlassung, entsprechend den Idealen der Kirche, positiv zu beeinflussen und unterstützten den Zusammenschluss von katholischen Burschenvereinen.
Im Jahre 1903 gründeten drei geistliche Pioniere dieser Jugendarbeit, geistlicher Rat Spannbrucker (Laufen) Benefiziat Braun (Dengling) und Prälat Mehler (Regensburg) einen Dachverband der "Katholischen Burschenvereine des Königreichs Bayern". Dieser sollte die einzelnen Ortsvereine in ihrer Vereinsarbeit unterstützen.
Auch wurde in einer Mustersatzung, der Vereinszweck und die Grundprinzipien festgelegt:
Erhaltung und Förderung von Glaube und Sitte, Berufstüchtigkeit, Heimatliebe, Frohsinn und Scherz.
Für seine Werbe- und Bildungsarbeit stand dem Dachverband "Das Burschenblatt" zur Verfügung, indem er den Ortsvereinen Empfehlungen, Wissenswertes und Unterhaltendes aus allen Bereichen des Lebens übermittelte.
Der Ortsverein bestand aus ordentlichen Mitgliedern, die nur unbescholtene katholische Burschen werden konnten. Aus deren Reihen wurde eine Vorstandschaft gewählt, bestehend aus dem Vorstand, Kassier und Schriftführer, die den Verein leitete. Der Vorstandschaft gehörte automatisch der Präses an. Dieser war der Vertreter der katholischen Kirche, meist der Ortspfarrer, der die religiöse Lenkung des Vereins übernahm. Die Kirche hatte somit einen wesentlichen Einfluss auf die damalige Vereinsarbeit.
Auf die Satzung und die Grundprinzipien ausgerichtet bestanden die Vereinstätigkeit vorwiegend aus religiösen Veranstaltungen, monatlichen Versammlungen, Vereinsfesten und Tanzveranstaltungen und kulturellen Unternehmungen (wie Theaterspiel und musikalischen Aufführungen)
Als dörfliche Traditionsvereine haben viele Burschenverein eine Fahne und marschieren bei Festumzügen im Heimatdorf und bei Burschenfesten in anderen Gemeinden mit. Mit den studentischen Burschenschaften haben die dörflichen Burschenvereine nichts zu tun.
Mitgliedschaft
Von Verein zu Verein unterschiedlich. Im allgemeinen kann jeder ledige ortsansässige Burschen ab 16 Jahren Mitglied werden. Mit der Hochzeit erlischt die Mitgliedschaft, da Burschenvereine reine Junggesellenvereine sind. Wer nie heiratet, wird passives Mitglied, wenn er sich aus dem Vereinsleben zurückzieht. Für Mädchen gibt es meistens parallel zu den Burschenschaften eigene Vereinigungen. Manchmal ist auch am Burschenverein direkt eine Mädchengruppe gekuppelt,
Weblinks
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