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Erkan und Stefan
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Erkan und Stefan sind ein Komikerduo, bestehend aus den unter Pseudonym auftretenden deutschen Komikern John Friedmann aus München und Florian Simbeck (vormals Florian Deckert) aus Ingolstadt.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Erkan & Stefan
Die Personen
Florian Simbeck (alias Stefan Lust; * 27. Juni 1971 in München) nahm nach dem Abitur am Reuchlin-Gymnasium in Ingolstadt sein Jurastudium in Regensburg und München auf. Er hat eine Freundin und zwei Kinder.[1]
Der gleichaltrige John Friedmann (alias Erkan Maria Moosleitner; * 16. August 1971 in Frankfurt am Main) studierte auch in München, widmete sich dort allerdings der Architektur. Dies sieht er zugleich als Vorteil für seine Medienkarriere: „Beim Filmemachen ist das Architekturstudium natürlich auch hilfreich, wenn es um räumliches Denken geht, bei Kamerafahrten zum Beispiel oder beim Licht. Man hat dann schon ein Gefühl für so was.“[1] Sein Künstlername „Erkan Maria Moosleitner“ wurde nach eigenen Angaben durch den Schauspieler Charles Muhamad Huber aus der ZDF-Krimiserie „Der Alte“ sowie der gegenwärtigen „multikulturellen Gesellschaft“ inspiriert.[1] Mehrere Jahre war er mit der Modedesignerin Marion Kleinert liiert. Während der Dreharbeiten ihres zweiten Spielfilms „Erkan und Stefan – Gegen die Mächte der Finsternis“ lernte er 2002 die Schauspielerin Bettina Zimmermann näher kennen. Inzwischen geht das frühere Paar jedoch getrennte Wege.[1]
Die Charaktere
Um sich dem Publikum zu verkaufen, die Figuren lebendiger zu machen und inkognito bleiben zu können, wurden Biographien der Phantasiefiguren aufgebaut. Danach wurde Erkan Maria Moosleitner am 24. Dezember 1979 als Sohn von Bruce Moosleitner (vgl. Bruce Boxleitner) und dessen Frau Ayşe geboren und wuchs als Einzelkind im ärmeren Münchner Stadtteil Hasenbergl auf. Stefan Lust wurde am 15. Mai 1979 in München-Neuperlach als Sohn von Frau Lust geboren. Ebenso erfunden ist die Legende von einer deutsch-türkischen Freundschaft, die während einer U-Bahn-Fahrt in München ihren Anfang nahm.[1]
Das Markenzeichen des Duos besteht darin, einen künstlichen türkischen Akzent mit dem bayerischen Dialekt des Münchner Nordens und englischer Slangsprache zu kombinieren: „Ey Krass“.
Die so entstandenen Kunstfiguren weisen konzeptionell eine große Nähe zu der englischsprachigen Kunstfigur Ali G des Komikers Sacha Baron Cohen auf.[1]
Karriere
Zunächst ging das Duo seit 1996 mit ihrem Klamauk bei der Hörfunkcomedy Klub Ma:d, ausgestrahlt von Radio NRJ München unentgeltlich auf Sendung.[1] Entdeckt hierfür wurden sie von Comedy-Autor Max Witzigmann, Sohn des Starkochs Eckart Witzigmann.[1] Bald folgte eine Veröffentlichung der lustigsten Radiofolgen auf CD und unmittelbar danach der erste Auftritt auf der Münchener Kleinkunst-Bühne Liederbühne Robinson. Wenige Wochen später zogen Erkan & Stefan in die renommierte Münchener Kabarett-Bühne Schlachthof um, wo sie zunächst fünf Abende im kleinen Saal „Ox“ ausverkauften, um danach fünf Abende im ebenso ausverkauften großen Saal aufzutreten. Bereits am zweiten Abend im großen Saal wurden sie von den Filmproduzenten Mischa Hofmann und Philip Voges angesprochen, die einen Kinofilm mit dem Komiker-Duo produzieren wollten. Beide bestanden jedoch darauf zunächst ihr Studium zu beenden.[1]
Im Jahre 2000 erschien der gleichnamige Film, bei dem Michael Herbig Regie führte. Auf Grund des Erfolgs des Films kam 2002 der Nachfolger, „Erkan & Stefan gegen die Mächte der Finsternis“. Dieser erreichte aber nicht den Kassenerfolg des ersten Teils.
Nachdem der Bekanntheitsgrad von „Erkan & Stefan“, unter anderem durch wiederholte Auftritte in der Bullyparade, weiter angestiegen war, bekamen die beiden ihre eigene Show. „headnut.tv“ wurde ab April 2002 zwei Jahre auf dem Fernsehsender ProSieben ausgestrahlt und für den Deutschen Fernsehpreis 2002 nominiert.[1] Nach zwei Staffeln (26 Folgen) wurde die Sendung jedoch wieder abgesetzt. Der Inhalt bestand darin, eine Reihe von Interviews zu führen und dabei die Interviewpartner durch absurde Fragen in die Irre zu führen. Inhaltlich ähnelte die Sendung sehr stark der zu diesem Zeitpunkt bereits im angelsächsischen Raum erfolgreichen „Da Ali G Show“ des britischen Senders Channel 4.
1999 waren die beiden das erste Mal auf der Bühne des Münchner Schlachthofs zu sehen. Danach spielten die beiden bis 2002 mehrere Live-Programme auf Comedy-Bühnen in ganz Deutschland. Nachdem sie von 2002 bis 2006 nur in TV und Kino zu sehen waren, gehen sie seit 2006 nun wieder auf Livetournee in ganz Deutschland.
2003 sprachen Erkan und Stefan eine neue „krasse“ Synchronfassung für den Zeichentrickfilm Asterix in Amerika unter dem neuen Titel „Die Schwörerversion: Asterix in America – Die Checken aus, die Indianer“. Im selben Jahr leihen die beiden in der deutschen Synchronisation von Finding Nemo den vegetarischen Haien Hammer und Hart ihre Stimmen.
In der 2004 erstmals ausgestrahlten Folge „Schwarze Ikonen“ der ZDF-Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“ haben die beiden einen Gastauftritt als chaotisches Handwerkerduo mit gefälschten Aufenthaltspapieren.
2005 folgte der Kinofilm „Der Tod kommt krass“. Darin spielt das Duo sich selbst, wie es auf einem Kreuzfahrtschiff einen Mord aufklärt. Der Film ist an die amerikanische Produktion Immer Ärger mit Bernie angelehnt. „Wir haben immer gesagt, nach drei Erkan und Stefan-Kinofilmen gibt es erstmal keinen mehr. Aber natürlich gibt es uns weiter, aber eben auch anders.“ (John Friedmann)[1] So versucht sich John Friedmann als Schauspieler in ernsthafteren Rollen weniger lustigen und emotionaleren Filmen wie „Die Augen meiner Mutter“.[1]
Am 15. Mai 2005, in der 156. Sendung von „Wetten, dass..?“ konnten Erkan und Stefan sich mit ihrem Auftritt einen Jugendtraum erfüllen: „Seit unserer Kindheit sind wir davon Fans. Das ist der Wahnsinn.“[1]
Am 2. Dezember 2005 wurde das erste Interview der Privatpersonen John Friedmann und Florian Simbeck im Bayerischen Rundfunk in der Sendung Unter 4 Augen ausgestrahlt. Das Interview führte Heike Götz.
2006 waren die beiden Komiker mit „Voll krass! - Die Clip-Show mit Erkan & Stefan“ bei RTL 2 auf Sendung - das Format wurde mehrfach wiederholt.
In der seit Februar 2007 ausgestrahlten Comedyreihe Deutschland ist schön spielten Simbeck und Friedmann verschiedene Rollen, zum Beispiel zwei gemeinsam ermittelnde Streifenpolizisten.
In der Sendung Beckmann vom 19. Februar 2007 „demaskierten“ sich die beiden erstmals in der breiten Öffentlichkeit und sprachen sogar hochdeutsch. John Friedmann erklärte, dass er sich nun der ernsten Schauspielerei widmen möchte.
„Dönertier“, „brontal“ und andere Wortschöpfungen
Über die Parodie der Kanak Sprak hinaus sind Erkan und Stefan insbesondere für die Wortschöpfung „brontal“ (ein Kofferwort) verantwortlich, das laut Erkan entstanden ist, als ein Vogel auf ihn „brutal frontal“ zugeflogen ist (Synonym für „krass“, oder auch einfach nur „sehr“).
Ein weiterer von Erkan und Stefan stammender allgemein bekannter Begriff, der vom Dönertier, ist die früh in ihren Fernsehsendungen kolportierte Legende, das Fleisch des Dönerspießes stelle analog zum Spanferkel ein aufgespießtes Tier dar. Dieses erfundene Lebewesen führte inzwischen zur Gründung einer Döner-Kette auf Franchise-Basis, der Dönertier AG, an der die beiden Komiker partizipieren.[1] Das Dönertier wird zudem auch anderweitig vermarktet, u. a. als Kuscheltier.
Ihre Wortkreationen konnten sie zwar zum Teil markenrechtlich schützen; eine Werbekampagne des österreichischen Ablegers der Fast-Food-Kette McDonald's, in deren Rahmen Doppelgänger von Erkan und Stefan verwendet wurden, konnten sie allerdings nicht unterbinden. Die Klage am Landgericht München scheiterte mit der Begründung, dass niemand ein „Monopol auf die Vermarktung der Umgangssprache türkischer Jugendlicher“ für sich beanspruchen könne.[1]
Filmografie
- 2000: Erkan und Stefan, mit Alexandra Neldel, Siegfried Terpoorten, Manfred Zapatka
- 2001: Dr. Dolittle 2 (Synchronstimmen)
- 2002: Erkan und Stefan – Gegen die Mächte der Finsternis, mit Bettina Zimmermann, Corinna Harfouch, Leon Boden
- 2003: Making of 'Asterix in America': Die Schwörerversion (Asterix in America – Die Checken aus, die Indianer) (Synchronstimmen)
- 2003: Findet Nemo (Synchronstimmen)
- 2005: Clever & Smart (Synchronstimmen)
- 2005: Der Tod kommt krass, mit Julia Dietze, Thorsten Feller
- 2006: Ich Cheffe, du nix, mit Arzu Bazman, Oliver Nägele
Diskographie
- 1997: Die Hart
- 1998: Krass - mit Ali Kahn (Maxi-CD)
- 1999: Brontal
- 1999: Ich schwör (Maxi-CD)
- 2000: Planet Döner
- 2000: Superchecker (Maxi-CD)
- 2001: Auf Kleba
- 2002: Brauchst du Probleme (Maxi-CD)
- 2004: Krass! Kochen! Kolesterinarm! (Kochhörbuch)
- 2005: Wot - I Say Captain (Maxi-CD)
- 2005: Endskorrekt Krass - Best of
- 2006: Checker (Maxi-CD)
Quellen
Weblinks
- headnut.tv
- Erkan & Stefan: Die 10 Jahre Respekt Tour
- Dönertier AG
- John Friedmann und Florian Simbeck bei ihrer Agentur „scenario“
- Offizielle Webseite von John Friedmann
- Erkan und Stefan müssen sterben Süddeutsche Zeitung über das Ende der Kunstfiguren Erkan und Stefan
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