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Buchschließe

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Bild:Schliesse 1.jpg
Geschmiedete Schließe nach altem Vorbild
Bild:Schliesse 2.jpg
Gesägte und gefeilte Schließe nach altem Muster
Buchschließen sind lederne oder metallene Konstruktionselemente des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bucheinbands, die dazu dienten, ihn vor dem Sperren und damit dem Eindringen von Staub und Licht zu schützen.

Geschichte

Mittelalterliche Bucheinbände besaßen feste Rücken, das heißt der Buchblock und das Einbandmaterial waren an dieser Stelle fest miteinander verbunden. Trotz des Gewichtes der hölzernen Buchdeckel ließ es sich nicht vermeiden, dass Einband und die meist immer noch pergamentenen Lagen eine Spannung aufbauten, die dazu führte, dass das liegend aufbewahrte Buch regelrecht aufklaffte. Die Buchschließen wurden daher aus der logischen Konsequenz entwickelt, einen entsprechenden Gegendruck aufbauen zu müssen. Ebenso wie bei den Buchbeschlägen trat jedoch zur schützenden schnell auch eine schmückende Funktion.

Bis ins 16. Jahrhundert blieben die Schließen ein wesentlicher Bestandteil jeden Buches. Während in Mitteleuropa zwei Schließen am Vorderschnitt üblich waren, fügte man in Italien oder in von italienischem Einbandschaffen beeinflussten Regionen je eine zusätzliche an Kopf- und Fußschnitt hinzu. Die Möglichkeiten der Gestaltung von Schließen waren dabei vielfältig. Luxuseinbände wurden meist mit kostbar gearbeiteten Metallschließen verziert, die sich in ihrer Dekoration an den Beschlag anlehnten. Gebrauchseinbände hingegen wiesen meist schlichte Messingschließen mit Leder- oder Metallscharnieren auf, die, besonders aus Nürnberg kommend, in weiten Teilen des deutschsprachigen Kulturraums vertrieben wurden.

Mit dem Aufkommen von Pappdeckeln ging man dazu über, metallene Schließen durch Lederriemen oder Stoffbänder zu ersetzen. Aber diese Handhabe überlebte sich schnell. Die sich immer mehr durchsetzende stehende Lagerung der Bücher in Regalen ließ Schließen oder verwandte Elemente spätestens ab dem 17. Jahrhundert überflüssig werden. Zusammen mit den Beschlägen wurden sie zwecks einer rationelleren Aufwahrung in der Neuzeit daher oft entfernt. Schließen existieren heute in einer modifizierten Form lediglich noch bei Tagebüchern. Hier steht allerdings der Schutz des Inhaltes und nicht der des Buches an sich im Vordergrund.

Varianten

Die Einbandforschung unterscheidet sieben verschiedene Typen der Schließenkonstruktion:

  • Langriemenschließen aus Leder, die um das Buch herumgeführt und dort befestigt werden.
  • Als Variante der ersten Konstruktion: Langriemenschließen, die an übergreifenden Pergament- oder Lederklappen befestigt sind (üblich bei Kopert- oder Aktenbänden).
  • Leder- oder Pergamentriemen, die das Buch durch Umwickelung und Verknotung in sich selbst verschließen.
  • Sehnenschlingen, die auf dem Vorderdeckel um Knöpfe geschlungen werden (besonders für weiche Pergamentbände in Spanien).
  • Geflochtene Lederriemenschließen (Griechenland, Spanien und Italien)
  • Lederschließen mit Metallbeschlag oder Lederscharnier.
  • Metallschließen mit Metallscharnier.

Literatur

  • Eike Barbara Dürrfeld: Die Erforschung der Buchschließen und Buchbeschläge. Eine wissenschaftsgeschichtliche Analyse seit 1877. Dissertation, Mainz 2002.
  • Hellmuth Helwig: Einführung in die Einbandkunde. Hiersemann, Stuttgart 1970. ISBN 3-7772-7008-3. S. 35 f.
  • J. Vezin: Buchschließen. In: Severin Corsten (Hrsg.): Lexikon des gesamten Buchwesens. Bd. 1. Hiersemann, Stuttgart 1987, ISBN 3-7772-8721-0, S. 633.
  • Otto Mazal: Einbandkunde. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-88226-888-3, S. 23.
Wikipedia
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