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Brakteat
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Brakteat (von lat.: bractea dünnes Metallblech)
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In der Spätantike und im Frühmittelalter
Kreisrunde, einseitig geprägte Schmuckscheiben aus dem 5. und 6. Jahrhundert. Ihren Ursprung haben Brakteaten in der Imitation spätantiker römischer Kaisermedaillons. Von den über 900 bisher gefundenen Brakteaten der Völkerwanderungszeit stammen etwa 300 aus Dänemark, 190 aus Norwegen, 30 aus England und 20 vom europäischen Festland südlich von Dänemark.
Neben der Abbildung von Menschen finden sich Tierdarstellungen, darunter Borstentiere, Vögel, Pferde und Phantasietiere, wobei Pferdebilder häufig durch ihre offensichtlich behinderten Vorderläufe auffallen. Etwa ein Drittel der Brakteaten tragen Runeninschriften, welche sich aber nur zum Teil deuten lassen.
Für die Mythologie sind Brakteaten weniger wegen ihrer Runeninschriften von Bedeutung, sondern weil sie in den bildlichen Darstellungen die Imitation des römischen Kaiserportraits schnell zu Gunsten der Darstellung nordischer Vorstellungen aufgaben und somit eine Fülle von Bildmaterial für eine sonst schriftlose Zeit liefern.
Im Mittelalter
Einseitig geprägte silberne mittelalterliche Hohl-Pfennigmünzen. Brakteaten waren von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands) die vorherrschende regionale Münzsorte. Für die Brakteaten gibt es nach einem alten "Handelslexicon" von 1848 auch die deutsche Bezeichnung Strubben, da sie sich beim Verpacken "sträubten". In einigen Schweizer Kantonen wurden noch bis ins 18. Jahrhundert brakteatenartige Rappen, Haller und Angster hergestellt.
Die Prägetechnik variierte je nach Region und Epoche. Die ursprünglichen Typen waren meist rund und relativ groß. Häufig wurden auch quadratische Rohlinge verwendet, so dass durch den Prägevorgang eine vierzipflige Form entstand. Ein häufiger späterer Typ ist der Hohlpfennig oder Schüsselpfennig, bei dem der Rand tellerartig hochgebogen ist. Eine dünne Münze, die beidseitig geprägt ist, so dass das Münzbild auf beiden Seiten durchscheint, nennt man Dünnpfennig oder Halbbrakteat. Beim Prägen wurden teilweise mehrere Münzen übereinanderliegend in einer Prägung aus recht dünnen Silberblechen hergestellt, dies ergibt teilweise ein unscharfes Münzbild. Das Vorkommen von geteilten Stücken resultiert aus dem jeweiligen Silbergegenwert, der für einen Zahlungsvorgang benötigt wurde. Da derartige Stücke auch in Hortfunden angetroffen werden, muss davon ausgegangen werden, dass derartige Stückelungen üblich waren und nicht versehentlich bei Verlust auftraten.
Spezielle Brakteaten:
Literatur
- M. Axboe / U. Clavadetscher / K. Düwel / K. Hauck / L. v. Padberg: Die Goldbrakteaten der Völkerwanderungszeit. Ikonographischer Katalog. München: Fink 1985-1989.
- Klaus Düwel: Buchstabenmagie und Alphabetzauber. Zu den Inschriften der Goldbrakteaten und ihrer Funktion als Amulette. In: Frühmittelalterliche Studien 22 (1988), S. 70-110.
- Karl Walker: "Das Geld in der Geschichte" antiquariat und Conzett Verlag in der Schweiz.
Weblink
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/walker/ka5walk.htm
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