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Buchmalerei

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Buchmalerei aus dem Missale cisterciense (Wolfgang-Missale) in der Stiftsbibliothek Rein/Österreich, 1493
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Detail aus dem Wolfgang-Missale
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Seite aus dem Codex Aureus Epternacensis, Mitte 11. Jh.
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Heinrich der Zänker im fränkischen Gewand, Miniatur aus dem Regelbuch von Niedermünster
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Der Evangelist Lukas, aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry, 1412-1416

Buchmalerei oder Illumination (von lat. erhellen) ist der farbige Schmuck einer Handschrift, vornehmlich eines Kodex, mit Bildern, Ornamenten und Initialen.

Als Quellen zur Buchmalerei der Spätantike, des Mittelalters und der Renaissance stehen vor allem die Originalwerke und aus dem Mittelalter überlieferte Regelwerke einzelner Werkstätten zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In der Antike wurden Prachthandschriften eher in professionellen Schreibwerkstätten hergestellt, während sich die Produktion im Mittelalter immer weiter auf klösterliche Skriptorien konzentrierte. Hier war die Kunst auch Träger der Kultur und Mittel zur Mission. Erst im 13. Jahrhundert findet man aufgrund der Städteentwicklung wieder mehr und mehr kommerzielle Schreiberwerkstätten.

Antike

Die ältesten erhaltenen illuminierten Werke sind ägyptische Totenbuchrollen. Sie waren reich bebildert und waren nach der Entwicklung der hieratischen Schrift das Vorbild für die Aufteilung des Textes in Kolumnen. Geschrieben und gemalt wurde hier auf Papyrus. Man vermutet auch, dass es bereits im antiken Griechenland die Buchmalerei als eigenständie Kunstdisziplin gegeben habe.[1]

Der Übergang vom Papyrus zum Pergament wird als allmählicher Prozess zwischen dem 1. und 4. nachchristlichen Jahrhundert angenommen. Die ungegerbte Tierhaut erwies sich als Beschreibstoff besser für die Buchmalerei geeignet, da man hier mit deckenden Farben arbeiten konnte, die durch ein Aufrollen des Papyrus nicht beschädigt wurden, wie es bei der Papyrus-Schriftrolle der Fall war. Außerdem war Papyrus sehr teuer und nicht sonderlich reißfest.

In der Spätantike wurde das Bild wurde zunehmend vom Text getrennt. Gemalte Schmuck-Rahmen trugen dazu bei. Die Aufgabe der Veranschaulichung des Textes blieb aber bestehen. Die Farben wurden als Felder aufgetragen, ohne sich miteinander zu vermischen. Die Miniatoren verwendeten in der Regel Vorlagen, wodurch sich standardisierte Formen ergaben. In Alexandria vermuten Wissenschaftler den Ursprung einiger berühmter Werke wie der Wiener Genesis und des Codex purpureus Rossanensis.

Mittelalter

Man kann nicht genau sagen, wo die Spätantike endet und das frühe Mittelalter beginnt, da man oft auf antike Vorbilder zurückgreift, was eine genaue Datierung schwierig macht. Während man in der Antike versuchte darzustellen, was man sah, wird es hier wichtiger zu zeigen, an was man glaubt, oder vielmehr glauben soll. Gerade die klösterlichen Produktionsstätten, die einen enormen Aufschwung erleben, betrachten das Buch, vielmehr die Bibel, als missionarisches Werkzeug. Der erzieherische Nutzen der Buchmalerei wird stärker herausgestellt, da die meisten Menschen nicht Lesen, aber den Sinn des Geschriebenen durch die Illuminationen erfassen können. Vielfach werden die reich geschmückten Bibeln beim Gottesdienst durch den Mittelgang getragen und für alle sichtbar nach oben gehalten, wodurch auch eine Art Verehrung des Buches entsteht.Es werden aber nicht nur die antiken Vorbilder übernommen, sondern auch eigene lokale Stile für die Darstellung von Körper, Gesicht, Gewändern und anderen Details entwickelt. Das 7. Jahrhundert ist vor allem durch das Bilderverbot des Kaisers Leo III. in Byzanz geprägt, das zu einem vorübergehenden Niedergang der Buchmalerei führte. Nach der Synode von Konstantinopel im Jahre 843 n.Chr. belebt sie sich allerdings wieder. In dieser Zeit werden nicht mehr nur sakrale Bücher hergestellt, auch Werke profaner Autoren werden reich illustriert. Nicht nur in der ikonografischen Darstellung, sondern auch in der ornamentalen Ausschmückung des Textes findet eine starke Entwicklung statt. Bestimmte Stellen des Textes, wie der Titel, die Anfänge von Buch und Kapitel und auch das Kolophon am Ende des Textes werden hervorgehoben. Mit dem vierten Kreuzzug nimmt die byzantinische Kunst ein jähes Ende. In der vorkarolingischen Zeit, ab dem 7. Jahrhundert bis etwa zur karolingischen Renaissance findet eine Hinwendung zum Ornament statt, inspiriert vom Kunsthandwerk nördlich der Alpen, das Darstellungen von Menschen gerne ausweicht. Oft findet man in karolingischen Handschriften rein ornamental ausgemalte Zierseiten, arkadenförmige Rahmungen und Zierleisten. Vor allem die reichilluminierte Initiale wird häufig verwendet. Das beliebteste Motiv sind Tiere, hauptsächlich Vögel und Fische, die in die Verzierung der Buchstaben und Randleisten mitaufgenommen werden. Einige Klöster treten als Werkstätten besonders hervor, zum Beispiel das 590 gegründete fränkische Kloster Luxueuil, das einen charakteristischen sehr detailreichen Stil bei der Darstellung besonders von Vögeln entwickelt. Initialen werden teilweise bis auf den Rand ausgedehnt. Ein Beispiel hierfür ist der Ragyntrudis-Codex, der heute in Fulda liegt. Auch die Schule von Corbie widmet sich dem Ornament und ist besonders bekannt für seine einfachen Quer- und Schrägstreifen. Auf den britischen Inseln findet eine ganz eigenständige Entwicklung statt. Da die heilige Schrift besondere Verehrung findet, sind hier vorwiegend prächtige sakrale Werke überliefert. Aus der Antike wird hier mehrfach die Purpurfärbung des Pergaments übernommen, aber es kommt die Verwendung von Gold- und Silbertinte hinzu. Dadurch wird der Text selbst zum Objekt der Buchmalerei. Ein besonders charakteristisches Merkmal sind die, vor allem in irischen Handschriften verwendeten, ornamentalen Flechtwerke, die wie auch im kontinentalen Europa, dem Kunsthandwerk, speziell der Metallkunst, entlehnt sind. Das Book of Durrow und der Lindisfarne Gospel sind nur zwei Beispiele der insularen Buchmalerei. Karl der Große setzt neue Maßstäbe in Bezug auf das religiöse Leben und die Bildung, aber vor allem in der Kunst. Er holt nicht nur Gelehrte, sondern auch viele Künstler in sein Reich. Aus Monte Cassino lässt er ein Exemplar der Benediktiner-Regel zur Vervielfältigung und Musterbücher für eine Vervielfältigung und deren Ausschmückung holen. Auch seine Nachfolger, Ludwig der Fromme, Lothar und besonders Karl der Kahle teilen seine Bibliophilie und sind Auftraggeber für viele Werke. Die Wissenschaft hat 7 große Gruppen feststellen können, die sie in Frankreich lokalisiert haben: Die Ada-Gruppe, benannt nach ihrer ersten großen Auftraggeberin, der Schwester Karls des Großen, weißt einen starken Hang zu antiken Vorbildern auf. So findet man in ihrem berühmtesten Werk, eben jenem Ada-Evangeliar, das Motiv des Lebensbrunnens. Ein weiteres Merkmal dieser Schule ist eine genauere Proportionierung der Figuren. Als zweites verzeichnet man die Palastschule oder auch Hofschule, da sie in der Nähe von Karls Hof vermutet wird. Ihre Werke enthalten vor allem Evangelistenbilder in einem so überzeugend antiken Stil, das vermutet wird, sie seien von orientalischen Künstlern gemalt worden, die durch das byzantinische Bilderverbot einen neuen Arbeitsplatz suchten. Auf das Ornament wird wahrscheinlich wenig Wert gelegt und so findet man es nur sparsam eingesetzt. In der Schule von Reims widmet man sich mehr und mehr der verbesserten Darstellung von Ausdruck, Bewegung und Proportion. Zu den bisher verwendeten Farben tritt Gold hinzu. Der Utrechter Psalter ist der wohl bekannteste Kodex aus dieser Werkstatt. In der Schule von Metz entsteht der neue Typus der Bildinitiale. Figurale Darstellung erscheinen eher grob, dafür findet Blattwerk als Verzierung großzügige Verwendung. In Werken der Schule von Tours findet man winzige Figuren und Gegenstände, die mit Gold und Silber gemalt wurden. In St. Denis werden ausschließlich karolingische Vorlagen benutzt. Die Bücher sind prachtvoll ausgemalt, teilweise aber so reich geschmückt, dass die Übersicht verloren geht. Als Beispiel gilt der Codex Aureus von St. Emmeram. St. Gallen, eine der wohl berühmtesten Werkstätten, ist federführend in der Initial-Ornamentik, was man am Goldenen Psalter hervorragend sehen kann. Mit dem 10. Jahrhundert dehnt sich der Kreis der Auftraggeber auch auf Kirchenfürsten und sogar die Klöster aus, da sie politische Macht besitzen und so Wert auf eine gutsortierte Bibliothek legen. Vorlagen für die Werkstätten befinden sich aus karolingischer Zeit in den Schatzkammern. Die ottonische Buchmalerei unterscheidet sich von ihr vor allem in Bezug auf die Farben, die wesentlich matter sind. Die Kompositionen der Bilder sind einfach, die Hintergründe eher atmosphärisch, als naturgetreu. Die Gestaltung der Figuren erfährt eine "Übersteigerung von Form und Bewegung" [1], so dass die dargestellten Personen eine ätherisch verzückten Ausdruck erhalten. Die Bilder sind meistens ganzseitig. Der Codex Egberti und das Evangeliar Ottos des II. oder III. setzen Maßstäbe für die Epoche. Große Schulen sind Trier, Echternach (Codex aureus von Echternach), Reichenau und Regensburg, wo richtungsgebende Werke wie der Codex Aureus für Kaiser Heinrich II. und das Münchner Sakramentar entstanden. In Frankreich und Belgien entstehen teilweise sehr unterschiedliche Stile, aber es macht sich ein allgemeiner Wunsch nach mehr Klarheit bemerkbar, der zu einer Reduzierung des Buchschmucks führt. Die Schule von Lüttich weist sehr zarte und helle Farben auf und stilisiert Körperhaltung und Gewand der Figuren. Weitere Schulen sind Cluny, Limoges und Poitiers. In St. Sever finden wir eine Besonderheit, denn die hier entstandene St. Sever-Apokalypse ist wieder nur ornamental illuminiert. Figuren fehlen gänzlich. Im 12. Jahrhundert entwickelt man an verschiedenen Stellen die Körperdarstellung weiter, wird naturnaher. Außerdem wird die Ausgestaltung wieder reicher. Vor allem in Deutschland lässt sich durch die verstärkte Romanisierung eine Vereinheitlichung des linearen Stils erkennen. Weingarten und Salem am Bodensee, Einsiedeln und Engelberg in der Schweiz gehören zu den bedeutenden Skriptorien. Ins 13. Jahrhundert fallen die ersten illustrierten Werke deutscher Dichtungen wie die Tristan-Handschrift und der Parzival. In Frankreich widmet sich viele Schulen, wie Cîteaux, wieder mehr dem Ornament, vor allem bei der Ausschmückung von Initialen mit reichlich Blattwerk. Mit der stärkeren Urbanisierung findet man auch wieder mehr und mehr Werkstätten, die die Buchmalerei als gewerbliches Handwerk betreiben und auch die Kunden für Prachtpsalterien, die vermehrt entstehen, sind immer mehr Laien, vor allem die Gemahlinnen der Herrscher. Überliefert sind der [[Ingeborg-Psalter|Psalter der Ingeborg)), der Blanca von Kastilien, der Margarete von Burgund und der Johanna von Navarra. In Frankreich beginnt schon im 12. Jahrhundert eine neue Epoche, die Gotik. Inzwischen stellen gewerbliche, nicht klösterliche Werkstätten den Großteil der buchmalerischen Produktion und es sind einzelne Künstlerpersönlichkeiten auszumachen. Im Gegensatz zur romanischen Buchkunst werden die Formen hier eher stilisiert und sind nicht so mannigfaltig. Der Darstellung und Ausgestaltung des Raumes wird dafür aber mehr und mehr Aufmerksam gewidmet. Er wird mit Landschaften, Städten oder Gärten gefüllt, ohne dabei ein wirklich räumliches Bild entstehen zu lassen. Erst im 15. Jahrhundert soll die räumlich und perspektivisch richtige Darstellungen gelingen. Damit wird das Ornament an den Rand gedrängt, da die Trennung zwischen Text und Bild wieder klarer hervortritt. Das künstlerische Zentrum Frankreichs ist nun Paris. Steuerunterlagen von 1292 geben 17 "Enlumineurs", also Illuminatoren, namentlich an. Einer von ihnen ist Honoré, der mit dem Brevier Philipps des Schönen in Verbindung gebracht wird. Sein Nachfolger ist sein Schwiegersohn Richard von Verdun. Jean de Berry schafft eine der größten Sammlungen, von der heute noch sechs Stundenbücher, ein Psalter unter anderem von den Brüdern von Limburg und viele Stücke aus der Profanliteratur erhalten sind. Dazu kommen drei Inventare, die auch Auskunft über die Künstler geben. Die Très Riches Heures sind das bekannteste Werk aus der Sammlung. Es verrät einen starken Sinn für die Wirklichkeit. Auf den Kalenderblättern werden die königlichen Residenzen von Paris und für die Jahreszeiten typische Aktivitäten gezeigt, allerdings fehlt noch immer eine richtige Perspektive. Die deutsche Hochburg der Buchmalerei ist Köln, wo Johann von Valenburg als Künstlerpersönlichkeit in Erscheinung tritt. Stilistisch treten geometrische Formen , Ranken und auch Drachen in den Vordergrund. Ritterliche Liederhandschriften stellen ein neues Element in der Literatur, als dessen Höhepunkt die Manessische gilt. Zusätzlich zu den prächtigen Bänden, produzierte man auch weniger reich ausgestaltete Handschriften. Diese enthielten meist Erbauungsliteratur zur Belehrung und Unterhaltung. Bei diesen sogenannten Volkshandschriften beschränkte sich die Buchmalerei eher auf die reine Illustration, die wesentlich einfacher ausfiel und aus schablonenhaften Federzeichnungen bestand.

Farbpigmente

Schreiber und Maler waren nur in seltenen Fällen identisch. Sie arbeiteten nacheinander an einer Seite, und der Schreiber setzte meistens an die vom Maler auszugestaltenden Felder Anweisungen in sehr kleiner dünner Schrift, die anschließend übermalt wurde. In der großen Bibel der Kathedrale von Winchester kann man sie vereinzelt noch erkennen. Beim Ausmalen der Werke, hielten sich Illuminatoren meistens streng an ihre Muster- und Rezeptbücher.Eines davon ist die sogenannte Mappae Clavicula aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die Auskunft über die Herstellung der Farben gibt.

rote Farbmittel

  • Roter Ocker: rote Tonerde, die aus der Mischung von Ton mit dem Eisenoxid Hämatit, auch Roteisenstein genannt entsteht. Eine andere Möglichkeit ist gelben Ocker durch Brennen von Bleiweiß und die Einwirkung von Essig rot zu färben.
  • Zinnober: entsteht bei der Verbindung von Quecksilber und Schwefel zu Quecksilbersulfid (HgS). In der Buchmalerei mischt man es mit Fischleim, Eiklar oder Gummi um eine deckende feuerrote Farbe zu erhalten.
  • Menninge: kommt als braunes Mineral vor, dass durch Zerstoßen hellrot wird. In der Buchmalerei verwendete man aber die künstliche Form, die entsteht, wenn Bleiweiß erhitzt wird. Sie wird deckend in Verbindung mit Fischleim, Eiklar oder Gummi. Wurde anfangs auch als Bindemittel eingesetzt, daher leitet sich auch der Name "Miniatur" ab.
  • Karmin: wird aus den Weibchen der Schildlaus (Kermes vermilio) hergestellt. Die Farbe ist ein stumpfes dunkles rot. Durch Behandlung mit Soda und Alaun entsteht das feurig rote Farbpigment Karmesinrot.
  • Vermiculum: entsteht ebenfalls aus der Schildlaus. Diesmal wird das Pigment mit Essig und Zitronensaft behandelt, wodurch es einen eher orangeroten Farbton erhält, der mit den Bindemitteln eine etwas raue und undurchsichtige Konsistenz ergibt.
  • Folium: aus dem Pflanzensaft von Krebskraut. Es gab drei Farbtöne: rotbraun, Saphir und purpur. Letzteres wurde häufig zur Färbung des Blattgrundes verwendet. Nach der Mischung mit den Bindemitteln bleiben alle drei Töne durchscheinend.
  • Drachenblut: Pflanzenharz mit rötlich brauner Färbung, deren Ton mit Beimischung verschiedener Farbkreiden verändert werden konnte.
  • Brasilholz: Holzart, die Brasilein enthält, das für eine rosa Färbung sorgt.
  • Purpur: wird aus der Purpurschnecke hergestellt. Vor allem in der Spätantike und Byzanz färbt man das Pergament damit ein. In mittelalterlichen Regelwerken findet es sich nicht mehr.

Gelbe Farbmittel

  • Gelber Ocker: gelbe Tonerde (Eisen(II)-oxid Hydrat), die mit den Bindemitteln deckend vermalt werden kann.
  • Auripigment: gelbes Arsen(III)-Sulfid, dessen Ton von hellem Gelb bis Orange reicht.
  • Bleigelb: entsteht wie Menninge durch das Erhitzen von Bleiweiß. Der Farbton ist ein glattes Eigelb.
  • Safran: oranges Pigment aus dem Blütennarben des Safran
  • Wau: gelber Pflanzensaft der Reseda luteola, auch Färberwau genannt, der einen satten gelben Farbton hervorbringt.

Grüne Farbmittel

  • Grünerde: grünes Eisensilikat mit stumpfem aber deckendem Farbton
  • Malachitgrün: Kupfercarbonat mit bläulich grüner Farbe, von pudriger Konsistenz
  • Grünspan: hergestellt aus Kupferspänen, die man mit Weinessig mischte und anschließen in Pferdemist vergrub. Die daraus entstehenden Ausblühungen wurden abgeschabt und dann zum Malen benutzt. Durch die Art der Herstellung fiel der Farbton sehr unterschiedlich aus und variiert von dunkel über gelbliches und bläuliches Grün bis zu einem klaren helle Grün

Blaue Farbmittel

  • Ultramarin: zu Pulver zerstoßener Lapislazuli aus dem man Kalkspat und Pyrit entfernt hat. Die Farbe variiert von sattem tiefen blau bis Himmelblau, die beim Vermalen mit Bindemittel schimmert
  • Azurit: Kupfercarbonat, das bei der Verwitterung von Kupfersulfiden entsteht und ebenfalls zermahlen wird. Ihr Farbton tendiert zum Violett.
  • Indigo: Pflanzenfarbstoff der Indigopflanze, der einen satten Blauton erzeugt

Weiße Farbmittel

  • Bleiweiß: wurde durch das Aufbringen von Essig, oft auch von Urin, auf Bleiplatten hergestellt. Vermalt mit Fischleim und Gummi deckende. Bei Verwendung von Eiklar entstehen Sprünge in den Farbflächen.
  • Knochenweiß: lat. ossa combusta. wurde aus gebrannten Knochen in Verbindung mit Auripigmenten gewonnen

Schwarze Farbmittel

  • Rußschwarz: wurde vorwiegend durch das Verkohlen von Pflanzen, Elfenbein, Harz oder Pech hergestellt.

Bindemittel

  • Fischleim: gr. ichtyocolla
  • Eiklar: auch clarea wurde gewonnen indem man ein Ei schaumig schlug und die sich am Boden absetzende Eikläre abschöpfte
  • Gummi: vorwiegend gummi arabicum, ein Pflanzensaft, der sich als Universalbindemittel eignete


Buchmaler

  • Meister der Katharina von Kleve
  • Jan van Eyck
  • Jean Fouquet
  • Brüder von Limburg
  • Simon Bening
  • Dagulf
  • W. de Brailes
  • Matthäus Paris
  • Savalo
  • Villard de Honnecourt
  • Honoré
  • Richard de Verdun
  • Jean Pucelle
  • André Beauneveu
  • Jaquemart de Hesdin
  • Jaques Coene
  • Pietro da Verona
  • Meister des Herzogs von Bedford
  • Jean Fouquet
  • Jan Colombe
  • Jean Bourdichon
  • Meister des Guillebert de Mets
  • Meister des Mansel
  • Simon Marmion
  • Jean Dreux
  • Rogier
  • Jean de Tavernier
  • Loyset Lièdet
  • Wilhelm Vrelant
  • Meister des Anton von Burgund
  • Philippe de Mazerolles
  • Hugo von Goes
  • Meister der Maria von Burgund
  • Hortulus-Meister
  • Gerard David
  • Sanders Bening
  • Gerard Horenbaut
  • Herman Scheere
  • Johann von Troppau
  • Nicolò di Giacomo
  • Simone Martini
  • Giovannino und Salomone de Grassi
  • Belbello die Pavia
  • Girolamo da Cremona
  • Taddeo Crivelli
  • Franco Russi
  • Guglielmo Giraldi
  • Martino di Modena
  • Matteo da Milano
  • Don Lorenzo Monaco
  • Zanobi di Benedetto Strozzi
  • Francesco d'Antonio del Cherico
  • Giulio Clovio

Quellen


Literatur

  • Fritz Funke: Buchkunde - ein Überblick über die Geschichte des Buches. Albus VMA-Verlag, Wiesbaden 2006.
  • Christine Jakobi-Mirwald: Buchmalerei. Ihre Terminologie und der Kunstgeschichte. Reimer, Berlin 1997.
  • Christine Jakobi-Mirwald: Das mittelalterliche Buch - Funktion und Ausstattung. Philip Reclam jr., Stuttgart 2004.
  • Hermann Kühn (et all.): Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken Band 1 - Farbmittel, Buchmalerei, Tafel- und Leinwandmalerei. Philipp Reclam jr., Stuttgart 1984.
  • Otto Pächt: Buchmalerei des Mittelalters - eine Einführung. Prestel-Verlag, München 1985. ISBN 3-7913-0668-5.
  • Ralf M.W. Stammberger: Scritptor und Scriptorium - Das Buch im Spiegel mittelalterlicher Handschriften. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2003.

Weblinks

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