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Braunschweig

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit der deutschen Großstadt Braunschweig. Für weitere Bedeutungen, siehe Braunschweig (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Braunschweig.svg
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Koordinaten: Koordinaten: 52° 16′ N, 10° 31′ O52° 16′ N, 10° 31′ O
Höhe: 75 m ü. NN
Fläche: 192,13 km²
Einwohner: 240.171 (30. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 1250 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38100–38126 (alt: 3300)
Vorwahlen: 0531, 05307, 05309, 05341
Kfz-Kennzeichen: BS
Gemeindeschlüssel: 03 1 01 000
Stadtgliederung: 20 Stadtbezirke
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Dr. Gert Hoffmann (CDU)
Bild:Braunschweig Brunswick Luftbild aus Westen (2007).JPG
Luftbild vom April 2007: Es zeigt u.a. den grünbewaldeten Okerring sowie v.l.n.r. die Innenstadtkirchen: St. Andreas, St. Petri, Brüdernkirche, St. Katharinen, St. Martini und den Dom.

Braunschweig (niedersächsisch Brunswiek) ist eine Großstadt in Norddeutschland im Südosten des Bundeslandes Niedersachsen. Mit ca. 240.000 Einwohnern ist sie nach Hannover die zweitgrößte Stadt und eines der Oberzentren Niedersachsens.

Bis November 1918 war Braunschweig Residenz des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Nach der Abdankung des Herzogs war sie Hauptstadt des Freistaates Braunschweig bis zu dessen Auflösung und Aufgehen im neu geschaffenen Bundesland Niedersachsen im Jahre 1946. Bis zur Auflösung des Landkreises Braunschweig im Jahr 1974 war Braunschweig Sitz der Kreisverwaltung, gehörte als kreisfreie Stadt dem Landkreis jedoch selbst nicht an. Vor der Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen zum 31. Dezember 2004 war Braunschweig auch Sitz der Bezirksregierung des gleichnamigen Regierungsbezirks. Die Stadt ist Sitz des Oberlandesgerichts.

Braunschweig ist Teil der am 20. April 2005 gegründeten und von der deutschen Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) offiziell anerkannten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.

Am 28. März 2006 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Braunschweig den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2007.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bild:Braunschweiger Loewe mit Dom im Hintergrund.JPG
Der Braunschweiger Löwe, Wahrzeichen der Stadt seit dem Mittelalter

Braunschweig liegt zwischen dem Nordrand der deutschen Mittelgebirge mit ihren schwach hügeligen Ausläufern und dem Übergang zum Norddeutschen Tiefland, in einem Alluvialtal auf zum Teil brüchigen, ehemals sumpfigen Böden zu beiden Seiten des Flusses Oker. Im Süden wird die Oker durch ein Wehr gestaut und umfließt den Stadtkern westlich und östlich in zwei Umflutgräben, die sich im Nordwesten der Stadt wiedervereinigen. Durch zwei weitere Wehre wird der Wasserstand im Stadtgebiet reguliert. Weitere Gewässer sind die Wabe und Mittelriede, die in Braunschweig in die Schunter münden.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 192 km², umschlossen von einer Stadtgrenze mit einer Länge von 98 km. Die Nord-Süd Ausdehnung beträgt 19,1 km und die West-Ost Ausdehnung 15,7 km. Das innere Stadtgebiet befindet sich auf einer mittleren Höhe von 70 m über Normalnull. Die höchste Erhebung bildet der Geitelder Berg mit einer Höhe von 111 m über Normalnull, die tiefste Stelle ist eine alte Okerschleife mit 62 m über NN im Nordosten.[1]

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Braunschweig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Lehre (Landkreis Helmstedt), Cremlingen, Sickte (Samtgemeinde Sickte) und Wolfenbüttel (alle Landkreis Wolfenbüttel), Salzgitter (Kreisfreie Stadt), Vechelde und Wendeburg (Landkreis Peine) sowie Schwülper, Vordorf und Meine (alle Samtgemeinde Papenteich, Landkreis Gifhorn).

Nächstgelegene Großstädte sind Wolfsburg, etwa 26 km nordöstlich, Hannover, etwa 56 km westlich und Magdeburg, etwa 80 km östlich von Braunschweig.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Braunschweigs ist in 20 Stadtbezirke im Sinne von § 55 der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) eingeteilt. In jedem Stadtbezirk gibt es einen von der Bevölkerung gewählten Stadtbezirksrat mit einem Bezirksbürgermeister als Vorsitzenden. Die Stadtbezirksräte haben je nach Einwohnerzahl des Stadtbezirks zwischen 7 und 19 Mitglieder. Sie sind zu allen wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die 20 Stadtbezirke mit ihren amtlichen Nummern [2]:

Die Stadtbezirke wurden am 1. November 1981 eingerichtet. Anfangs bestanden noch 22 Stadtbezirke, im November 1991 entstand Lehndorf-Watenbüttel durch Verschmelzung zweier Bezirke. Im November 2001 wurde die Gesamtzahl durch eine weitere Zusammenlegung von zwei Stadtbezirken zu Südstadt-Rautheim-Mascherode auf die heutige Anzahl reduziert.

Für die 1974 eingemeindeten 22 Ortschaften wurden zu diesem Zeitpunkt 12 Ortschaften mit je einem Ortsrat gebildet. Diese Orträte blieben bis 1981 bestehen und gingen in den Stadtbezirken auf.

Für statistische Zwecke ist das Stadtgebiet Braunschweig in insgesamt 74 statistische Bezirke eingeteilt, die fortlaufend nummeriert sind und meist historische Namen tragen:

  • 01 Stadtkern
  • 02 Hagen
  • 03 Altewiek
  • 04 Hohetor
  • 05 Neustadt
  • 06 Altes Hochschulviertel
  • 07 Am Hagenring
  • 08 Prinzenpark
  • 09 Viewegs Garten
  • 10 Bürgerpark
  • 11 Wilhelmitor-Süd
  • 12 Wilhelmitor-Nord
  • 13 Petritor-Ost
  • 14 Petritor-West
  • 15 Petritor-Nord

Klima

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Klimadiagramm von Braunschweig

Braunschweig liegt innerhalb der gemäßigten Breiten im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Gebieten.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,8 °C, die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit 79 %. Es gibt im Jahr wesentlich mehr Frosttage (Tiefsttemperatur unter 0 °C, 74 Tage) als Sommertage (Höchsttemperatur über 25 °C, 25 Tage). In durchschnittlich 189 Tagen mit Niederschlag fallen im Jahr insgesamt 618 mm Regen.[3]

Bevölkerung

Bild:Braunschweig, Bevölkerungsdichte.png
Bevölkerungsdichte der Stadtbezirke, Einwohner pro Hektar

1867 hatte Braunschweig mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Oktober 1944 lebten in der bereits stark zerstörten Stadt noch ca. 150.000 Menschen [4]. Die Bevölkerungszahl erreichte 1974 durch die Gebietsreform mit 271.213 ihren bisherigen Höchststand. Nach amtlicher Fortschreibung von 2005 hatten 245.273 Personen ihren Hauptwohnsitz in Braunschweig. Somit ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 1.277 Menschen pro km².

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt, danach beziehen sich die Angaben beziehen sich auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“.

Jahr Einwohner
1403 17.500
1551 16.192
1671 15.570
1773 23.385
1783 27.063
1793 27.301
1812 29.950
1822 32.945
1831 34.589
3. Dezember 1843 ¹ 39.787
3. Dezember 1846 ¹ 39.113
3. Dezember 1849 ¹ 39.011
3. Dezember 1852 ¹ 39.410
3. Dezember 1855 ¹ 38.397
3. Dezember 1858 ¹ 40.635
3. Dezember 1861 ¹ 42.209
3. Dezember 1864 ¹ 45.450
3. Dezember 1867 ¹ 50.369
1. Dezember 1871 ¹ 57.883
1. Dezember 1875 ¹ 65.938
1. Dezember 1880 ¹ 75.038
1. Dezember 1885 ¹ 85.174
1. Dezember 1890 ¹ 101.047
2. Dezember 1895 ¹ 115.138
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 ¹ 128.226
1. Dezember 1905 ¹ 136.397
1. Dezember 1910 ¹ 143.552
1. Dezember 1916 ¹ 125.080
5. Dezember 1917 ¹ 122.407
8. Oktober 1919 ¹ 139.539
16. Juni 1925 ¹ 146.654
16. Juni 1933 ¹ ² 156.840
17. Mai 1939 ¹ ² 196.068
31. Dezember 1945 162.855
29. Oktober 1946 ¹ 181.375
13. September 1950 ¹ 223.760
25. September 1956 ¹ 240.431
6. Juni 1961 ¹ 246.085
31. Dezember 1965 237.028
27. Mai 1970 ¹ 223.700
31. Dezember 1975 ² 268.519
31. Dezember 1980 261.141
31. Dezember 1985 248.001
25. Mai 1987 ¹ 252.351
31. Dezember 1990 258.833
31. Dezember 1995 252.544
31. Dezember 2000 245.816
31. Dezember 2005 245.273
Jahr Einwohner
31. Dezember 2006 240.171

¹ Volkszählungsergebnis – ² nach Eingemeindungen

Sprache

Zum Teil wird von der Bevölkerung noch das Brunswieker Platt gesprochen. Als anerkannte Minderheitensprache nach der Europa Charta heißt es offiziell Ostfälisch. Das mundartlich gefärbte Hochdeutsch der Braunschweiger Region nennt man Braunschweigisch. Allgemein gilt das in der Region Braunschweig/Hannover gesprochene Hochdeutsch allerdings als bundesweit am reinsten.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Braunschweig

Bild:Frankenreich-sachsenkriege 1-450x450.jpg
Die Expansion des Fränkischen Reiches während der Sachsenkriege Karls des Großen

Vorgeschichte und Sächsische Besiedlung

Die ältesten Funde im Braunschweiger Land haben ein Alter von bis zu 270.000 Jahren (die Schöninger Speere). Aber auch im Stadtgebiet selbst, insbesondere in der Umgebung des heutigen Stadtteils Wenden, wurden Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit gemacht, die auf eine sehr frühe erste Besiedlung hindeuten.

In germanischer Zeit war das heutige Braunschweiger Land wahrscheinlich Siedlungsgebiet der Cherusker und der Angrivarier, evtl. auch der Elbgermanen. Diese wurden jedoch alle nach und nach unterworfen, vertrieben oder schlossen sich dem Sachsenbund an. Die Sachsen waren ab etwa 500 n.Chr. auch die dominierende Macht im Braunschweiger Land, und seit dieser Zeit sind auch sächsische Siedlungen nachweisbar. Unklar ist, ob zu dieser Zeit bereits ein Dorf an der Stelle des heutigen Braunschweigs bestand, welches dann im Laufe der Sachsenkriege zerstört wurde.

Stadtgründung und Mittelalter

Bild:Burg Dankwarderode (Ludwig Winter).jpg
Die Burg Dankwarderode im Mittelalter, Rekonstruktion des mutmaßlichen Zustands von 1200
Bild:Braunschweig Loewen-Siegel.jpg
Siegel der Stadt von 1231 mit dem Standbild des Löwen

Großen Einfluss auf die Stadtgründung und Entwicklung hatte der die Stadt durchfließende Fluss Oker. Dieser stellte seit etwa 800 n.Chr. die Grenze zwischen den Bistümern Halberstadt und Hildesheim dar und begünstigte durch eine für den Handel wichtige Furt die Entwicklung der Stadt. Auf beiden Seiten der Oker entstanden wahrscheinlich schon im 9. Jahrhundert die Siedlungen Brunswik und Dankwarderode. Der Legende der Braunschweigischen Reimchronik zufolge soll die erste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Braunschweig im Jahre 861 gegründet worden sein. Da die Seriosität dieser Quelle jedoch stark umstritten ist, wird das Jahr 1031 aufgrund einer Weiheurkunde der Magnikirche als Gründungsjahr angenommen.

Seit dem 10. Jahrhundert stellten die Brunonen, Nachfahren des sagenhaften Stadtgründers Brun(o), die Herrscher Braunschweigs. Über die Nichte Richenza von Northeim des Brunonen Ekbert II. und deren Enkelin Gertrud von Süpplingenburg ging die Stadt Braunschweig und das gesamte Herzogtum Sachsen schließlich 1142 an Heinrich den Löwen.

Unter Einfluss Heinrich des Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern, entwickelte sich Braunschweig zu einer mächtigen Stadt, welche Heinrich zu seiner Residenz ausbaute. Er baute die Burg Dankwarderode aus und ließ den Braunschweiger Dom errichten. Heinrich erlangte soviel Macht, dass er den Löwen zu seinem Wappentier wählte und einen Bronzelöwen auf dem Burgplatz aufstellen ließ. Seitdem ist der Löwe das Wahrzeichen und Wappentier der Stadt.

Freie und Hansestadt Braunschweig

Auch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg geht auf Heinrich den Löwen zurück und war Teil des Landes der Welfen. Namensgebend waren die beiden größten Städte Braunschweig und Lüneburg. Bereits 1267/69 kam es zur Teilung des Herzogtums in die Fürstentümer Lüneburg und Braunschweig. Die Stadt Braunschweig blieb gemeinsames Herrschaftsgebiet, aber auch Residenz der Braunschweiger Linie.

1432 erhielt Braunschweig seine städtische Unabhängigkeit, nachdem die Landesherren ihre Residenz aufgrund zunehmender Spannungen mit der Braunschweiger Stadtbevölkerung ins nahe Wolfenbüttel verlegten. Braunschweig galt neben Paris und Gent als eine der unruhigsten Städte des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europas, da immer wieder Verfassungskonflikte durch revolutionäre Bürgerunruhen, die Braunschweiger Schichten, ausgetragen wurden.

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Wirtschaftlich entwickelte sich Braunschweig durch seine günstige Lage an der Oker, die ab Braunschweig auch schiffbar war. Hierdurch entwickelte sich Braunschweig auch zu einer wichtigen Handelsstadt, was ab Mitte des 13. Jahrhunderts auch zur Mitgliedschaft in der Hanse führte. Nach dem Beschluss des Hansetages 1494 teilte die Hanse statt in drei (Dritteln) nun in vier (Quartiere) Machtblöcke. Braunschweig führte daraufhin das sächsische Quartier und damit die mitteldeutschen Städte des sächsischen Städtebundes an. Braunschweig gehörte 1669 zu den letzten neun in der Hanse verbliebenen Städten.

1671 eroberte eine geeinte Streitmacht der Welfen-Fürsten die Stadt Braunschweig und stellte sie wieder unter die Herrschaft des Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Damit war die Epoche der freien Stadt Braunschweig beendet. 1753 wurde auch der Residenzsitz zurück nach Braunschweig in das neugebaute Braunschweiger Residenzschloss verlegt. Über 4000 Personen folgten der Herzoglichen Familie und siedelten ebenfalls nach Braunschweig über.

Braunschweig im 19. Jahrhundert

Nach dem Frieden von Tilsit (1807) und der Schaffung des Königreiches Westfalen durch Napoléon Bonaparte wurde die Stadt Braunschweig von den Franzosen besetzt und zur Hauptstadt des Département Oker bestimmt. Bereits 1813 zogen Braunschweigische Truppen unter Führung des Generalmajor Johann Elias Olfermann in der Stadt ein und stellten für Herzog Friedrich Wilhelm das Herzogtum Braunschweig wieder her. Durch den Wiener Kongress im folgenden Jahr wurde dies bestätigt und die Stadt zunächst der Kreisdirektion Wolfenbüttel zugeteilt.

1825 erhielt die Stadt Braunschweig den Status einer landesunmittelbaren Stadt. 1833 wurde die Stadt Sitz einer eigenen Kreisdirektion, aus der später der Landkreis Braunschweig hervorging, bevor sie 1850 erneut landesunmittelbar wurde. Ab 1870 gehörte die Stadt endgültig zur Kreisdirektion Braunschweig. Nachdem das Herzogtum 1866 im Deutschen Krieg auf der Seite Preußens stand, wurde 1871 aus dem Herzogtum ein Bundesstaat des Deutschen Reiches. Infolge des Todes des letzten Welfenherzogs wurde Braunschweig bis 1913 durch einen Regentschaftsrat regiert.

Weimarer Republik

Ebenso wie im Rest des Deutsche Kaiserreich kam es gegen Ende des Ersten Weltkrieges in Braunschweig zu einer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise, die zur Novemberrevolution in Braunschweig führte. Nachdem am 8. November 1918 August Merges die Abdankung des letzten Herzogs erzwang, übernahm ein Arbeiter- und Soldatenrat die politische Führung und rief die „Sozialistische Republik Braunschweig“ unter Führung des Präsidenten August Merges aus.

Die Lage in der Stadt Braunschweig spitzte sich zu, als die Spartakisten am 9. April 1919 einen Generalstreik ausriefen. Der Streik führte dazu, dass die Züge nicht mehr abgefertigt wurden und damit der wichtige Ost-West-Verkehr blockiert wurde. Die Folge war ein Rückstau, der in ganz Deutschland ein Verkehrschaos auslöste. Ab dem 11. April kam das öffentliche Leben in der Stadt zum Erliegen. Um Recht und Ordnung wieder herzustellen, verhängte die Reichsregierung den Belagerungszustand über die Stadt und den Freistaat Braunschweig. Am 17. April rückten 10.000 Mann der Freikorps-Truppen in der Stadt ein und übernahmen die Stadt friedlich. Nach der Bildung einer neuen Regierung durch den Braunschweiger Landtag konnten die Truppen Braunschweig bereits im Mai wieder verlassen.

Braunschweig im Nationalsozialismus

Bild:Braunschweig15101944.jpg
Die brennende Braunschweiger Innenstadt in der Nacht des Bombenangriffes vom 15. Oktober 1944
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Nationalsozialisitische Propaganda vom Tag nach dem Angriff

In Folge der durch die Hyperinflation ausgelöste Teuerungswelle, Arbeitslosigkeit und Armut kam es 1922 zu schweren Unruhen in der Stadt. Politisch gewann seit 1923 die NSDAP immer mehr an Einfluss und zog bereits ein Jahr später in den Braunschweiger Landtag. 1931 kam es in Anwesenheit Adolf Hitlers zu einem Aufmarsch von 100.000 SA-Leuten vor dem Braunschweiger Schloss. Obwohl die Bevölkerung der Stadt Braunschweig eher proletarisch geprägt war, gelang der NSDAP bereits 1930 eine Regierungsbeteiligung im Freistaat Braunschweig, welche für die Einbürgerung Adolf Hitlers verantwortlich ist.

Unter dem Kabinett Klagges kam es bereits 1933 zu einer brutalen Verfolgung von politischen Gegnern und andere unerwünschte Personengruppen. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang die Rieseberg-Morde vom 4. Juli 1933. Klagges Ziel war dabei der Aufbau eines nationalsozialistischen Musterstaates zur Festigung seiner eigenen Position. Hierzu errichtete er Mustersiedlungen wie Lehndorf, holte wichtige nationalsozialistische Institutionen wie die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt oder eine SS-Junkerschule in die Stadt und baute Braunschweig zu einem Rüstungszentrum des Dritten Reiches aus.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt Braunschweig wiederholten Bombenangriffen ausgesetzt, wobei etwa 90% der Innenstadt zerstört wurde. Nach 40 bereits geflogenen schweren Angriffen erfolgte mit dem Bombenangriff auf Braunschweig am 15. Oktober 1944 der schwerste Angriff. Ein intensives Flächenbombardement durch die No. 5 Bomber Group (5. Bombergruppe) der Royal Air Force (RAF) mit 200.000 Phosphor-, Brand- und Sprengbomben löste einen 2½ Tage wütenden Feuersturm aus. 23.000 Menschen waren durch den Feuersturm in Bunkern gefangen und konnten nur durch die Initiative der Braunschweiger Feuerschutzpolizei gerettet werden. Über 1000 Menschen kamen alleine bei diesem Angriff ums Leben. Insgesamt wird von etwa 3500 Bombenopfern durch alle Angriffe und deren direkte Folgewirkungen (wie Blindgänger, Tote bei Bombenräumungen) ausgegangen, wobei fast die Hälfte der Toten Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge waren.

Die Entstehung des heutigen Braunschweig

Braunschweig gehörte nach dem Krieg zu den am stärksten zerstörten Städten in Deutschland. Die Trümmerräumung dauerte 17 Jahre, bis diese 1963 offiziell für beendet erklärt wurde. Durch den akuten Bedarf an Wohnraum schritt der Wiederaufbau in den 1950/60ern schnell voran. Da die Innenstadt nahezu vollständig zerstört war, entwarfen Stadt- und Raumplaner eine neue, moderne autogerechte Stadt. Hierzu wurden erheblich in den Restbestand der gewachsene Stadtstruktur eingegriffen und auch noch bestehende, vom Krieg nur sehr wenig in Mitleidenschaft gezogene Stadtviertel umgebaut. Dies beinhaltete auch den weiteren Abriss historischer Gebäude, die Verlegung des Bahnhofs und die Neuanlage großer Einfallstraßen ohne Rücksicht auf bestehende Strukturen. Diese Maßnahmen prägen das Stadtbild bis heute.

Zu den abgerissenen Gebäuden gehörte auch das stark beschädigte Braunschweiger Schloss. Eine Rekonstruktion des Schlosses im Rahmen eines Einkaufszentrums war bestimmendes lokalpolitisches Thema zu Beginn des neuen Jahrtausends.

Eingemeindungen

¹ die restlichen Gemeinden des Landkreises Braunschweig wurden den Nachbarlandkreisen eingegliedert

Politik

Stadtregierung

An der Spitze der Stadt Braunschweig stand anfangs der herzogliche Vogt, doch wurde das Amt bereits im 12. Jahrhundert an Bürger verliehen. Einen Rat gab es in den drei Weichbilden Altstadt, Hagen und Neustadt in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die drei Räte schlossen sich seit 1269 zu einem Rat der Gesamtstadt zusammen. Die Zusammensetzung des Rates variierte im Laufe der Geschichte mehrmals, 1386 hatte er 105 Mitglieder, ab 1614 nur noch 56. Die laufende Verwaltung oblag einem Ausschuss des Rates („Enger Rat“), der ab 1386 25, ab 1614 15 Mitglieder hatte. Nachdem die Stadt 1671 ihre Unabhängigkeit verloren hatte, gab es nur noch einen aus 16 Senatoren bestehenden Rat, der vom Herzog zu bestätigen war. Dem Rat stand ein Bürgermeister vor.

Während der französisch-westfälischen Zeit 1807 bis Ende 1813, war Braunschweig die Hauptstadt des Départements Oker, das wiederum zum Königreich Westfalen gehörte. Es galt die „Maire-Verfassung“, mit einem „Maire“ (Bürgermeister) an der Spitze der Stadt. Danach wurde die alte Verfassung mit dem Rat, der sich nunmehr „Stadtgericht“ nannte, wieder eingeführt. Nach Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahre 1825 führte der Rat die Bezeichnung Magistrat. Bereits ab 1813 trug das Stadtoberhaupt den Titel „Stadtdirektor“, seit 1848 gibt es einen „Oberbürgermeister“ in Braunschweig. Während des Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadtoberhaupt von der NSDAP eingesetzt.

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.

2001 wurde in Braunschweig die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seit 2001 direkt von der Bevölkerung gewählt. Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird.

Oberbürgermeister seit 1807

[1] Maire [2] Stadtdirektor [3] kommissarischer Oberbürgermeister [4] Zweite Amtszeit

Oberstadtdirektoren 1946–2001

  • 1946–1960: Erich Walter Lotz
  • 1960–1980: Hans Günther Weber
  • 1980–1989: Joachim Körner
  • 1989–2001: Jürgen Bräcklein
  • 2001: Erster Stadtrat Dr. Kuhlmann (kommissarisch)

Aktuelle „Regierung“

Bei der Direktwahl des Oberbürgermeisters bei den Kommunalwahlen am 10. September 2006 wurde folgendes Ergebnis erzielt; die Wahlbeteiligung lag bei 49,3 %.[5]

Kandidat und Partei Absolute Stimmen Relative Stimmen
Dr. Gert Hoffmann (CDU) 55.301 58,0 %
Dr. Friedhelm Possemeyer (SPD) 25.126 26,3 %
Gisela Witte (Bündnis 90/Die Grünen) 6.555 6,9 %
Uwe Meier (Bürgerinitiative Braunschweig) 5.241 5,5 %
Udo Sommerfeld (Die Linkspartei.) 3.146 3,3%

Somit ist Dr. Gert Hoffmann weiterhin als Oberbürgermeister im Amt bestätigt. Die FDP kandidierte bei der Oberbürgermeisterwahl nicht.

Die Wahlbeteiligung bei der Wahl des Stadtrates lag bei 49,3 %, dies waren 1 % mehr als bei der letzten Wahl. Der Stadtrat mit insgesamt 52 Sitzen setzt sich seitdem wie folgt zusammen.[6]

Partei Absolute Stimmen Relative Stimmen Sitze im Rat
CDU 122.781 44,5 % 23
SPD 80.434 29,2 % 15
Bündnis 90/Die Grünen 26.919 9,8 % 5
FDP 13.957 5,1 % 3
Die Linkspartei. 12.027 4,4 % 2
Bürgerinitiative Braunschweig 19.235 7,0 % 4

Wappen, Farben & Wahrzeichen der Stadt Braunschweig

Wappen

Bild:Brunswick Coat of Arms.png
Offizielle Version des Wappens
Bild:Eidenbenzlöwe.jpg
Der „Eidenbenzlöwe“ – Signet Braunschweigs

Gemäß der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 11. Dezember 2001[7] gilt bzgl. des Wappens Folgendes:

„Die Stadt führt als Wappen im silbernen Schilde einen steigenden links (heraldisch rechts) gewendeten roten Löwen mit weißen Zähnen, roter Zunge und schwarzen Krallen. Die Schildbreite verhält sich zur Schildhöhe wie 6 : 7. Für die heraldische Gestaltung des Wappens ist der Wappenbrief vom 15. Oktober 1438 maßgebend.“

Wikipedia
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Dieses Stadtwappen ist seit mindestens 1366/67 bekannt und seither – lediglich mit einigen stilistischen Veränderungen – in Gebrauch. Es wurde von König Albrecht II. im o. g. Wappenbrief vom 1438 bestätigt. Neben der Gesamtstadt führen auch die fünf Weichbilde Altewiek, Altstadt, Hagen, Neustadt und Sack eigene Wappen, die sämtlich Variationen des Löwenmotivs zeigen. [8].

Farben

Weiter führt die Hauptsatzung bzgl. der Farben der Stadt aus:

„Die Farben der Stadt sind Rot und Weiß. Die Stadtflagge zeigt in gleichbreiten Querstreifen oben die Farbe Rot und unten die Farbe Weiß.“

Wikipedia
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Neben dem im Wappenbrief enthaltenen Wappen, zeigt dieser auch die Farben der Stadt. Neben dieser offiziellen Stadtflagge führen allerdings die fünf Weichbilde, die Bürgergarde und die Stadtverwaltung eine Vielzahl weiterer (eigener) Flaggen, die, gleich dem Wappen, wiederum Variationen des Löwenmotivs abbilden. [8].

Wahrzeichen

Der Braunschweiger Löwe ist das Wahrzeichen Heinrichs des Löwen, der die Stadt im Mittelalter zu einem bedeutenden Gemeinwesen ausbaute. So wurde der Löwe auch zum Wahrzeichen Braunschweigs. Auf der wahrscheinlich um 1300 entstandenen Ebstorfer Weltkarte ist Braunschweig mit dem Löwenstandbild und darüberstehend „Leo“ eingezeichnet – so bekannt war der Braunschweiger Löwe bereits damals. Die heutige offizielle Festlegung als Wahrzeichen der Stadt erfolgte erst 1953 in der Hauptsatzung der Stadt.

Als „inoffizielles“, aber ebenfalls sehr altes Wahrzeichen der Stadt Braunschweig, gelten die Türme der Andreaskirche, die von alters her schon von weitem den Weg nach Braunschweig wiesen.

Städtepartnerschaften

Braunschweig unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft bzw. -freundschaft:

Bild:Flag of Indonesia.svgBandung, Indonesien, seit 1960
Bild:Flag of France.svgNîmes, Frankreich, seit 1962
Bild:Flag of the United Kingdom.svgBath, England, Vereinigtes Königreich, seit 1971
Bild:Flag of Tunisia.svgSousse, Tunesien, seit 1980
Bild:Flag of Israel.svgKiryat Tivon, Israel, seit 1985/86
Bild:Flag of Saxony-Anhalt (state).svgMagdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, seit 1987
Bild:Flag of Russia.svgKasan, Russland, seit 1988 (Städtefreundschaft)
Bild:Flag of the United States.svgOmaha, Nebraska, USA, seit 1992 (Städtefreundschaft)

Wirtschaft und Infrastruktur

Stadt und Region Braunschweig haben in ihrer Geschichte mehrere industrielle Strukturwandel erlebt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Braunschweig ein Zentrum der Konservenindustrie mit vielen verarbeitenden Betrieben sowie einer spezialisierten Maschinenbau-Industrie, unter anderem Schmalbach-Lubeca.

Mit dem Niedergang der Konservenindustrie und der Abwanderung der Industrie in andere Länder verschob sich der Schwerpunkt in Richtung auf die Automobilindustrie. Ebenfalls Geschichte ist die Fotoindustrie mit den traditionsreichen Firmen Voigtländer und Rollei.

Industrie und Handwerk

Braunschweig war Sitz der Büssing Automobilwerke, die 1972 in der Firma MAN aufgegangen sind. Die Fahrzeuge der MAN tragen noch heute das Firmenemblem der Firma Büssing, einen stilisierten Braunschweiger Löwen, auf dem Kühlergrill, werden aber heute in Salzgitter hergestellt, 20 km südlich von Braunschweig.

Die Automobilindustrie ist nach wie vor prägend für Braunschweig, da ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze und auch der Steuereinnahmen direkt und indirekt von dieser Branche abhängen. In Braunschweig selbst befinden sich ein Herstellungswerk der Volkswagen AG und zahlreiche Zulieferfirmen für das Volkswagenwerk in Wolfsburg und die MAN in Salzgitter.

Braunschweig ist Sitz eines traditionsreichen Werkes der Siemens AG, das gleichfalls auf Heinrich Büssing zurückgeht und weltweit führend in der Bahnautomation ist (siehe Siemens-Werk Braunschweig) und unter anderem die Bahnbetriebstechnik für den Transrapid in Shanghai entwickelt hat. Der Unternehmensbereich Siemens Transportation Systems schätzt Braunschweig, unter anderem wegen der Technischen Universität und der Niederlassung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), welches auch aerodynamische Forschung für die Bahnindustrie durchführt, als Kompetenzzentrum für Verkehrstechnik.

Ein interessantes Experiment ist die „Kooperationsinitiative im Maschinenbau“, ein Zusammenschluss mittelständischer Maschinenbau-Unternehmen aus der Region Braunschweig, die gemeinsam einkaufen, die Qualifikation der Mitarbeiter erhöhen und auch auf anderen Gebieten zusammenarbeiten.

Traditionell ist Braunschweig auch eines der Zentren der deutschen Zuckerindustrie, schon aufgrund des intensiven Anbaus von Zuckerrüben im Braunschweiger Raum seit etwa 1850. Die durch einen Zusammenschluss aus mehreren Zuckerfabriken hervorgegangene Nordzucker AG hat nach der Fusion Braunschweig als Sitz gewählt. Sie ist jetzt der zweitgrößte deutsche Hersteller von Zuckererzeugnissen. Die Technische Universität Braunschweig hat für die Forschung an der Zuckerherstellung und -verarbeitung schon seit Jahrzehnten ein eigenes Institut.

Braunschweig ist Sitz der Handwerkskammer Braunschweig, deren Kammerbezirk die kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie die Landkreise Helmstedt, Goslar, Peine und Wolfenbüttel umfasst.

Außerdem ist Braunschweig Sitz der Öffentlichen Versicherung.

Musikinstrumente

Braunschweig war und ist eins der Zentren der deutschen Musikinstrumentenindustrie. Hier haben unter anderem die Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik GmbH als der größte deutsche Hersteller von Klavieren und Flügeln und mit der Grotrian-Steinweg GmbH ein weiterer namhafter Hersteller ihren Sitz. Streichinstrumente werden seit 1844 in Braunschweig von der Geigenbauer-Familie Rautmann, mittlerweile in der fünften Generation, hergestellt. Die Firma Sandberg fertigt hochwertige E-Gitarren und E-Bässe.

Medien

Braunschweig ist Sitz eines Studios des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Auch zwei private Radiounternehmen, Hit-Radio Antenne und Radio ffn, besitzen in Braunschweig jeweils ein Regionalstudio.

Regionale Tageszeitung ist die Braunschweiger Zeitung, die auch in der Region unter verschiedenen Titeln mit unterschiedlichen Lokalteilen vorherrscht. Daneben erscheinen die kostenlosen Wochenzeitungen neue Braunschweiger aus demselben Verlag und Braunschweig Report sowie die monatlichen Stadtmagazine chexx, Dacapo und Subway.

In Braunschweig und der näheren Umgebung sendet das nichtkommerzielle, lokale BürgerradioRadio Okerwelle“ auf der Frequenz 104,6 FM. Außerdem unterhält „TV38“, ein nichtkommerzielles Community-TV, ein Studio in der Stadt (neben weiteren Studiostandorten in Wolfsburg und Salzgitter). Radio Okerwelle und TV 38 sind zwei von 15 niedersächsischen Veranstaltern von Bürgerrundfunk.

In Cremlingen betreibt die Deutsche Telekom AG einen Mittelwellensender im Auftrag des Deutschlandfunks (DLF). Dieser Sender wird oft, obwohl er sich nicht im Stadtgebiet von Braunschweig befindet, als „Sender Braunschweig“ bezeichnet.

Wissenschaft

Im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verfügt die Region Braunschweig mit weitem Abstand über die höchste Intensität auf dem Gebiete der Forschung und Entwicklung (F&E). So werden in Braunschweig 7,1 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) dafür aufgewendet.[9]

Die Stadt beheimatet drei Hochschulen und eine Vielzahl von Bundesanstalten und Forschungseinrichtungen. Die Technische Universität Carolo-Wilhelmina wurde 1745 als „Collegium Carolinum“ gegründet. 1862 wurde dieses zur „Herzoglichen Polytechnische Schule“ umgewandelt und 1877 zur „Technischen Hochschule“ erhoben. Seit der Erweiterung um eine Philosophische und eine staatswissenschaftliche Fakultät 1968 ist sie „Technische Universität“. Die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel wurde 1971 durch Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschule Wolfenbüttel mit der Höheren Fachschule für Sozialarbeit des Landes Niedersachsen gegründet. In den folgenden Jahren kamen weitere Fachbereiche hinzu. Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) wurde 1963 aus der früheren Werkkunstschule Braunschweig gegründet. 1972 wurde sie eine wissenschaftliche Hochschule und seit 1978 hat sie den Status einer Künstlerisch-Wissenschaftlichen Hochschule. Sie ist die einzige Kunsthochschule Niedersachsens.

Aus den Nachrichten ist Braunschweig besonders durch das hier ansässige Luftfahrt-Bundesamt (LBA), durch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) bekannt, die aufgrund des Zeitgesetzes seit 1978 den gesetzlichen Auftrag hat, mit ihren Atomuhren die gesetzliche Zeit in Deutschland zu verbreiten.

Am Flughafen befindet sich auch ein Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das 1969 (zunächst als „DFVLR“) aus der 1936 gegründeten Deutschen Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) hervorging. Hauptarbeitsgebiete sind Flugmechanik, Flugführung und Flugsicherung, Aerodynamik und die Entwicklung leistungsfähiger Werkzeuge für Berechnungen, sowie Struktursysteme (Adaptronik und extremer Leichtbau). Der Standort arbeitet eng mit dem benachbarten Luftfahrtbundesamt, der Technischen Universität und anderen ansässigen Forschungseinrichtungen zusammen.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), früher Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF), ist ein Zentrum für Infektionsforschung und gehört der Helmholtz-Gemeinschaft an, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf Erregern, die medizinisch relevant sind oder als Modell für die Untersuchung von Infektionsmechanismen genutzt werden. Träger des HZI sind die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen (90:10). Das HZI beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und verfügt über einen Jahresetat von rund 47 Millionen Euro.

Weitere Bundesanstalten und Forschungseinrichtungen in Braunschweig sind:

Im Wettbewerb um den Titel „Stadt der Wissenschaft 2007“ konnte sich Braunschweig in der Endausscheidung gegen Aachen und Freiburg durchsetzen. Mit der Auszeichnung, die mit Geldern in Höhe von 250.000 Euro verbunden ist, soll die Wissenschaft und Forschung sowie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur gefördert werden.[10]

Verkehr

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Siehe auch Hauptartikel: Verkehr in Braunschweig

Braunschweig befand sich seit dem Mittelalter am Kreuzungspunkt mehrerer Fernhandelsstraßen. Der die Stadt durch- und umfließende Fluss Oker war bis in die Neuzeit schiffbar.

Heute führen mehrere Bundesautobahnen (z. B. die A 2 und die A 39) sowie Bundesstraßen nach Braunschweig bzw. direkt durch die Stadt (z. B. die B 1 und die B 248). Braunschweig hat einen Hafen mit Anbindung an den Mittellandkanal und seit 1935 einen eigenen Flughafen bei Waggum.

Der Braunschweiger Hauptbahnhof wurde 1960 eröffnet und ersetzte den innerstädtischen Braunschweiger Bahnhof von 1845, dessen Hauptgebäude noch heute steht. Bereits 1838 nahm hier die erste deutsche Staatseisenbahn von Braunschweig nach Wolfenbüttel ihren Betrieb auf.

Der öffentliche Personennahverkehr in der Stadt wird von Bussen und Straßenbahnen der Braunschweiger Verkehrs-AG bedient. Die Umgebung ist durch mehrere Regionalverkehrsgesellschaften vorwiegend mit Buslinien erschlossen. Bereits 1904 hatte Heinrich Büssing auf der Strecke von Wendeburg nach Braunschweig die weltweit erste und noch heute bestehende Omnibus-Linie der „Automobil-Omnibus-Betriebs-Gesellschaft Braunschweig“ (AOBG) eröffnet. Sie diente auch zum Praxistest für die Busse, die er in seinem Werk bauen ließ.

Sehenswürdigkeiten

Braunschweig beherbergt 18 Stiftungen, die älteste, die Braunschweigs Stiftung, stammt aus dem Jahre 1794 und ist noch heute tätig. Ein Stiftungsgründung der jüngsten Vergangenheit stammt aus dem Jahre 2003: Die Bürgerstiftung Braunschweig hat sich zum Ziel gesetzt, soziale und kulturelle Aktivitäten zu fördern.

Bauwerke

Durch die weitgehende Zerstörung der Braunschweiger Innenstadt durch zahlreiche Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges, insbesondere den Luftangriff vom 15. Oktober 1944, sind in der ehemals größten Fachwerkstadt Deutschlands nur wenige alte Gebäude und Straßenzüge in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben.

Traditionsinseln

Unzerstörtes oder Wiederaufgebautes findet sich heute vor allem innerhalb der fünf „Traditionsinseln“ der Innenstadt: Rund um den Dom, die Aegidienkirche, Magnikirche (Magniviertel), Martinikirche und um die Michaeliskirche. Die „Traditionsinseln“ wurden schon kurz nach dem Krieg vom damaligen Landeskonservator Kurt Seeleke ins Leben gerufen und genießen seit 1963 gesetzlichen Schutz.

Die „Traditionsinsel“ um den Dom umfasst vor allem den Burgplatz mit Braunschweigs Wahrzeichen, dem Braunschweiger Löwen, dessen Original sich seit 1989 zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen in der Burg Dankwarderode befindet. Um das Standbild gruppieren sich nach Burg und Dom das Braunschweigische Landesmuseum, das Huneborstelsche Haus und das „von Veltheimsche Haus“. Hinter dem Dom liegen die Stiftsherrenhäuser aus dem 15. Jahrhundert.

Ähnliche „Inseln“ bilden der Altstadtmarkt mit dem Altstadtrathaus, dem Gewandhaus und dem Stechinelli-Haus und der in seiner Nähe befindliche Kohlmarkt mit zahlreichen interessanten Gebäuden aus verschiedenen Jahrhunderten.

Kirchen

Zu den ältesten Kirchenbauten zählen unter anderem die Jakobskirche aus dem 9. Jh. und die Magnikirche aus dem 11. Jh., in deren Stiftungsurkunde Braunschweig erstmals urkundlich erwähnt wurde. Weitere bedeutende Kirchen des Mittelalters sind der Dom, die Bartholomäuskirche, die Michaeliskirche, die Petrikirche und die Pfarrkirchen St. Martini, St. Katharinen und die 91 Meter hohe Andreaskirche, einem der immer noch höchsten Bauwerke der Stadt. Bekannte Kirchen aus der neuen Zeit sind die Jakobikirche und die neogotischen Kirchen St. Johannis und St. Pauli.

Die Aegidienkirche, die Brüdernkirche und das Kloster Riddagshausen sind die bedeutendsten Klosterbauten der Stadt.

Gebäude durch die Jahrhunderte

Aus den letzten fast 600 Jahren stammen die Liberei, das Achtermannsche Haus, Schloss Richmond, das in den Jahren 2005 bis 2007 neu errichtete Braunschweiger Schloss und das Haus Ritter St. Georg. Weitere bemerkenswerte Gebäude sind das Neustadtrathaus, das „Haus Salve Hospes“, das Haus zum goldenen Stern, der Alte Bahnhof und der Wasserturm auf dem Giersberg.

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Akzente moderner Architektur wurden 1960 mit dem Empfangsgebäude des Braunschweiger Hauptbahnhofes, sowie dem im Jahr 2000 davor errichteten Nahverkehrsterminal gesetzt. Das 1999 gebaute Rizzi-Haus entfachte kontroverse Diskussionen. Ein weiteres Beispiel moderner Architektur ist das gläserne Bibliotheksgebäude der Hochschule für Bildende Künste aus dem Jahr 2002.

Das höchste Wohngebäude der Stadt ist das 22-geschössige Hochhaus am Schwarzen Berge mit 66 m, der Fernmeldeturm im Stadtteil Broitzem erreicht die Höhe von 155 m. Überragt wird die Stadt vom höchsten und weit sichtbarem Gebäude, dem Schornstein des Heizkraftwerks Mitte mit einer Gesamthöhe von 198 m.

Bedeutende Denkmale

Siehe auch Hauptartikel: Liste der Denkmale und Standbilder der Stadt Braunschweig

Über die Stadt verstreut finden sich zahlreiche Denkmale, Standbilder, Reliefe, Gedenksteine, und -tafeln, die im Laufe der Jahrhunderte zu unterschiedlichen Anlässen aufgestellt wurden. Einige dieser Werke sind allerdings mittlerweile aus verschiedenen Gründen (meist aufgrund von Kriegseinwirkung) nicht mehr vorhanden. Die zweifellos kunsthistorisch und stadtgeschichtlich wichtigsten Werke sind auch gleichzeitig die ältesten:

Das nach seinem Erschaffer benannte „Imervard-Kreuz“ im Braunschweiger Dom gilt als eine der bedeutendsten romanischen Skulpturen auf deutschem Boden. Bei der Holzskulptur handelt es sich um ein Viernagelkreuz aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Wenige Meter weiter in der Burg Dankwarderode befindet sich der Braunschweiger Löwe. Er ist die älteste erhaltene Großplastik des Mittelalters nördlich der Alpen und erster größerer figürlicher Hohlguss seit der Antike.

Das Grabmal Heinrichs des Löwen und seiner zweiten Gemahlin Mathilde von England ist ebenfalls außergewöhnlich, da es zu den ersten Grabmälern gehört, bei denen ein naturalistischer Stil Einzug hielt.

Weitere wichtige Denkmale:

Lessing-Denkmal von 1853 Grabmal Heinrichs des Löwen und Mathildes
Bild:Braunschweig Lessing-Denkmal.jpg Entwurf Ernst Rietschel, ausgeführt von Georg Howaldt Bild:Braunschweiger Dom Grabmal Heinrich und Mathilde.JPG Das Grabmal wurde um 1230 errichtet und befindet sich im Braunschweiger Dom.
Reiterstandbild Herzog Friedrich Wilhelm Reiterstandbild Herzog Carl Wilhelm Ferdinand
Bild:Braunschweig Schwarzer Herzog.jpg Entwurf Ernst Hähnel, Enthüllung 1874, ausgeführt von Georg Howaldt Bild:Braunschweig Karl Wilhelm Ferdinand.jpg Entwurf Franz Pönninger, Enthüllung 1874, ausgeführt von Georg Howaldt
Carl Friedrich Gauß-Denkmal von 1880 Brunnenstandbild Heinrichs des Löwen
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Entwurf Fritz Schaper, ausgeführt von Hermann Howaldt
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Entwurf Adolf Breymann, ausgeführt von Georg Ferdinand Howaldt, gezeigt auf der Weltausstellung 1873 in Wien (ausgezeichnet mit einer Silbermedaille).

Kultur

Die Stadt ist Mitglied in dem eingetragenen Verein Braunschweigische Landschaft mit Sitz in Braunschweig. Er wurde zur Pflege kultureller Einrichtungen in der Region gegründet.

Religionsgemeinschaften

Evangelisch-lutherische Kirche

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Die Braunschweiger Kirchenordnung von 1528:
„Der Erbarn Stadt Brunswig Christlike ordeninge / to denste dem hilgen Evangelio / …“ von Johannes Bugenhagen

Ab 1522 hielt die reformatorische Bewegung Einzug und ab 1525 wurde die erste evangelische Predigt in Braunschweig gehalten. Bis 1528 wurde die Reformation nach lutherischem Bekenntnis durch Martin Luthers Mitstreiter Johann Bugenhagen eingeführt. Die Stadt bekam eine über die Stadtgrenzen hinaus berühmte Kirchenordnung und war fortan über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Sie regelte ihre kirchlichen Angelegenheiten weitestgehend autonom. Protestantische Hauptkirche ist der Braunschweiger Dom.

Erst 1671 wurde die Kirchenverwaltung in die Braunschweigische Evangelisch-Lutherische Landeskirche des Herzogtums Braunschweig eingegliedert. Hier wurde die Stadt alsbald Sitz einer Superintendentur. Heute bezeichnet man diese Verwaltungsebene als Propstei. Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt gehören heute zur Propstei Braunschweig der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig.

Evangelisch-reformierte Kirche

Im 18. Jahrhundert gründeten sich in Braunschweig auch deutsch-reformierte und französisch-reformierte Gemeinden, die sich 1811 zu einer reformierten Gemeinde vereinigten. Bis heute ist die Kirchengemeinde selbständig geblieben. Sie wurde 1928 Gründungsmitglied des Bundes Evangelisch-reformierten Kirchen Deutschlands, der bis heute eine kleine Anzahl reformierter Gemeinden umfasst, die nicht Mitglied in einer Landeskirche sind und in Braunschweig seinen Sitz hat.

Evangelische Freikirchen

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), die Evangelisch-methodistische Kirche, die Evangelische Freikirche Querum, das Christuszentrum Braunschweig e. V., die Ecclesia-Gemeinde Braunschweig e. V. und die Gemeinschaft Christi.

Katholische Kirche

Im Mittelalter gehörte die Stadt Braunschweig zu den Bistümern Hildesheim und Halberstadt, wobei die Oker deren Grenze bildete. Das Hildesheimer Gebiet gehörte zum Archidiakonat Stöckheim, das Halberstädter zum Archidiakonat Atzum. 1391 wurde von beiden Bischöfen in Braunschweig ein Offizialat eingerichtet, das die kirchlichen Angelegenheiten der Stadt im Auftrag beider Bistümer erledigte. In der Reformation wurden die Kirchen evangelisch-lutherisch, katholische Gottesdienste fanden nicht mehr statt.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde den Katholiken in Braunschweig wieder erlaubt, Gottesdienste abzuhalten, so dass sich alsbald eine katholische Gemeinde gründen konnte. Diese gehörte ab 1824 zum neu festgelegten Bistum Hildesheim, welches bis 1930 zur Kirchenprovinz Köln (