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Bromeliengewächse

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Bromeliengewächse
Bild:Bromelie.jpg
Neoregelia concentrica var. plutonis
Systematik
Überabteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)
Unterklasse: Commelinaähnliche
(Commelinidae)
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse
Wissenschaftlicher Name
Bromeliaceae
Juss. 1789
Unterfamilien

Die Bromeliengewächse (Bromeliaceae), auch Ananasgewächse genannt, sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Charles Plumier (Plum.) benannte die Gattung Bromelia nach dem schwedischen Arzt und Botaniker Olaf Bromel (1639-1705). Antoine Laurent de Jussieu (Juss.) veröffentlichte die Familie 1789. Zuerst galt das alleinige Interesse (ab ca. 1690 in Europa) den Früchten der Ananas. Als im 19. Jahrhundert exotische Pflanzen in Mode kamen, begann man auch mit der Kultur von Bromelien als Zierpflanzen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Es meist mehrjährige, meist immergrüne, krautige Pflanzen. Die Laubblätter sind parallelnervig; sie sind meist nicht in Blattspreite und Blattstiel gegliedert (Ausnahme z.B. einige Pitcairnia-Arten). Wichtiges Kennzeichen ist die mit den übrigen Einkeimblättrigen gemeinsame Dreizähligkeit der (meist vogelbestäubten) oft radiärsymmetrischen Blüten.

Blütenformel: \star\; oder \downarrow \; K_3 \;  C_3 \; A_{3+3} \; G_{\underline{(3)}}\; oder \; G_{\overline{(3)}}

Die Früchte und Samen sind in den drei Unterfamilien (siehe dort) sehr verschieden. Die Samen werden in Vielzahl in den einzelnen Samenkapseln oder Beeren gebildet. Die Blüten und Früchte stehen in sehr unterschiedlich gestalteten traubigen oder rispigen Blütenständen (Infloreszenzen) zusammen. Die meist sehr dekorativen Hochblätter (Brakteen) der Blütenstände dienen der Anlockung der Bestäuber (neben tag- oder nachtaktiven Insekten auch Vögel und Fledertiere).

Ein charakteristisches Merkmal ist der Besitz von Schuppenhaaren (Saugschuppen) auf den Blättern, mit denen diese Pflanzen den Niederschlag und Nährstoffe direkt, ohne Umweg über die Wurzeln, aufnehmen. Die Saugschuppen sitzen entweder sichtbar auf der Blattoberfläche - dann sieht das Blatt mehr oder weniger grau aus - oder innerhalb der Blatttrichter im Wasservorrat. Die Struktur der Saugschuppen kann mehr oder weniger kompliziert sein - je fortschrittlicher (Evolution) die Art ist, desto komplizierter der Aufbau (bei Pitcairnioideae und Bromelioideae einfacher als bei Tillandsioideae).

Die Wurzeln dienen bei den epiphytischen Arten vor allem der Befestigung des Pflanzenkörpers auf dem Untergrund.

Meistens haben Bromelien einen gestauchten Stamm, also eine Rosette als typische Wuchsform. Viele Arten bilden einen Blatttrichter aus, mit den Blattbasen bilden sie Zisternen, in denen sie Wasser sammeln können. Diese kleinen Teiche stellen eine eigene ökologische Nische dar (Biotop). Zum Beispiel leben einige tropische Baumfrosch-Arten (Hylidae) in Bromelien und pflanzen sich hier fort. Manchen Insekten-Arten dienen diese kleinen Teiche als Brutstätte für die Larven, und einige Wasserpflanzen leben darin. Einige wenige (3 von etwa 2900) Arten sind auf dem Weg der Evolution hin zu Karnivoren (Fleischfressenden Pflanzen), siehe Brocchinia oder Catopsis.

Verbreitung

Bild:BromelieEpiphyt.jpg
Epiphytische Bromelie am Vulkan Irazú, Costa Rica.

Die Bromelien haben eine ausschließlich neuweltliche Verbreitung, in den amerikanischen Tropen und Subtropen von den südlichen Staaten der USA bis Südchile (44. Breitengrad) und auf den karibischen Inseln. Sie sind in Höhenlagen zwischen dem Tiefland und der unteren Páramo-Stufe (etwa 3200 m NN) beheimatet. Dort wachsen sie sowohl epiphytisch auf Bäumen (Stamm oder Ast) oder anderen Pflanzen (beispielsweise Kakteen) oder an Felsen, aber auch auf dem Boden, also terrestrisch. Oft gedeihen sie an hydrisch schwierigen Standorten, an denen der Untergrund zeitweilig völlig austrocknet, oder im Kronenbereich der Bäume (Kronenbereiche der Bäume in den Tropen sind sehr extreme Standorte mit hoher Sonneneinstrahlung und hoher Evapotranspiration).

Systematik

Man unterscheidet drei Unterfamilien:

Lange Zeit hat man in der Unterfamilie Pitcairnioideae alle Gattungen zusammengelegt, die weder zu den Tillandsioideae noch zu den Bromelioideae gehörten. Dabei war schon bekannt, dass das nicht die verwandtschaftlichen Verhältnisse widerspiegeln konnte und die Pitcairnioideae damit paraphyletisch waren. Trotzdem sind nur die Bromelioideae und Tillandsioideae monophyletisch. Ob eine weitere Unterfamilie Navioideae (mit Navia und Cottendorfia) aufgestellt wird, ist noch in Diskussion.

Zur Familie Bromeliaceae gehören 62 Gattungen und etwa 2900 Arten. Manche Bearbeiter sehen auch eine geringere Gattungsanzahl vor. Das Problem der Anzahl der Gattungen ergibt sich seit einiger Zeit besonders, weil durch genetische Stammbaumanalysen bestimmte Gruppen von Arten eindeutig nicht in die ursprüngliche Gattung passen. Beispiel dazu unter Tillandsioideae.

Ausbreitungsmechanismen

Die Vermehrung erfolgt:

  • sexuell über:
    • windverbreitete Samen oder
    • Samen, die sich in Beeren befinden. Die Beeren werden von Tieren gefressen, die Samen werden dann unverdaut wieder ausgeschieden. Oder
  • asexuell (vegetativ) durch auswachsende Seitensprosse, sie werden bei Bromelien Kindel genannt; bei manchen Arten entstehen die neuen Rosetten in einigem Abstand zur Mutterpflanze (Ausläufer).

Die Mutterpflanze stirbt nach der Blüte und der Bildung der Tochterpflanzen ab.

Verwendung

  • Bekannteste und wirtschaftlich genutzte Arten sind aus der Gattung Ananas. Neben den Früchten liefern sie auch Fasern.
  • Einige Arten sind beliebte, sehr lang blühende Zierpflanzen, die sich auch in Räumen als Zimmerpflanze gut pflegen lassen.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Bromeliengewächse – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
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