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Buckau (Schiff)
Aus Kefk.
Anfang der 1920er Jahre ließ Anton Flettner den Dreimastschoner Buckau auf der Germaniawerft Kiel zu seinem Rotorschiff mit „Walzensegeln“, sogenannten Flettner-Rotoren, umgebauen. Die beiden Walzen, die den Magnus-Effekt nutzten, hatten eine Höhe von 15,6 m und 2,8 m Durchmesser. Sie drehten sich mit 120 Umdrehungen pro Minute.
Optimale Antriebsverhältnisse lagen vor, wenn die Umfangsgeschwindigkeit der Walzen gleich der 3,5fachen Windgeschwindigkeit war und der Wind von der Seite kam. Kam der Wind von achtern, musste das Schiff kreuzen.
Die Buckau ist nach einem Stadtteil Magdeburgs benannt. Das Schiff wurde später in Baden-Baden umbenannt und nach Amerika verbracht. Bei der Ankunft in New York am 9. Mai 1926 erregte das Schiff großes Aufsehen.
Die Baden-Baden wurde 1931 in der Karibik von einem Sturm zerstört. Die Rotoren waren zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits wieder entfernt worden.
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Prinzip
Der Flettner-Rotor besteht aus einem senkrecht stehenden, rotierenden Zylinder aus Blech mit größeren Endscheiben, der vom Wind angeströmt wird. Die Endscheiben halten nur die Strömung am Rohr und sorgen für eine gleichstarke Strömung am Ende des Rotors. Der Rotor dreht sich durch äußeren Antrieb (elektrisch) mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und erzeugt durch den Magnus-Effekt eine Vortriebskraft mit etwa 10 mal mehr Schub als ein Rahsegel mit gleicher Fläche.
Technische Daten
- Stapellauf: 4. September 1920
- Fertigstellung: 1920 als Schoner/1924 als Rotorschiff
- Größe:
- 496 BRT
- 455 BRT als Segler
- Tragfähigkeit: 625 t
- Länge / Breite / Tiefgang: 54 m / 9 m / 3,8 m
- Antrieb:
- Segler: 883 m² Segelfläche und Diesel-Hilfsmotor
- Rotorschiff: Dieselmotor mit 220 PS und zwei Flettner-Rotoren
- Geschwindigkeit: 7-11 kn
- Besatzung: 10 Mann
- Schwesterschiffe: Gaarden, Datteln & Annen (aber ohne Rotorantrieb – 3-Mast-Toppsegelschoner)
Siehe auch
Literatur
- Emo Descovich: Flettners Ruder, Segel und Rotor: Ein volkstümlicher Erklärungsversuch. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1925.
- Josef Esser: Das Flettner-Schiff. Essen: G. D. Baedeker, 1925.
- Anton Flettner: Mein Weg zum Rotor, Leipzig: Köhler & Amelang, 1926.
- Kurt Graffstädt: Die Flettner-Rotoren in allgemein-verständlicher Form Strelitz in M.: Polytechnische Verlagsgeselschaft M. Hittenkofer, 1925.
- Das Flettner-Schiff. In: Marine-Rundschau. Zeitschrift für Seewesen (1924), S. 361-371. Bonn: Mönch, 1924. ISSN 0025-3294
- Otto Mielke: Meeres-Wanderer: Rotor-Motorschiffe "Buckau" und "Barbara" ; Hapag-Schnelldampfer "Vaterland" (= SOS, Schicksale deutscher Schiffe, Nr. 91) Rastatt: Pabel, 1979.
- Otto Mielke: Bewundert, gepriesen und vergessen: Rotor-Motorschiffe "BUCKAU" und "BARBARA" (= SOS - Schicksale deutscher Schiffe Nr. 77) München: Moewig, 1955.
