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Buran (Raumfähre)
Aus Kefk.
Die Buran (russisch Буран für Buran - Schneesturm, Betonung auf der zweiten Silbe) war eine sowjetische Raumfähre, die äußerlich dem US-amerikanischen Space Shuttle ähnelte, jedoch nie zum bemannten Einsatz kam. Zeitweise arbeiteten 30.000 Menschen an dem Projekt. Die Raumfähre Buran wurde ebenso wie die für den Start benötigte Trägerrakete Energija vom OKB-1 Koroljow (Experimental-Konstruktionsbüro-1, heute RKK Energija) entwickelt.
Inhaltsverzeichnis |
Anders als beim Space Shuttle waren die Starttriebwerke nicht in der Fähre, sondern in der strukturell entsprechend ausgelegten Energija angebracht, wodurch der Grad der Wiederverwendbarkeit im Vergleich zum US-Gegenstück geringer war. Beim US-amerikanischen Shuttle verfügt der Orbiter über eigene Haupttriebwerke und wird nur beim Start vom großen Haupttank versorgt, unterstützt von zwei seitlichen Feststoffboostern.
Die Buran hatte theoretisch Platz für 14 Personen oder 30 Tonnen Nutzlast beim Start und 20 t bei der Landung, war also für eine höhere Nutzlastkapazität im Vergleich zum US-amerikanischen System ausgelegt. Allerdings sollen technische Probleme die Fertigstellung der bemannten Version verhindert haben, so beim Bordcomputer und dem Lebenserhaltungssystem, das seit den früheren Projekten der sowjetischen Raumfahrt kaum weiterentwickelt worden war. Am Ende der Entwicklung gab es aber vor allem Budgetprobleme.
Geschichte
Bereits seit 1973 arbeitete der sowjetische militärisch-industrielle Komplex (VPK) unter der Bezeichnung BOR/БОР (Bespilotnye Orbital'nye Raketoplany - Безпилотные Орбитальные Ракетопланы) an einem Weltraumprogramm zur Erforschung von Raumfähren. Ziel des BOR-Programms war die Entwicklung von Hitzeschutzschilden und generellen aerodynamischen Strukturen einer Raumfähre. Mit den letzten vier dieser Testgeräte wurden orbitale Flüge durchgeführt. Die erste, 1980 fertiggestellte Raumfähre Buran 1.01 diente über Jahre nur dem Test der Eigenschaften im Atmosphärenflug und wurde erst am 15. November 1988 zu ihrem einzigen orbitalen Flug gestartet. Der unbemannte Flug wurde nach zwei Erdumkreisungen planmäßig beendet.
Die zweite Fähre Buran 1.02, die 1990 unter dem Namen Ptitschka (russisch für Vögelchen) fertiggestellt wurde, sollte eigentlich 1991 den Flugbetrieb aufnehmen. Dazu kam es jedoch nie, und das Programm wurde 1993 offiziell eingestellt. Der Bau drei weiterer modifizierter Fähren (Buran 2.01 bis 2.03) wurde begonnen, jedoch wurden die Arbeiten nach dem Ende des Programms eingestellt.
Darüber hinaus wurden sechs Mock-ups des Systems mit den Bezeichnungen OK-GLI, OK-M, OK-MT, OK-KS, OK-TVA und OK-TVI für verschiedene Tests gebaut. Eines der nicht flugfähigen Systeme (OK-TVA) steht heute als Ausstellungsstück im Gorki-Park in Moskau und wird als Kino genutzt (55° 43' 43" N, 37° 35' 48" O).
Buran 1.01 (11F35 K1) wurde in der Montagehalle „MIK-112“ auf dem Weltraumbahnhof in Baikonur gelagert und am 12. Mai 2002 zerstört, als die Decke des Hangars bei mangelhaft ausgeführten Reparaturarbeiten einbrach. Ptitschka 1.02 (11F35 K2) befindet sich Satellitenaufnahmen zufolge noch in Baikonur (Koordinaten: 45° 55' 10" N, 63° 18' 36" O45° 55' 10" N, 63° 18' 36" O). Die beiden anderen, nicht fertiggestellten Orbiter 2.01 (11F35 K3) und 2.02 (11F35 K4) lagern in der Tushino-Fabrik in Moskau. Der nur teilweise gebaute Buran 2.03 (11F35 K5) wurde unmittelbar nach der Terminierung des Programms abgewrackt.
Ein weiteres Modell, die Buran OK-GLI, war als einzige Fähre mit eigenen Triebwerken ausgestattet und absolvierte erfolgreich 25 unbemannte Atmosphärenflüge, um das Landesystem zu testen. Russland verkaufte es vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney als Ausstellungsobjekt nach Australien. In Folge sollte es dann im Rahmen der Sommerfestspiele im Juni 2002 in Bahrain ausgestellt werden, blieb dort aber wegen rechtlicher Probleme, wo es offenbar in Vergessenheit geriet (26° 11' 54" N, 50° 36' 10" O).
Bei Dreharbeiten für die Formel 1 in Bahrain stieß ein deutsches TV-Team im Sommer 2004 wieder auf die OK-GLI oder BST-02, den Prototypen des Raumfähren-Programms. Diese Buran OK-GLI wurde inzwischen vom Technik Museum Speyer für einen geschätzt sechsstelligen Eurobetrag gekauft und sollte dort ab Mitte 2006 ausgestellt werden. Wegen andauernder Rechtsstreitigkeiten zwischen dem letzten Käufer und NPO Molnija verzögert sich die Ausstellung jedoch noch. Zunächst soll die Fähre per Schiff nach Malaysia gebracht werden, wo sie im Rahmen der Malaysia International Aerospace Exhibition 2007 vom 5. Juni 2007 bis 7. August 2007 ausgestellt werden soll [1].
1K1, der einzige Orbitalflug
Vorbereitungen
| Missionsdaten | |
|---|---|
| Mission: | 1K1
<tr><td valign="top">Trägerrakete:</td><td>Energija</td></tr><tr><td valign="top">Besatzung:</td><td>unbemannt</td></tr> |
| Start: | 15. November 1988, 3:00 UTC
<tr><td valign="top">Startplatz:</td><td>Baiqongyr,Ba LC-110L</td></tr> |
| Landung: | 15. November 1988
<tr><td valign="top">Landeplatz:</td><td>Baiqongyr</td></tr> |
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Der Buran wurde in der Tushino-Fabrik in Moskau gebaut und dann von der Fabrik zur Moskwa transportiert. Dort wurde er auf ein Schiff geladen und zu einem Militärflugplatz gebracht. Der Buran war allerdings noch nicht fertiggestellt: Es fehlten noch große Teile des Hitzeschildes sowie das Seitenleitwerk und das Orbital Maneuvering System. Vom Militärflugplatz wurde der Buran auf einem Mjassischtschew-Trägerflugzeug montiert und so zum Kosmodrom nach Baikonur geflogen. Im Kosmodrom wurde er vom Trägerflugzeug gehoben und in eine Halle gebracht, wo Strukturtests stattfanden. Außerdem wurde er komplettiert und auf den Start vorbereitet. Im Sommer 1988 wurde der Buran in die Endmontagehalle gebracht und mit der zweiten gebauten Energija verbunden. Am 10. Oktober 1988 wurde die Buran zum Startplatz gebracht und dort aufgerichtet. Danach wurden an der Rampe umfangreiche Tests mit der Buran durchgeführt. Der Starttermin war für den 29. Oktober 1988 angedacht. Der Countdown zum Start verlief normal, bis der Computer den Start 51 Sekunden vor dem Abheben aufgrund eines technischen Fehlers abbrach. Ein neuer Startversuch wurde auf den 15. November 1988 gelegt.
Missionsverlauf
In 400 km Entfernung von Baikonur flog der Buran nach Navigationssignalen vom Boden. Mit 340 km/h landete der Buran in Baikonur. Bei der Landung wurden 3 Bremsschirme benutzt. Nach den Sanierungsarbeiten wurde die Raumfähre Buran zurück in eine Halle gebracht, wo sie für den nächsten Flug (der nie stattfand) aufgearbeitet wurde. Bei der Nachkontrolle wurde festgestellt, dass während des Fluges mehrere Hitzeschutzkacheln abgefallen waren.
Hauptsächliche Unterschiede zum amerikanischen Space Shuttle
Hauptartikel: Vergleich von Buran und Space Shuttle
Literatur und Quellen
- ↑ aerospaceweb.org: Analog Buran Test Vehicle (englisch)
- BURAN-Sowjetischer Raumgleiter, Elbe-Dnjepr-Verlag, ISBN 3-933395-80-1
Siehe auch
Weblinks
- Energija und Buran bei Bernd Leitenberger (dt.)
- Energija und Buran (dt.)
- Buran auf Antonov-225 Mriya, Aerosalon Le Bourget, Paris 1989. wmv-Filmclips (engl.)
- Raumfähre Buran (engl.)
- Astronautix: Buran (engl.)
- Russianspaceweb Buran (engl.)
- Buran Orbiter (engl.)
- Buran (russ., ausführl. Beschreibung mit vielen Diagrammen und Bildern)
- Artikel des SPIEGEL aus dem Jahre 2004 über den Kauf der Buran durch das Technikmuseum Sinsheim
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