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Budweiser-Streit

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Als Budweiser-Streit wurde eine der langwierigsten und umfassendsten interkontinentalen Markenstreitigkeiten bekannt. Zwei jeweils weltweit exportierende Brauereien, zum einen die Budějovický Budvar-Brauerei aus dem tschechischen Budweis und zum anderen die Anheuser-Busch-Gruppe aus den USA, vertreten jeweils die Auffassung, das dringendere Recht an dem Markennamen Budweiser zu halten.

Ausgangslage

Die Marke wurde in den USA bereits 1867 - allerdings nicht wörtlich als „Budweiser“ - eingetragen und 1883 von Anheuser-Busch erworben, unter deren Regie das Bier schon zuvor produziert wurde. Sukzessive strebt Anheuser-Busch seit Anfang des 20. Jahrhunderts den weltweiten Erwerb der Markenrechte an. Wie Anheuser-Busch argumentiert auch die 1895 gegründete böhmische Budweiser-Brauerei mit dem älteren Namensrecht.

Die Klärung, wer die älteren Rechte an der Marke hält, beschäftigt seit Jahrzehnten etliche Gerichte auf der ganzen Welt und erfolgt in teils sehr mühevollen Einzelschritten. Bisher entschied die tschechische Brauerei die Mehrzahl dieser Verfahren für sich.

In Budweis besteht man zusätzlich auf die Anerkennung der Marke als regionale EU-Herkunftsbezeichnung, um sich so zumindest im europäischen Markt zusätzlich abzusichern. Nach dem GATT/TRIPS-Abkommen der WTO (von 150 Ländern ratifiziert), sollten eigentlich die geographischen Namen Budweiser und Budějovický geschützt sein. Ähnliche Versuche für einen Schutz der Bezeichnungen Pils, Pilsner bzw. Pilsener scheiterten seit langem regelmäßig, allerdings sind die Aussichten für den Begriff Budweiser größer, da es sich, anders als bei „Pilsner“ nicht um eine Biersorte mit spezieller Brauart handelt. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, daß in Tschechien, nach dem zweiten Weltkrieg nach Ausweisung der verbliebenen Deutschen (Sudetendeutsche) 1945 ff zwar alle deutschen Ortsnamen wie Budweis und Pilsen abgeschafft, die der Brauereistädte aber beansprucht wurden.

Bisherige Entwicklung

1917 wurde vereinbart, dass Anheuser-Busch den Namen Budweiser ausschließlich in Nordamerika verwenden dürfe, sich im Gegenzug jedoch dazu verpflichtete, den Hopfen zum Brauen hierfür aus dem böhmischen Budweis zu beziehen. Anheuser-Busch benutzte den Namen prompt - jedoch keine einzige Hopfendolde verließ Budweis in Richtung Missouri. Die Budweiser zogen schließlich vor den Weltgerichtshof. Anheuser-Busch verteidigte sich in Den Haag mit dem Argument, Budweiser-Bier bereits seit 1876 zu brauen, während die Brauerei Budvar erst 1895 gegründet worden sei. Die Brauerei Budvar ihrerseits konterte, dass ihr Name auf die Stadt Budweis, 1265 durch Deutsche gegründet, zurückgeht, die diesen seit dem 14. Jahrhundert trägt, also seit einer Zeit, die 200 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus liegt. In diesem jahrzehntelangen Namensstreit hat es niemals einen wirklichen Sieger gegeben. Entsprechend den EU-Vereinbarungen können Ortsnamen nur durch am Ort befindliche Hersteller als Warenzeichen registriert werden, daher sind die Tschechen die legalen Eigentümer der Marke „Budweiser“ oder „Budějovický“. Die Amerikaner wollten nun mit der Kurzform Bud auf den europäischen Markt. Hiergegen legte jedoch die Bitburger Brauerei Einspruch ein, der Bud zu nahe an Bit, der Kurzform ihres Bieres, lag, und das ebenfalls als Warenzeichen eingetragen ist. Am 19. Oktober 2006 wies der zweithöchste EU-Gerichtshof in erster Instanz die Klage mit der Begründung ab, dass keine Verwechslungsgefahr bezüglich der Kurznamen bestehe.

Aktuelle Situation Stand 2006

Der Name Anheuser-Busch Bud ist ein Ausweichname der Brauerei Anheuser-Busch, da der Braukonzern Bitburger gegen Anheuser wegen des Markennamens „BUD“ geklagt hatte. Der Grund war, BUD könne mit BIT verwechselt werden. Deswegen wird in den Ländern, in dem Bitburger auch präsent ist, statt BUD der Name Anheuser-Busch-Bud verwendet. Dieser Name war gerade während der Fußball-WM 2006 in Deutschland stark präsent, da Anheuser als einer der Hauptsponsoren der WM auftrat. In vielen anderen Ländern der EU wie in Spanien oder Italien wird Budweiser nach wie vor als Budweiser verkauft und nicht als Anheuser-Busch-Bud oder Bud.

Der Stand im November 2006 war, dass Bitburger den Rechtstreit verloren hat. Das deutsche Gericht hatte entschieden, dass der deutschsprachige Mensch in der Lage sei, zwischen BUD und BIT zu unterscheiden (vereinfacht ausgedrückt). Es bestehe sowohl akustisch als auch optisch ein deutlicher Unterschied. Dazu komme, dass beide Konzerne eine unterschiedliche Aufmachung der Flaschen haben. Daher lässt sich mutmaßen, dass Budweiser in Zukunft wieder unter dem Markennamen „BUD“ nach Europa vorstoßen könnte. Da jedoch der europäische Markt nicht zu den Hauptabnehmern von Anheuser-Busch zählt, wird sich Anheuser in den kommenden Jahren mehr Richtung Asien orientieren. Denn gerade die Staaten Deutschland, Österreich und Tschechien haben ihre eigenen Bierkulturen. Zudem wird in diesen Ländern das amerikanische Bud-Bier als eher „dünn“ angesehen. Laut Anheuser stehen große Pläne zur Einführung des Budweiser Biers in Asien bevor, wodurch der Brauriese mit einem erneuten riesigen Umsatzzuwachs rechnen darf.

Derzeit wird das tschechische Budweiser weltweit als Budweiser, Budvar oder Budweiser Budvar und nur in den USA als Czechvar vertrieben, während das von Anheuser-Busch in Europa (größtenteils) als „Anheuser-Busch Bud“ angeboten wird.

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