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Klingenthal

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Klingenthal in sächsischen Vogtland. In der Nordwestschweiz existierte ein Kloster Klingenthal, das 1274 aus dem badischen Wehr nach Basel verlegt wurde.
Wappen Deutschlandkarte
Bild:Klingenthal coat of arms.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Vogtlandkreis
Koordinaten: Koordinaten: 50° 22′ N, 12° 28′ O50° 22′ N, 12° 28′ O
Höhe: 500 m ü. NN
Fläche: 28,66 km²
Einwohner: 8996 (29. Sep. 2005)
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08248
Vorwahl: 037467
Kfz-Kennzeichen: V
Gemeindeschlüssel: 14 1 78 250
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchstr. 14
08248 Klingenthal
Webpräsenz:
Bürgermeister: Reiner Schneidenbach (CDU)
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Rundkirche "Zum Friedefürsten"

Klingenthal ist eine Kleinstadt im sächsischen Vogtlandkreis. Sie befindet sich im Musikwinkel des Vogtlandes und ist durch den Musikinstrumentenbau, als Ferienort und Wintersportzentrum bekannt geworden.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Klingenthal liegt unmittelbar an der Grenze zur Tschechischen Republik, gegenüber von Kraslice (Graslitz), am Fuße des Aschberges (936 m ü. NN). Die mit 10,5 km äußerst langgestreckte Stadt ist von unzähligen Fichtenwäldern umgeben. Durch Klingenthal fließt die Döbra und die Zwota. Beide vereinigen sich an der deutsch-tschechischen Grenze zur Zwotau, die in die Eger mündet.

wichtige Berge um Klingenthal:

Stadtgliederung

Ortsteile sind:

Nachbargemeinden

Im Vogtlandkreis:

Grünbach - Morgenröthe-Rautenkranz - Tannenbergsthal/Vogtl. - Zwota

In Tschechien:

Kraslice

Geschichte

Bild:Erste erwähnung klingenthals.png
Erste Erwähnung Klingenthals im Kirchenbuch Schöneck

Am Bach Zwota nahe der böhmischen Grenze wurde ab 1591 von Sebastian Köppel ein Hammerwerk errichtet, um die nahen Vorkommen an Eisenerz, sowie die weitläufigen Wälder der Region zu nutzen. Am 1. Februar 1602 erfolgte dann auch die erste Erwähnung des Namens "Höllhammer" im Kirchenbuch der Stadt Schöneck. Es lebten zu dieser Zeit dort Hammerschmiede, Bergleute und Köhler. 1628 brennt das Hammerwerk ab und wird bis auf das Hammergut nicht wieder aufgebaut. Damals gehörte Quittenbach nicht zu Klingenthal und ist als Lehen in Voigtsberg eingetragen. Im Jahre 1626 hatte Georg Christoph Boxberger von Hellhammer zu Errichtung eines Hammerwerks nachgesucht, was ihm jedoch aus Sorge vor möglichen Schäden an der Flur nicht gewährt wurde. Stattdessen wurde ihm erlaubt vier Häuser mit zugehöriger landwirtschaftlicher Nutzfläche einzurichten.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts führten böhmische Exulanten, die im Zuge der Gegenreformation auswanderten, den Geigenbau ein. 1716 fand die Gründung einer Geigenmacherinnung statt. Ende des 18. Jahrhunderts folgte die Einführung der Bogenmacherei, der Saitenmacherei und der Fertigung von Holz- und Blechblasinstrumenten in Klingenthal. Im Jahre 1829 kamen die Mundharmonikaproduktion und die Holzkammfertigung dazu, 1852 die Herstellung der Handharmonika, das spätere Akkordeon. Klingenthal wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Weltzentrum der Harmonikaproduktion. Die älteren Zweige des Musikinstrumentengewerbes wurden durch die Harmonikainstrumente weitgehend verdrängt. Seit 1875 hat Klingenthal einen Bahnanschluss.

Luftaufnahme des Ortskerns
Luftaufnahme des Ortskerns

Das Stadtrecht erhielt Klingenthal am 1. Oktober 1919. Am 25. Juli 1952 wurde aus Teilen der früheren Kreise Auerbach und Oelsnitz der Kreis Klingenthal gebildet. Seit 1996 gehört Klingenthal zum Vogtlandkreis, dessen Verwaltungssitz Plauen ist. Im Unterschied zum elsässischen Klingenthal lautete der offizielle Name der Stadt bis zum 31. Januar 2007 Klingenthal/Sa. Mit Beschluss 377 (veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt vom 9. Februar 2007) wurde der Zusatz Sa. gestrichen, die Stadt heißt nach diesem Beschluss seither nur noch Klingenthal.

Die Eigenarten der Gebirgslandschaft haben den Wintersport seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Klingenthal heimisch werden lassen. Die Leistungen der Klingenthaler Skisportler haben den Ort und das Niveau des nordischen Skisportes international mitbestimmt.

siehe auch

Eingemeindungen

1950 vereinigten sich die Gemeinden Brunndöbra und Sachsenberg-Georgenthal mit Klingenthal. Im Januar 1992 wurde Mühlleithen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Bild:Klingenthal Ew-Entw.png
Einwohnerentwicklung

Der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahl im Jahre 1950 ist auf die Eingemeindung zurückzuführen. Zu DDR-Zeiten war die Einwohnerzahl der stark industrialisierten Stadt bereits wieder rückläufig. Der wirtschaftliche Niedergang nach der Wende beschleunigte diesen Vorgang, und auch die billige Konkurrenz aus Tschechien, zu der seit 2001 ein Straßen- und Eisenbahngrenzübergang hinüberführt, hat an dieser Entwicklung einen keineswegs geringen Anteil.

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1834 bis 1946

1950 bis 1999

2000 bis 2004

* 29. Oktober
** 31. August

Politik

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften unterhält Klingenthal mit:

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Kraslice (Graslitz), Tschechien, seit 1952 
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Neuenrade, Nordrhein-Westfalen
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Castelfidardo, Italien seit Mai 2003 -

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal
  • Harmonikamuseum Zwota
  • Akkordeon-Schaumanufaktur

Musik

  • das Blasorchester "Stadtorchester Klingenthal"
  • Kirchenkonzerte in der Rundkirche "Zum Friedefürsten
  • der Internationale Akkordeonwettbewerb
  • der Männerchor "Goldbergchor"
  • das Blasorchester "Lindenkapelle"
  • das Akkordeonorchester
  • die Band Dainty
  • Posaunen- und Kirchenchöre der einzelnen Kirchgemeinden
  • Mundharmonika-Live Festival

Religionen

Bauwerke


Naturdenkmäler

Sport

  • Kunsteisstadion: Im Ort befindet sich eine nicht überdachte Kunsteisbahn, auf welcher in den Wintermonaten (November bis März) gefahren werden kann. Im Sommer kann die Bahn zum Inlineskating genutzt werden.
  • Loipenzentrum Klingenthal/Mühlleithen: Rund um Klingenthal führen 110 km gespurte Loipen. Hier finden sportliche Wettkämpfe statt (z.B. Kammlauf).
  • Ski-Lifte: In der Umgebung befinden sich 3 Skihänge in unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.

Regelmäßige Veranstaltungen

Blick vom Aschberg
Blick vom Aschberg

Eine bedeutende kulturelle Veranstaltung, die im Mai eines jeden Jahres durchgeführt wird, ist der Internationale Akkordeonwettbewerb. Er genießt bei den Experten in aller Welt ein hohes Ansehen.

Weiterhin finden regelmäßig Konzerte im Park statt. Zwei Blasorchester, ein Akkordeonorchester und zahlreiche kleinere Musikgruppen sind durch Funk, Fernsehen und Schallplatte bekannt.

Eine weitere bedeutende Veranstaltung ist Mundharmonika-Live[1] an jedem dritten Wochenende im September. Höhepunkt des internationalen Mundharmonikafestivals ist neben den Workshops für Laien und Profis die musikalisch-kulinarische Livenacht mit Mundharmonikamusik in zahlreichen Klingenthaler Gaststätten. Die musikalische Palette reicht von Folk über Blues, Jazz, Dixieland bis zum Country.

In der Rundkirche "Zum Friedefürsten" werden regelmäßig Kirchenkonzerte gegeben.


Wirtschaft und Infrastruktur

Gewerbe

  • Gastgewerbe insbesondere für Wander- und Wintersport-Tourismus
  • Sitz einiger Firmen und Einrichtungen zur Erforschung und Entwicklung, zum Bau und zur Reparatur von Musik-Instrumenten und Musik-Elektronik
  • Metallverarbeitende Betriebe
  • Forstwirtschaft
  • Produktion medizinischer Produkte

Verkehr

Eisenbahnbrücke nach Tschechien
Eisenbahnbrücke nach Tschechien

Die Eisenbahn wird von der Vogtlandbahn betrieben. Die Züge fahren nach Kraslice im Süden und Zwickau (Fahrzeit: 1 Stunde 30 Minuten) im Norden. Durch Klingenthal führt die Bundesstraße 283. Ferner existierte von 1917 bis 1964 zwischen Klingenthal und Sachsenberg-Georgenthal eine elektrische Straßenbahn mit 1.000 mm Spurweite.

Folgende Grenzübergänge führen in und um Klingenthal nach Tschechien:

  • PKW-Grenzübergang Klingenthal - Graslitz an der B 283
  • Eisenbahngrenzübergang der Linie Zwickau - Sokolov
  • Wanderübergang Klingenthal/Aschberg - Bublava

Bildung

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Klingenthal/Sa. – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

Literatur

  • Wir-Verlag Walter Weller (Hrsg.): Klingenthal. Wir-Verlag Walter Weller, Aalen 1991, ISBN 3-924492-59-X.
  • Kurt Erich Dörfel: Geschichte der Orte des Amtsbezirks Klingenthal. Verlag Gustav Bergmann, Klingenthal 1930.
  • Arthur Müller: Blicke in die Vergangenheit Klingenthals. Im Kommissionsverlag von Brückner & Niemann, Leipzig 1897.

Weblinks

Quellen


Wikipedia
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