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Brewsterwinkel

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Der Brewsterwinkel, nach Sir David Brewster, ist eine Größe der Optik. Er gibt den Winkel an, bei dem von einfallendem unpolarisiertem Licht nur die senkrecht zur Einfallsebene polarisierten Anteile reflektiert werden. Das reflektierte Licht ist dann linear polarisiert.

Physikalische Grundlagen

Licht, welches auf eine Grenzfläche zwischen zwei Medien mit den Brechzahlen na bzw. nb trifft, wird gemäß den Fresnelschen Formeln reflektiert bzw. transmittiert. Für Licht mit einer Polarisation parallel zur Einfallsebene, welches mit dem Brewster-Winkel einfällt, entfällt die Reflexion. Das Licht dringt vollständig durch die Oberfläche. Licht mit senkrechter Polarisation hingegen wird auch teilweise reflektiert. Das reflektierte Licht ist somit vollständig linear polarisiert.

Bild:Brewster.png
Darstellung des Brewsterwinkels e

Im Folgenden wird angenommen, dass der Strahl von der Luft aus auf dieses Material trifft. Für Luft kann man in guter Näherung eine Brechzahl von na = 1 annehmen. Das Material habe die Brechzahl nb.

Bei dem Übergang zwischen zwei beliebigen, nicht magnetisierbaren Medien ergibt sich der Brewster-Winkel aus

\theta_B = \arctan \left( \frac{n_b}{n_a} \right) (brewstersches Gesetz),

wobei na die Brechzahl des Mediums ist, in dem 'θB gemessen wird, und nb die Brechzahl des anderen Mediums.

Der eintreffende Lichtstrahl regt die Atome des Materials zum Schwingen an. Es entsteht dadurch eine Ansammlung von atomaren Dipolen, die in Polarisationsrichtung schwingen und dadurch Sekundärwellen ausstrahlen. Nach dem optischen Reflexionsgesetz (Einfallswinkel e gleich Ausfallswinkel a) wird der Strahl unter dem Einfallswinkel reflektiert.

Für Laien verständlich erklärt verhält sich die Oberfläche wie ein Trampolin, das eine gewisse kleine Energiemenge aufnimmt und dadurch die Voraussetzung schafft, dass jede weitere eintreffende Energie zurückgeworfen wird. Diese Art der Energieaufnahme findet dabei nur senkrecht zur Oberfläche des Materials statt.

Das Besondere bei Einstrahlung im Brewster-Winkel: Der unter dem Winkel b gebrochene Strahl steht orthogonal auf dem reflektierten, daher wird das gesamte parallel zur Einfallsebene polarisierte Licht gebrochen und nur der senkrecht zur Einfallsebene polarisierte Anteil reflektiert. Grund: Würde auch parallel zur Einfallsebene polarisiertes Licht reflektiert, so ergäbe dies eine longitudinal schwingende Lichtwelle, die aufgrund der Eigenschaften des elektromagnetischen Felds nicht existieren kann (vgl. Strahlungscharakteristik eines Dipols (erzwungene Schwingung): in Richtung der Dipolachsen findet keine Abstrahlung statt!).

Man kann also eine Glasplatte als Polarisator verwenden, indem man sie im Brewster-Winkel bestrahlt.

Mit den unten bezeichneten Winkeln und dem Brechungsgesetz gilt:


   a + 90^\circ + b = 180^\circ; \quad b = 90^\circ - a
e = a

und


   n = \frac{\sin (e)}{\sin (b)} = \frac{\sin (e)}{\sin (90^\circ - e)} = \tan(e)

Für den Übergang von gewöhnlichem Glas(SiO2) mit einer Brechzahl n0 = 1,55 in Luft von etwa n1 = 1 gilt:  a = 57{,}2^\circ und für den vollständig senkrecht zur Einfallebene linear polarisierten Strahl ein Reflexionsgrad von  r = \left( \frac{n_a^2 - n_b^2}{n_a^2 + n_b^2} \right)^2 = 0{,}1699,

also 16,99 %.

Bei Einstrahlung unpolarisierten Lichts (alle Polarisationen gleich stark vertreten) bedeutet dies:

  1. 50% Verlust durch Reflexionsfreiheit der Polarisation parallel zur Einfallsebene,
  2. der oben errechnete Verlust für die Polarisation senkrecht zur Einfallsebene,

also werden insgesamt nur ca. 8,5 % der eingestrahlten Intensität im Brewster-Winkel reflektiert.

Siehe auch

Wikipedia
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