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Brundibár
Aus Kefk.
Brundibar war ursprünglich eine Kinderoper. Eine spätere Adaption erfolgte als Bilderbuch durch Maurice Sendak (Bilder) und Tony Kushner (Text).
Brundibár, Kinderoper in zwei Akten von Hans Krása (Komponist) und Adolf Hoffmeister (Libretto)
Inhaltsverzeichnis |
Handlung
Pepíček und Aninka, zwei arme Geschwister, wollen ihre kranke Mutter retten. Der Arzt verschrieb ihr Milch, doch ohne Geld bekommen sie keine vom Milchmann. Sie betrachten den Leierkastenmann Brundibár, der für seine Musik Münzen erhält, und beschließen, es mit ihrem Gesang ebenso zu versuchen. Doch der böse Drehorgelmann Brundibár vertreibt sie und stiehlt ihnen das Geld. Ratlos wollen sich die Kinder schlafen legen, als ein Spatz, eine Katze und ein Hund auftauchen und ihnen ihre Hilfe anbieten. Zusammen alarmieren sie alle Kinder aus der Nachbarschaft, überwältigen gemeinsam Brundibár und erhalten durch ihren Gesang ihr Geld zurück. Das Finale der Oper besteht in einem triumphalen Marsch, der an das bedingungslose Zusammenhalten von Freunden appelliert.
Entstehung
Hans Krása komponierte die Kinderoper Brundibár (zu deutsch: „Die Hummel“) auf einen Text von Adolf Hoffmeister 1938. Sie wurde 1941 im jüdischen Kinderheim in Prag uraufgeführt. Nach seiner Deportation in das KZ Theresienstadt schrieb Hans Krása die Partitur erneut nieder, da er sie nicht hatte mitnehmen können. In Theresienstadt wurde die Oper 55-mal gespielt und gab damit den teilnehmenden Kindern ein Stück Normalität und Freude zurück. Der Propagandafilm „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ verwendete einen Ausschnitt aus der Oper, um zweifelnden Leuten vorzutäuschen, wie normal und glücklich die Deportierten lebten. Hans Krása und fast alle Ausführenden wurden kurz darauf in Auschwitz ermordet.
Wiederentdeckung
Die Aufarbeitung der viele Jahre lang verdrängten Geschichte um die Kinderoper begann Ende der 1970er Jahre, als die Benediktinerschwester Veronika Grüters auf der Suche nach der Geschichte Ihrer Familie eher zufällig auf den Stoff der Oper stieß. Sie rekonstruierte eine Fassung des „Brundibár“ anhand eines Klavierauszugs in tschechischer und hebräischer Sprache und konnte so 1985 die erste Brundibar-Aufführung in Deutschland verwirklichen. Mitte der 1990er Jahre nahm sich die Organisation „Jeunesses Musicales“ der Oper an und initiierte in Kooperation mit anderen Institutionen Pilotprojekte, in denen Arbeitshilfen für die Aufführung der Oper erstellt wurden. Höhepunkt dieses Projektes waren gemeinsame Aufführungen dreier europäischer Spitzenchöre (Knaben- und Kinderchöre) aus Bad Tölz, Posen und Prag, die hintereinander in Berlin, Warschau und Prag die Oper in der jeweiligen Landessprache aufführten. Auch in Israel wurde die Oper durch eine Produktion des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin gegeben.
Auch zur Zeit wird die Kinderoper an Schulen und Theatern – teils als Klavierfassung, seltener auch in der vollständigen Theresienstädter Orchesterfassung – aufgeführt. Oft bietet sich auch an, die relativ kurze Oper (ca. 35 min) mit Vorträgen von Zeitzeugen und Ausstellungen zu diesem Thema zu verbinden.
Bilderbuch
2002 erfolgte eine Adaption als Kinderbuch. Die Adaption nahmen Maurice Sendak (Bilder) und Tony Kushner (Text) vor.
Die Bezüge zum historischen Kontext der Kinderoper wurden erhalten. Handlungsort ist eine polnische Kleinstadt, die Erwachsenen tragen Judensterne und Brundibar eine Uniform.
Weblinks
- Brundibar-Projekt der Chorakademie Göttingen
- Artikel im Tagesspiegel (Berlin) vom 8. November 2005 über die Oper und die Hauptdarstellerin Greta Klingsberg
- Rezension im KulturRadio Berlin vom 9. November 2005 über die Vorstellung der Berliner Kinderoper im Konzerthaus Berlin
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