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Schriftrolle

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Bild:Milkau Ein Römer liest eine Schriftrolle - Von einem Sarkophag im Garten der Villa Balestra, Rom 83-2.jpg
Ein Römer liest eine Schriftrolle - Von einem Sarkophag im Garten der Villa Balestra

Schriftrolle (auch Buchrolle, Volumen oder Rotulus) ist die aus einer gerollten Papyrus- oder Pergamentbahn bestehende typische Buchform des Altertums (siehe Antike Schriftrollen). Die Schriftrolle wurde im 4./5. Jh. durch den Kodex verdrängt, einen gebundenen Block von Pergament- oder Papyrusbögen.

Rotuli waren aber noch im Mittelalter gar nicht selten. Im deutschen Mittelalter wurden insbesondere grundherrschaftliche Verzeichnisse als Rotuli geführt (daher auch die deutsche Bezeichnung Rodel, Rödel, mit der man überwiegend Urbare bezeichnete). Nur vereinzelt gab es Papier-Rotuli (beispielsweise ein Papierrotulus über die Prozeßauslagen des Stiftes Essen 1353-1355).

In der frühen Neuzeit gab es vor allem in Benediktinerklöstern die so genannten Totenrotel, die mit aneinandergeklebten Pergamentstücken zum Zwecke des Gebetsgedenkens andere Konvente vom Tod eigener Mönche unterrichteten.

Heute werden nur noch wenige Bücher als Schriftrolle ausgeführt, wie dies aus kultischen Gründen nach wie vor bei der jüdischen Thora der Fall ist.

Von hoher Bedeutung für die Bibelwissenschaft war die Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer.


Literatur

Helmut Hiller und Stephan Füssel: Wörterbuch des Buches. Sechste, grundlegend überarbeitete Auflage. Klostermann, Frankfurt a. M. 2002, ISBN 3-465-03220-9


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