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Braunkohle

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Bild:Braunkohle als Hausbrand.jpg
Ein Brikett aus Braunkohle

Braunkohle ist ein bräunlich-schwarzes, festes Sedimentgestein, das durch Carbonisierung von Pflanzenresten (Inkohlung) entstand und zu mehr als 50 Prozent des Gewichtes und mehr als 70 Prozent des Volumens aus Kohlenstoff besteht. Braunkohle ist ein Energieträger und wird vom Menschen als fossiler Brennstoff verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Entstehungszeit der Braunkohle ist das Tertiär. Wie bei der Steinkohle, spielt auch hier das Holz abgestorbener Bäume, Sträucher und Gräser eine Rolle, welches unter Druck und Luftabschluss den Prozess der Inkohlung durchlief. Jedoch ist Braunkohle in einem jüngeren Erdzeitalter entstanden, deswegen unterscheidet sie sich qualitativ von der Steinkohle zum Beispiel durch einen höheren Schwefelgehalt und eine grobe, lockere und poröse Grundmasse, in der auch große Einschlüsse (mitunter ganze Baumstubben) zu finden sind.

Einteilung

Braunkohlen werden nach steigendem Kohlenstoff-Gehalt eingeteilt:

  1. Weichbraunkohle
  2. Hartbraunkohle
  3. Mattbraunkohle
  4. Glanzbraunkohle

Förderung

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Schaufelradbagger „288“ - der größte Bagger der Welt - überquert im Jahre 2001 die Bundesstraße nahe dem Braunkohletagebau Garzweiler

Weltweit wurden 2005 etwa 935,7 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Deutschland (19,0 Prozent), die USA (8,0 Prozent), Russland (8,0 Prozent), Griechenland (7,4 Prozent) und Australien (7,1 Prozent) fördern davon etwa die Hälfte. Weitere große Abbaugebiete von Braunkohle in Europa befinden sich in Polen, Tschechien und Serbien.

In Deutschland gibt es drei große Braunkohle-Reviere: die Niederrheinische Bucht, das Mitteldeutsche (siehe auch: Mitteldeutsche Straße der Braunkohle) und das Lausitzer Revier. Das größte deutsche Braunkohleunternehmen ist die RWE Power AG (vormals RWE Rheinbraun AG) mit Sitz in Essen und Köln. Ihre Briketts werden unter dem Namen Union-Brikett vermarktet.

Förderung von Braunkohle (2005)
Rang Land Förderung
(in Mio. t)
Rang Land Förderung
(in Mio. t)
1 Deutschland 178,0 11 Indien 30,0
2 USA 75,0 12 Rumänien 27,9
3 Russland 74,8 13 Bulgarien 23,2
4 Griechenland 69,1 14 Indonesien 23,0
5 Australien 66,9 15 Thailand 22,0
6 Türkei 64,3 16 Ungarn 12,6
7 Polen 59,9 17 Mexiko 12,3
8 Tschechien 48,9 18 Kanada 11,4
9 VR China 48,3 19 Bosnien und Herzegowina 8,0
10 Serbien 34,0 20 Spanien 7,5

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Für eine ausführlichere Tabelle der Produktionsländer siehe Kohle/Tabellen und Grafiken.

Verarbeitung

Die Sorten mit einem hohen Anteil flüchtiger Bestandteile lassen sich in einer Kokerei zu Braunkohlenkoks verarbeiten. Je nach Temperatur des Verfahrens erhält man Schwel- oder Grudekoks. Braunkohlenkoks wird in erster Linie im großtechnischen Maße zur Filtration verwendet, wobei das Material die im Labormaßstab übliche Aktivkohle aus Holz ersetzt. Darüberhinaus wird Rohbraunkohle in Veredlungsbetrieben durch Zerkleinerung, Trocknung und Formung zu verschiedenen Festbrennstoffen (Briketts, Braunkohlenstaub, Wirbelschichtbraunkohle) weiterverarbeitet.

Nutzung

Braunkohle wird heute - gemahlen und getrocknet - fast ausschließlich als Brennstoff für die Stromerzeugung genutzt. Der Anteil der Förderung, der zu Briketts gepresst wird, ist erheblich zurückgegangen. Braunkohle ist bräunlich bis schwarz und hat im Rohzustand mit bis zu über 50% einen hohen Feuchtigkeitsanteil. Ihr Kohlenstoffgehalt liegt bei 65 bis 70% in der wasserfreien Kohle. Der Schwefelgehalt beträgt bis zu 3%. Sie wird im Tagebau abgebaut.

Umweltprobleme

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Wasserdampfschwaden aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Niederaußem bei Köln

Bei der Verfeuerung von Braunkohle entsteht klimaschädliches Kohlendioxid. Braunkohlekraftwerke mit ihrem vergleichsweise niedrigen Wirkungsgrad geben dieses Kohlendioxid nach dem Verbrennungsprozess in die Atmosphäre ab. Die Kohlendioxid-Freisetzung ist prinzipbedingt und kann nicht verhindert werden, sondern vorerst nur durch einen besseren Wirkungsgrad der Kraftwerke und dadurch geringeren Kohleverbrauch in Maßen reduziert werden.

Im brandenburgischen Schwarze Pumpe hat der Energiekonzern Vattenfall im Mai 2006 mit dem Bau des weltweit ersten Braunkohlekraftwerks begonnen, das kein Kohlendioxid an die Atmosphäre abgeben soll. Das klimaschädigende Kohlendioxid soll von den Abgasen abgetrennt und unterirdisch eingelagert werden (siehe CO2-Sequestrierung).

Die Gewinnung von Braunkohle im Tagebau ist mit einem immensen Flächenverbrauch verbunden. Um Lagerstätten, entsprechend dem Deutschen Bergrecht, möglichst vollständig hereingewinnen zu können, werden bisweilen ganze Dörfer umgesiedelt, was zu Konfliktpotenzial mit der Bevölkerung führen kann (siehe auch Liste abgebaggerter Ortschaften). Unter Umständen werden auch ökologisch wertvolle Gebiete zerstört.

Vorräte

Die weltweit zu gegenwärtigen Preisen förderfähigen Reserven wurden im Jahre 2005 von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf 207,4 Milliarden Tonnen Braunkohle geschätzt. Davon entfielen 19,2 Prozent (39,9 Milliarden Tonnen) auf Australien, 16,7 Prozent (34,6 Milliarden Tonnen) auf Indien und 16,1 Prozent (33,3 Milliarden Tonnen) auf die USA. Bei gleich bleibender Förderung (935,7 Millionen Tonnen im Jahre 2005) könnte der Bedarf noch für etwa 222 Jahre gedeckt werden.

In Deutschland lagerten 2005 nach Angaben der BGR etwa 6,56 Milliarden Tonnen Braunkohle, die zu gegenwärtigen Preisen und mit dem Stand der heutigen Technologie gewinnbar wären. Damit würden die Vorräte bei konstanter Förderung (178 Millionen Tonnen im Jahre 2005) noch für 37 Jahre ausreichen.

Literatur

  • Hans-Georg Schäfer: Ursprung und Entwicklung der thermischen Veredlung der Braunkohle. Chemiker-Zeitung 115(1), S. 19 - 24 (1991), ISSN 0009-2894

Weblinks

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Kohle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Kohle – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

Siehe auch

Wikipedia
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