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Gauting

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Gauting Wappen.png
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Koordinaten: Koordinaten: 48° 4′ N, 11° 22′ O48° 4′ N, 11° 22′ O
Höhe: 564 m ü. NN
Fläche: 50,38 km²
Einwohner: 19.437 (30. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 386 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82131
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: STA
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 120
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 7
82131 Gauting
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Brigitte Servatius (SPD)

Gauting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg und liegt südwestlich von München an der Würm.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ortsteile sind Gauting, Stockdorf, Grubmühl, Buchendorf, Königswiesen, Hausen, Unterbrunn und Oberbrunn.

Es existieren folgende Gemarkungen: Buchendorf, Gauting, Oberbrunn, Unterbrunn.

Geschichte

Das Gebiet der Gemeinde Gauting gehört zu den am frühesten besiedelten Bereichen in Oberbayern. Belege dafür sind z.B. die südlich von Gauting und beim Ortsteil Stockdorf gelegenen Grabhügel, die aus der Bronzezeit stammen. Im Ortsteil Buchendorf befindet sich zudem eine gut erhaltene Keltenschanze, die der Eisenzeit zugeordnet wird.

In der römischen Kaiserzeit wird der Ort, an dem sich Gauting befindet, als „Bratananio“ (latinisiert in der Tabula Peutingeriana „Bratananium“) bezeichnet. Dabei handelt es sich um den Übergang der Römerstraße, heute als Via Julia bezeichnet, über die Würm sowie um ein zugehöriges Lager der Besatzungstruppen. Die Via Julia verband Augsburg, ehemals Augusta Vindelicorum, Hauptstadt der Provinz Raetia, mit Salzburg, ehemals Juvavum, in der Provinz Noricum gelegen. Auf dem Gemeindegebiet mündete die römische Fernstraße Bregenz-Salzburg in die von Augsburg kommende Straße.

Die Zeit der römischen Besiedelung ist vielfach archäologisch belegt. Der spektakulärste Fund ist ein römisches Tonkruglager, in dem 1930 etwa 40 ganze und 200 zerbrochene Krüge aufgedeckt wurden. Später wurden ein Badehaus, Werkstätten, Wohnhäuser und Urnengräber mit zahlreichen römischen Beifunden ausgegraben.

Nach dem Rückzug der Römer im 5. Jahrhundert und der Besiedelung durch die Bajuwaren lässt sich eine erste eindeutig dem heutigen Gauting zuordenbare urkundliche Erwähnung ab dem 8. Jahrhundert nachweisen. Der Ortsname, der in etwa "bei Cotto und seiner Sippe" bedeutet, variiert in den Urkunden noch bis ins 18. Jahrhundert, obwohl die heutige Schreibweise bereits im Hochmittelalter auftaucht: 753 Goutingen, 776 Cotingas, 778 Goddinga, 800 Cuittinga, 809 Cotingas, 822 Cotingun, 856 Gotinga, 948 Gotzingun, 957 Kotingun, 1048 Gutingen, 1098 Cotzingen, 1150 Gutingin, 1130 Gutingen, 1164 Guttingen, 1296 Gautingen, 1342 Gauttingen, 1312, 1368 und 1372 Gauting, 1409 und 1465 Gautting (nach Dr. Wolfgang Krämer).

Auf Gautinger Gemeindegrund befand sich erstmalig 934 urkundlich nachweisbar die Hofmark Königswiesen. Der selben Zeit wird auch die Entstehung der zweiten Hofmark Schloss Fußberg zugeordnet, die ca. 2 km würmabwärts liegt.

Einer Legende zufolge wurde Karl der Große in der Gautinger Reismühle geboren, daher auch die Kaiserkrone im Gautinger Wappen.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von München zu den Alpen zu Ende des 19.Jahrhunderts und der damit schnelleren Anbindung an die Landeshauptstadt begann auch der Aufstieg Gautings als Villenort. Es folgten die Gründung der Villenkolonie, im Jahre 1902.

Seitdem erfreut sich Gauting eines regen Zustroms an Ruhe und Wohnraum suchenden Pendlern.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeisterin ist Brigitte Servatius (SPD)
  • 2. Bürgermeister ist Ludwig Groß (CSU)

Gemeinderat

Die Sitzeverteilung im Gemeinderat.
Jahr SPD CSU Grüne FDP UBG FBG gesamt Wahlbeteiligung (in %)
2002 6 9 2 3 2 2 24 61,8

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 64, im produzierenden Gewerbe 1.674 und im Bereich Handel und Verkehr 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 3.145 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 5.620. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 21 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 27 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.556 ha, davon waren 1.117 ha Ackerfläche und 430 ha Dauergrünfläche. Seit langem wird nach einem Standort für ein großes Gewerbegebiet gesucht, was aber bisher an fehlendem politischen Willen und Durchsetzungskraft, den Finanzen oder der Standortfrage scheiterte. Die Gemeinde ist hoch verschuldet. Trotz geringer Neuausweisung von Gewerbeflächen verfügt die Gemeinde über zwei gute Gewerbesteuerzeahler. Den Automobilzulieferer Webasto und den Zulieferer für die Luftfahrtindustrie Apparatbau Gauting.

Behörden

Im Ortsteil Stockdorf befindet sich die Zentrale der Abteilung 2 des Bundesnachrichtendienst (BND). Die Abteilung 2 betreibt elektronische Aufklärung (Abhören von elektronischer Kommunikation). Die Abteilung 2 betreibt im gesamten Bundesgebiet verteilte Dienststellen. Sie ist getarnt als „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“.

Verkehr

Über die Haltestellen Gauting und Stockdorf besteht eine Anbindung an das Münchner S-Bahn-Netz. Immer wieder wird der Autobahn-Südring A 99 der Stadt München ins Gespräch gebracht, also die Verbindung zwischen der Lindauer Autobahn A 96 und der Garmischer Autobahn A 95. Dessen alte Planungstrasse führte durch das Landschaftsschutzgebiet Grubmühler Feld, wogegen sich Gemeinde, Einwohner und verschiedene Bürgerinitiativen vehement wehren. In der 2006 vom Bayerischen Landtag beschlossenen Machbarkeitsstudie werden nun mehrere Trassenmöglichkeiten geprüft, die Finanzierung des Südringes scheint aber momentan ohnehin nicht möglich zu sein.

Krankenhäuser

In Gauting gibt es ein bekanntes Krankenhaus für Lungenerkrankungen, die Asklepios Fachkliniken München - Gauting, Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie. Auf dem Gelände befindet sich auch die Psychiatrische Klinik Gauting, Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Aktion Knochenmarkspende Bayern mit der Bayerischen Stammzellbank hat hier ebenfalls ihren Sitz.

Schulen

Im Gebiet der Gemeinde Gauting befinden sich das Otto-von-Taube-Gymnasium, eine Realschule, die Paul-Hey-Hauptschule und die Josef-Dosch-Grundschule im Ortskern sowie eine Grundschule in Stockdorf. Schon bald wird eine neue Realschule, direkt neben dem Gymnasium Gelände entstehen.

Vereine

Im Mai 2005 ging der 1901 gegründete Sportverein TSV Gauting mit 540.000 € Schulden in die Insolvenz. Daraus hat sich der Gautinger SC herausgebildet. Außerdem haben sich einige Abteilungen selbstständig gemacht, beispielsweise die Handballer als HC Gauting, und zunächst auch Fußballer und Tennisspieler.

Persönlichkeiten

Veranstaltungen

  • Kulturspektakel (Ende Juli)
  • Gautinger Kastenlauf (erstes Wochenende im August)
  • Gautinger Gemeindelauf (an Sonnwend)
  • Gautinger Drei-Königs-Turnier der örtlichen Handballer (Anfang Januar)

Weblinks

Wikipedia
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