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Budō

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt den japanischen Oberbegriff der Kampfkünste. Weitere Bedeutungen siehe unter Budo (Begriffsklärung).

Budō (japanisch 武道, deutsch Militär-Weg, Kriegskunstweg, Weg des Krieges) ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste, die – im Gegensatz zu den traditionellen Bujutsu Kriegskünsten – außer der Kampftechnik noch eine „innere“ Lehre oder auch Philosophie beinhalten.

Das sino-japanische Kanji Bu (武) entspricht dem alt-japanischen Takeshi und bedeutet Militär oder kriegerisch; das Kanji (道) hat die Semantik des Wortes „Weg“.

Nach einer anderen Deutung setzt sich das Zeichen Bu aus zwei anderen Schriftzeichen zusammen, die "Waffen anhalten" bedeuten.

Während Bujutsu der Oberbegriff der reinen Kampftechniklehre ist, die die Effizienz nach außen als Priorität hat, ist das Budō eine auf das Innere des Übenden abzielende Tätigkeit. Wie in vielen japanischen Künsten liegt im Budō der Sinn eher im „Tun” als im Ergebnis; es ist ein Prozess, dessen Ergebnis offen und oft auch nebensächlich ist.

Die Begriffe „Budō“ und „Bushidō“ (Weg des Kriegers) haben auch noch eine übertragene Bedeutung: als Methode zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle.

Die ersten Budo Systeme sind in der Edo-Periode (Friedenszeit) entstanden als die Samurai keine Kriege führen mussten und sie Zeit für das Üben der Kampfkünste hatten.


Anekdote

Als der berühmte Kämpfer Tsukahara Bokuden alt war, rief er seine drei Söhne zu sich, um zu prüfen, welcher von ihnen seine Nachfolge antreten sollte und legte einen Schemel über die Eingangstür zu seinem Raum so, dass er bei Berührung der Tür herunterfallen musste.

Der älteste Sohn näherte sich der Tür, griff nach oben, nahm den Schemel herunter und stellte ihn an seinen Platz.

Der zweite Sohn öffnete die Tür, sah den Schemel fallen, fing ihn auf und stellte ihn ebenfalls an seinen Platz.

Der dritte Sohn stürmte zur Tür herein, der Schemel fiel herunter, doch rasch zog er sein Schwert und spaltete ihn, noch ehe der Schemel zu Boden gefallen war. Als er selbstgefällig lächelte, sprach der Vater jedoch:

„Du bist ein Unglück für die Kunst des Budo und eine Schande für die ganze Familie. Die Haltung ist wichtiger als die Technik. Verlass mein Haus und komm erst zurück, wenn du das verstanden hast“.

Zu seinem zweiten Sohn sagte Bokuden:

„Du musst weiter üben, bis du einen Geist entwickelst, der dich selbst und andere vor Unglück bewahren kann.“

Zum ältesten Sohn aber sagte Bokuden:

„Nun kann ich in Frieden abtreten, denn du hast verstanden, was in den Kampfkünsten von Bedeutung ist.“

Siehe auch

Bild:Portal.svg Portal: Budō – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Budō
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